Wichtigste Punkte
- Kombucha ist ein teilweise karbonisiertes Getränk mit lebenden Kulturen – Druckfestigkeit, Mündung und Kopfraum müssen deshalb vor der Formatwahl festgelegt werden und nicht danach.
- Der Kohlensäuregehalt ist die Leitgröße der Spezifikation: stille Varianten brauchen keine Druckauslegung, leicht und stark karbonisierte Produkte dagegen eine druckfeste Flasche mit maßhaltiger Mündung für Kronkorken oder Bügelverschluss.
- Bei Produkten mit Flaschengärung kommen Temperaturführung, Füllhöhe und Haltbarkeitsprüfung hinzu; Mindestmengen, Werkzeugkosten und Produktionsfenster werden je nach Projekt festgelegt.
Kombucha hat sich im deutschsprachigen Raum von einem Nischenprodukt zu einem etablierten Segment der Erfrischungsgetränke entwickelt. Getränkehersteller, Brauereien mit freier Kapazität, junge Manufakturen, Hofläden, Bio-Fachhandel, Unverpackt-Läden, Cafés und gastronomische Betriebe bilden eine breite Käufergruppe. Gleichzeitig ist Kombucha technisch kein einfaches Getränk: Er wird fermentiert, enthält je nach Herstellung lebende Hefen und Bakterienkulturen, wird häufig in der Flasche nachvergoren und muss deshalb sowohl mikrobiologisch als auch drucktechnisch sicher verpackt werden.
Wenn Sie Kombucha-Flaschen im Großhandel beschaffen, entscheiden Druckfestigkeit, Mündung, Kopfraum und Verschlusssystem über Produktsicherheit, Haltbarkeit und Handling. Diese Seite führt durch die technischen und kaufmännischen Entscheidungspunkte, die vor einer Anfrage geklärt sein sollten.

Warum Kombucha eine drucktechnische Spezifikation braucht
Kombucha entsteht durch Fermentation von gesüßtem Tee mit einem Teepilz. Dabei bilden sich organische Säuren, Restzucker, Kohlendioxid und je nach Herstellung ein geringer Alkoholgehalt. Wird das Getränk in der Flasche nachvergoren oder mit Kohlensäure versetzt, steigt der Innendruck. Anders als bei stillem Wasser oder Saft wirkt dann eine dauerhafte Druckbelastung auf Glaswand, Mündung und Verschluss. Eine für stille Getränke ausgelegte Flasche kann diesen Druck nicht zuverlässig aufnehmen.
Hinzu kommt die mikrobielle Situation. Unbehandelter Kombucