Wichtigste Punkte

Der Verschluss ist der Teil der Verpackung, den der Anwender am häufigsten berührt – und der Teil, der über Dichtigkeit, Haltbarkeit und Bedienkomfort entscheidet. Er sollte deshalb nicht nachträglich gesucht, sondern gemeinsam mit dem Glas festgelegt werden.

Im DACH-Raum dominieren wenige Systeme: Twist-Off und Lug für Gläser, Schraubverschlüsse nach DIN 18 und DIN 24 für Flaschen, FEA 15 und FEA 18 als Crimp für Duft und Spray. Wer den Hals kennt, kennt die Auswahl an Verschlüssen.

Mindestmenge, Preis und Verfügbarkeit eines Verschlusstyps werden projektbezogen geklärt. Entscheidend sind Halsfinish, Dichtungsmaterial, gewünschte Optik und die Zielmenge pro Bestellung.

Warum der Verschluss über die Verpackung entscheidet

In der Verpackungsentwicklung wird der Verschluss häufig zuletzt betrachtet – nach Form, Farbe und Etikett. In der Praxis ist das die falsche Reihenfolge. Der Verschluss bestimmt, ob ein Produkt dicht schließt, ob es sich angenehm öffnen lässt, ob es nach mehrfachem Gebrauch noch funktioniert und ob die Verpackung am Ende recycelt werden kann. Ein noch so schöner Flakon mit schlecht sitzendem Deckel wird im Handel reklamiert, und zwar unabhängig davon, wie gut die Flasche gefertigt ist.

Hinzu kommt die wirtschaftliche Bedeutung. Verschlüsse werden in der Regel in derselben Größenordnung beschafft wie Gläser und machen einen erheblichen Teil der Materialkosten aus. Gleichzeitig sind sie der Verpackungsbestandteil, bei dem am häufigsten nachträglich geändert wird: Ein Kunde wünscht eine andere Kappenfarbe, eine weichere Dichtung oder ein Kindersicherungssystem. Wer den Verschluss früh als eigenständige Position behandelt, hält diese Änderungen günstig; wer ihn als Zubehör betrachtet, zahlt bei jeder Anpassung für neue Werkzeuge oder Mindestmengen.

Schließlich hat das Thema eine regulatorische Dimension. Die europäische Verpackungsgesetzgebung bewegt sich auf Anforderungen an Recyclierbarkeit und Materialeffizienz zu. Ein Verschluss aus einem einzigen Werkstoff ist leichter in bestehenden Kreisläufen zu führen als ein Verbund aus Kunststoff, Metall und Dichtung. Wer heute entwickelt, sollte deshalb prüfen, ob sich Funktion und Sortenreinheit gemeinsam erreichen lassen – etwa über einen Deckel mit eingelegter Dichtung, die sich trennen lässt, oder über kompatible Werkstoffkombinationen.

Der Ausgangspunkt jeder Verschlusswahl ist der Hals des Glases. Halsdurchmesser, Gewindeart und – bei Gläsern – die Anzahl der Gewindegänge legen fest, welche Verschlüsse überhaupt passen. Wenn Sie diesen Punkt in Ihrer Spezifikation sauber benennen, reduziert sich die Zahl der möglichen Optionen erheblich und die Anfrage wird deutlich präziser. Unsere RFQ-Checkliste für Glasflaschen führt genau diesen Punkt an erster Stelle.

Verschlusstypen im Überblick

Die folgende Übersicht ordnet die im DACH-Raum gebräuchlichen Verschlusstypen ihren Einsatzbereichen zu. Sie zeigt außerdem, welches Halsfinish jeweils vorausgesetzt wird – die wichtigste Information für alle, die Glas und Verschluss getrennt beschaffen wollen.

VerschlusstypVorausgesetztes HalsfinishTypischer EinsatzDichtungsprinzipMehrfachnutzung
Twist-Off (TO)Twist-Off-Gewinde mit definiertem GewindegangMarmelade, Konfitüre, Sauce, Honig, Senfeingelegte PVC- oder plastisolbeschichtete Dichtungsehr gut, millionenfach bewährt
Lug-DeckelLug-Gewinde mit kurzen Halte-NockenWurstgläser, Pesto, Aufstriche, Importwareeingelegte Dichtung, hohe Anpresskraftgut, Vakuumverschluss üblich
Schraubverschluss DIN 18DIN 18Kosmetik, Pflege, Serum, ÖleFlachdichtung oder Dichtscheibegut, abhängig vom Anzugsmoment
Schraubverschluss DIN 24DIN 24Getränke, Sirup, größere FlaschenDichtscheibe, teils mit Sicherungsringgut, in der Gastronomie verbreitet
FEA 15 / FEA 18 (Crimp)Crimp-Kopfring am FlakonParfüm, Eau de Toilette, Duftzerstäubergecrimpter Zerstäuber, dauerhaft verbundengering, nicht zum Nachfüllen geeignet
KronkorkenKronkorkenmund (26 mm Standard)Bier, Limonade, Craft-Getränkeeingelegte Dichtung, Verkrallungsehr gering, Einwegverschluss
Naturkorken und PresskorkenKorkmund mit definiertem InnendurchmesserWein, Sekt, Spirituosenelastische Pressung des KorksEinweg, ohne Wiederverschluss
Drehverschluss mit KindersicherungSystemspezifischProdukte mit SicherheitsanforderungenDichtung plus Verriegelungsmechanikgut, aber nutzerabhängig
Holz- und DesignverschlussSystemspezifisch, meist DINPremium-Kosmetik, Duft, Geschenkartikeleingelegte Dichtung im Deckelgut, wenn Dichtung erneuert wird

Die Tabelle macht den zentralen Zusammenhang deutlich: Der Verschlusstyp folgt dem Hals und nicht umgekehrt. Wer für ein Honigglas einen Deckel sucht, ohne das Glas zu nennen, wird am Ende die falsche Größe bestellen. Eine Ausnahme bilden Systeme, bei denen Glas und Verschluss konstruktiv zusammengehören – etwa Airless-Flakons oder Roll-on-Flaschen. Dort ist die Paarung nicht frei wählbar, und beide Teile müssen aus derselben Systemfamilie stammen.

Twist-Off und Lug: der Standard für Gläser

Für Gläser mit Schraubverschluss ist das Twist-Off-System im DACH-Raum der unbestrittene Standard. Der Deckel wird auf das mitgelieferte Gewinde aufgesetzt und durch eine Vierteldrehung verschlossen, wobei die eingelegte Dichtung in die Öffnung gepresst wird. Das Ergebnis ist ein dichter Verschluss, der sich mit geringem Kraftaufwand öffnen lässt – ein Vorteil, der gerade im Handel mit älteren Kundengruppen und im Gastronomiebetrieb zählt.

Für die Beschaffung ist entscheidend, dass Twist-Off ein System und keinen universalen Deckel bezeichnet. Ein Twist-Off-Deckel für einen 63-mm-Mund passt nicht auf einen 82-mm-Mund, und selbst innerhalb einer Nenngröße gibt es Unterschiede in der Gewindeausführung. Klären Sie deshalb neben dem Durchmesser immer den konkreten Gewindestandard. Bestellen Sie Deckel und Glas nach Möglichkeit zusammen, damit die Paarung geprüft ist – ein Vorgehen, das sich bei Marmeladengläsern und Saucengläsern seit Jahren bewährt. Details dazu finden sich auf unserer Seite zu Marmeladengläsern im Großhandel.

Das Lug-System verhält sich ähnlich, arbeitet aber mit kurzen Nocken statt mit durchgehendem Gewinde. Der Deckel wird aufgesetzt und durch eine Drehung hinter die Nocken gedrückt. Dadurch ist die erzielbare Anpresskraft höher, weshalb Lug-Verschlüsse häufig bei Vakuumverpackungen für Wurst, Pesto und Aufstriche eingesetzt werden. Wer auf beiden Systemen produzieren will, sollte die Gläser bewusst nach dem Verschluss wählen, weil eine Umstellung innerhalb einer Linie unterschiedliche Zuführ- und Schließvorrichtungen erfordert.

Glasbehälter mit Schraubverschluss und Dichtung – Twist-Off-Deckel für Marmelade und Saucen

Ein häufig unterschätzter Punkt ist die Auswirkung von Säure und Fett auf die Dichtung. Eingelegte Dichtungen sind beständig gegenüber üblichen Füllgütern, aber bei sehr fetthaltigen oder stark säurehaltigen Produkten kann sich die Beständigkeit anders darstellen. Klären Sie die Materialverträglichkeit mit dem tatsächlichen Füllgut und prüfen Sie sie in der Musterphase mit einer Haltbarkeitsanforderung, nicht nur mit einer Sichtprüfung. Unsere Seite zu Senf- und Saucengläsern beschreibt diese Prüfung ausführlich.

Schraubverschlüsse und Halsnormen: DIN 18, DIN 24, FEA 15

Bei Flaschen sind Schraubverschlüsse die dominierende Lösung. Das liegt an der Flexibilität: Ein und dieselbe Flasche kann je nach Produkt mit Kappe, Tropfeinsatz, Pumpe oder Sprühkopf ausgestattet werden, solange das Halsfinish gleich bleibt. Diese Austauschbarkeit ist der eigentliche wirtschaftliche Vorteil der Standardisierung.

DIN 18 ist der Standard für kleinkalibrige Flaschen und damit die wichtigste Größe im Kosmetik- und Pflegebereich. Er findet sich bei Serumfläschchen, Pipettenflaschen, Ölflaschen und vielen Boston-Round-Formaten. Die große Verbreitung bedeutet eine sehr breite Verschlussauswahl, von einfachen Schraubkappen über Tropfeinsätze bis zu Dosierpumpen und Roll-on-Systemen. Mehr zu den Flaschen selbst finden Sie auf unserer Seite zu Kosmetikflaschen im Großhandel.

DIN 24 kommt bei größeren Flaschen und Getränken zum Einsatz. Hier sind Dichtigkeit und Anzugsmoment wichtiger, weil die Flaschen schwerer sind und bei der Handhabung größeren Kräften ausgesetzt werden. In der Gastronomie und bei Sirupen ist dieser Hals verbreitet, weil er sich auch für Flaschen mit breiterem Durchmesser eignet.

FEA 15 und FEA 18 bezeichnen Crimp-Systeme, bei denen der Verschluss dauerhaft mit dem Flakon verbunden wird. Das ist die klassische Lösung für Duftflakons und Zerstäuber. Der Vorteil liegt in der hervorragenden Dichtigkeit und der kompakten Bauform; der Nachteil darin, dass ein vercrimpter Flakon nicht nachgefüllt werden kann und der Zerstäuber exakt zum Kopfring passen muss. Bei Flaschen für ätherische Öle und Duftrollons sind die Anforderungen ähnlich gelagert, weil auch dort Tropfeinsatz, Kugelpassung und Dichtungsmaterial auf das Produkt abgestimmt sein müssen.

Glasbehälter mit Twist-Off- und Lug-Verschluss – Verschlusstypen im Vergleich

Korken, Kronkorken und Sonderlösungen

Nicht alle Produkte vertragen einen Schraubverschluss. Für Wein, Sekt und Spirituosen ist der Korken das etablierte System, und für Bier und Limonade ist der Kronkorken die wirtschaftlichste Lösung. Beide haben spezifische Anforderungen an den Flaschenmund, die in der Spezifikation festgehalten werden müssen.

Beim Naturkorken ist der Innendurchmesser des Mundes die entscheidende Größe. Ein zu weiter Mund führt zu Undichtigkeit, ein zu enger Mund erschwert das Einsetzen und erhöht das Risiko von Beschädigungen. Zusätzlich spielt die Qualität des Korks eine Rolle: Naturkork unterliegt natürlichen Schwankungen, und die Auswahl der Korkklasse beeinflusst Haltbarkeit und Geschmacksneutralität. Für Weine mit längerer Lagerung sind hochwertigere Korkklassen üblich, während für den kurzfristigen Verbrauch Alternativen in Betracht kommen.

Der Kronkorken ist unter den Verschlüssen der wirtschaftlichste. Er wird mit einer Verkrallung auf dem Kronkorkenmund befestigt und ist für den Einweggebrauch ausgelegt. Der Vorteil liegt in den sehr geringen Stückkosten und der hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit in Abfüllanlagen. Nachteilig ist, dass ein geöffneter Kronkorken nicht wiederverwendet werden kann; für Mehrwegkonzepte sind daher Bügel- oder Schraubverschlüsse üblich.

Sonderlösungen gewinnen dort an Bedeutung, wo Marken sich differenzieren wollen. Holzdeckel, Metallkappen mit Prägung, Keramikverschlüsse und Deckel mit Einlegeteilen aus Kork oder Filz sind im Premiumsegment verbreitet. Technisch sind sie meist auf einen Standardhals aufgesetzt und mit einer eingelegten Dichtung versehen. Der wirtschaftliche Vorbehalt liegt in der Mindestmenge: Designverschlüsse sind in der Regel nur in größeren Losgrößen verfügbar, weil Werkzeugkosten anfallen. Prüfen Sie daher vor der Designentscheidung, ob die Zielmenge zur Beschaffungslage passt.

Dichtigkeit, Drehmoment und Prüfverfahren

Die Dichtigkeit eines Verschlusses ist kein Zustand, sondern das Ergebnis mehrerer Faktoren: Anpresskraft, Dichtungsmaterial, Oberflächenbeschaffenheit der Dichtfläche und Maßhaltigkeit des Halses. In der Serienfertigung wird dieser Zusammenhang über das Anzugsmoment gesteuert. Ist das Moment zu gering, schließt der Verschluss nicht dicht; ist es zu hoch, kann das Glas beschädigt oder die Dichtung dauerhaft verformt werden.

Für jede Kombination aus Glas und Verschluss sollte deshalb ein Zielmoment definiert und im Abfüllprozess überwacht werden. Praktisch geschieht das über eine Drehmomentprüfung an Stichproben: Der Verschluss wird mit einem kalibrierten Messgerät geöffnet und das erforderliche Moment dokumentiert. Wer diese Prüfung in die Wareneingangsprüfung und in die laufende Fertigungskontrolle aufnimmt, erkennt Abweichungen früh und kann eingreifen, bevor fehlerhafte Ware den Kunden erreicht.

Ergänzend empfiehlt sich eine Dichtheitsprüfung mit dem tatsächlichen Füllgut. Eine reine Wasserprüfung ist unzureichend, weil Viskosität und Oberflächenspannung des Produkts das Verhalten im Hals beeinflussen. Bei Ölen und fetthaltigen Produkten kann ein Verschluss undicht werden, der mit Wasser vollkommen dicht erscheint. Legen Sie das Prüfverfahren, die Stichprobengröße und die Akzeptanzkriterien fest und dokumentieren Sie die Ergebnisse, damit die Prüfung belastbar bleibt.

Ein letzter Punkt ist die Alterung. Dichtungen aus elastomerem Material verändern ihre Eigenschaften über die Zeit und unter Temperatureinfluss. Für Produkte mit langer Haltbarkeit ist deshalb eine Prüfung nach beschleunigter Alterung sinnvoll. Wer diesen Aufwand in der Entwicklungsphase betreibt, verhindert das Szenario, dass der Verschluss im Regal dicht ist und beim Kunden zu Hause undicht wird.

Materialwahl, Beschichtung und Recyclingfähigkeit

Verschlüsse bestehen überwiegend aus Metall oder Kunststoff, wobei die Auswahl stark vom Einsatzbereich abhängt. Metallverschlüsse überzeugen durch Optik und Haptik und sind im Premiumsegment verbreitet. Sie erzeugen ein höheres Gewicht und eine wertige Anmutung, sind aber in der Regel teurer als Kunststofflösungen. Für Twist-Off-Verschlüsse ist Metall der Standard, weil sich die Dichtungsmasse auf dem Deckelrand einlegen lässt.

Kunststoffverschlüsse, meist aus PP oder PE, sind leichter und günstiger und lassen sich in großer Vielfalt fertigen. Sie sind bei Kosmetik und Pflege die dominierende Lösung. Entscheidend für die Qualität ist die Wandstärke und die Maßhaltigkeit des Gewindes; ein zu dünnwandiger Deckel verzieht sich beim Anziehen und verliert seine Dichtwirkung. Wer Wert auf Langlebigkeit legt, sollte die Wandstärke in der Spezifikation benennen und nicht dem Lieferanten überlassen.

Beschichtungen und Veredelungen sind optisch attraktiv, haben aber Folgen für die Kreislauffähigkeit. Eine Metallisierung oder Lackierung kann die Sortenreinheit beeinträchtigen und die Wiederverwertung erschweren. Vor dem Hintergrund der absehbaren europäischen Anforderungen an Verpackungen empfiehlt es sich, den Verschluss unter diesem Gesichtspunkt zu prüfen und zu fragen, ob eine unbeschichtete Alternative den gleichen Markeneffekt erzielt. Häufig gelingt das über Formgebung und Prägung statt über Materialvielfalt. Unsere Lieferanten-Checkliste enthält Kriterien, mit denen sich diese Fragen systematisch bewerten lassen.

Ein zweiter Aspekt ist der Anteil an Rezyklat. Für Kunststoffverschlüsse ist der Einsatz von Rezyklat technisch möglich, aber nicht in allen Anwendungen gleich gut geeignet, weil sich mechanische Eigenschaften unterscheiden können. Diskutieren Sie die Option offen mit dem Lieferanten, statt sie als selbstverständlich vorauszusetzen.

Passung, Lagerung und Verschlusslogistik

Verschlüsse sind kleine Teile in großen Mengen, und ihre Logistik wird häufig unterschätzt. Sie werden in Kartons oder Säcken geliefert und müssen im Lager sauber getrennt gehalten werden, weil sich ähnliche Größen leicht verwechseln lassen. Eine klare Kennzeichnung mit Halsfinish, Material, Farbe und Chargenzeichen spart in der Abfüllung erhebliche Zeit und vermeidet Fehlgriffe, die zu undichten Chargen führen.

Für die Lagerung gilt: Dichtungen sind empfindlich gegenüber Temperatur, Feuchtigkeit und UV-Strahlung. Werden Verschlüsse längere Zeit gelagert, sollten sie trocken und ohne direkte Sonneneinstrahlung aufbewahrt werden. Bei elastomeren Dichtungen kann eine zu warme Lagerung die elastischen Eigenschaften verändern und die Dichtigkeit beeinträchtigen, selbst wenn der Deckel ansonsten einwandfrei ist.

Auch die Verpackung der Verschlüsse selbst ist relevant. Werden sie in einem Sammelcontainer zusammen mit den Gläsern versendet, muss verhindert werden, dass sich Deckel durch den Transport verformen. Eine stabile Zwischenlage und eine positionssichere Fixierung sind hier wichtiger als bei vielen anderen Komponenten. Bei der Konsolidierung mehrerer Artikel in einem Container gilt dasselbe Prinzip: Die schweren Gläser tragen, die leichten Verschlüsse werden so platziert, dass sie nicht gedrückt werden.

Schließlich lohnt der Blick auf die Bestellstruktur. Verschlüsse und Gläser werden häufig in unterschiedlichen Mengen je Karton geliefert. Wer die Verhältnisse kennt, kann Bestellmengen so planen, dass keine Restbestände entstehen. Das reduziert Kapitalbindung und verhindert, dass Deckel übrig bleiben, die zu einer auslaufenden Glasform gehören.

Anfrage und Spezifikation

Eine gute Verschlussanfrage ist knapp und vollständig. Nennen Sie das Halsfinish oder – besser – das konkrete Glas, den Verschlusstyp, das gewünschte Material, die Farbe, die Dichtungsart und die Zielmenge. Wenn Sie das Füllgut angeben, kann der Lieferant die Materialverträglichkeit einschätzen und eine geeignete Dichtung vorschlagen. Fehlt das Füllgut, bleibt die Empfehlung zwangsläufig allgemein.

Planen Sie außerdem eine Bemusterung ein. Bei Verschlüssen ist die Haptik ein wesentliches Kriterium, und ein Deckel, der technisch passt, kann sich beim Öffnen unangenehm anfühlen oder zu schwer laufen. Diese Eigenschaft lässt sich nur durch Anfassen und Ausprobieren bewerten. Klären Sie vorab, ob Muster kostenpflichtig sind und ob Werkzeugkosten bei Folgeauftrag angerechnet werden – die Konditionen sind projektabhängig.

Für die Lieferantenbewertung empfiehlt sich eine Gewichtung entlang weniger Kriterien: Maßhaltigkeit, Verfügbarkeit, Materialqualität, Liefertreue und Reaktionsfähigkeit. In der Praxis zeigt sich, dass die Verfügbarkeit über die Projektdauer hinweg der unterschätzte Faktor ist. Ein Verschluss, der heute perfekt passt, aber in sechs Monaten nicht mehr lieferbar ist, zwingt zu einer Neubemusterung mit allen Folgekosten.

Und schließlich: Behandeln Sie Glas und Verschluss als ein Produkt. Wenn beide Komponenten in derselben Spezifikation geführt werden, verschwindet die häufigste Fehlerquelle – die unkontrollierte Schnittstelle zwischen zwei Lieferanten. Wer die Gesamtheit der Verpackung im Blick behält, findet den Einstieg über unsere Beschaffungs-Checkliste für Glasverpackung.

Ein letzter Gedanke betrifft die interne Zuständigkeit. In vielen Unternehmen liegt das Glas beim Einkauf für Verpackung, der Verschluss beim Einkauf für Zukaufteile und das Etikett beim Marketing. Genau an diesen Schnittstellen entstehen die Fehler, die später als Qualitätsproblem auftauchen. Definieren Sie deshalb eine verantwortliche Person für die gesamte Primärverpackung und führen Sie eine gemeinsame Teileliste mit eindeutigen Positionsnummern. Diese kleine organisatorische Maßnahme wirkt in der Praxis stärker als jede Preisverhandlung, weil sie verhindert, dass Chargen mit nicht passenden Komponenten in die Abfüllung gelangen.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, welcher Verschluss auf mein Glas passt?

Maßgeblich ist das Halsfinish des Glases, also Gewindeart und Durchmesser. Bei Twist-Off-Gläsern ist zusätzlich der Gewindestandard zu beachten, weil Deckel gleicher Nenngröße nicht immer austauschbar sind. Bei Flaschen sind DIN 18, DIN 24 sowie FEA 15 und FEA 18 die relevanten Standards. Am sichersten ist es, Glas und Verschluss gemeinsam zu beschaffen.

Kann ich Twist-Off- und Lug-Deckel auf demselben Glas verwenden?

In der Regel nicht, weil die Gläser unterschiedliche Gewindeausführungen haben. Ein Twist-Off-Glas erwartet ein durchgehendes Gewinde, ein Lug-Glas kurze Halte-Nocken. Wer auf beiden Systemen produzieren möchte, benötigt passende Gläser und unterschiedliche Schließvorrichtungen in der Anlage. Die Entscheidung sollte deshalb vor der Glasbestellung fallen.

Warum wird mein Verschluss undicht, obwohl er dicht aussieht?

Häufig liegt es an einem zu geringen Anzugsmoment oder an einer ungeeigneten Dichtung. Bei öl- und fetthaltigen Produkten kann ein Verschluss mit Wasser dicht erscheinen und mit dem echten Füllgut undicht werden. Prüfen Sie deshalb mit dem tatsächlichen Produkt, definieren Sie ein Zielmoment und kontrollieren Sie es stichprobenartig in der Fertigung.

Welche Verschlüsse eignen sich für das Recycling?

Grundsätzlich sind sortenreine Verschlüsse aus einem einzigen Werkstoff am besten geeignet. Beschichtungen, Metallisierungen und Verbünde erschweren die Wiederverwertung. Prüfen Sie deshalb, ob sich der gewünschte optische Effekt auch über Formgebung, Prägung oder unbeschichtete Materialien erreichen lässt. Die absehbaren EU-Anforderungen zielen genau in diese Richtung.

Welche Mindestmenge gilt für Verschlüsse?

Die Mindestmenge hängt von Verschlusstyp, Material, Farbe und gegebenenfalls erforderlichem Werkzeug ab und wird je nach Projekt individuell festgelegt. Standardverschlüsse sind meist zu kleineren Mengen verfügbar als Designverschlüsse mit eigener Form. Bitte nennen Sie Verschlusstyp, Halsfinish und Zielmenge, damit eine belastbare Kalkulation möglich ist.

Können Verschlüsse mit Logo versehen werden?

Ja, abhängig von Material und Stückzahl sind Prägung, Siebdruck oder Tampondruck möglich. Bei Metallverschlüssen ist die Prägung verbreitet, bei Kunststoffdeckeln der Siebdruck. Die wirtschaftliche Umsetzung hängt von Zielmenge und Werkzeugaufwand ab und wird projektbezogen geprüft. Für Serien mit mehreren Varianten ist ein einheitlicher Deckel mit wechselndem Dekor oft die günstigste Lösung.

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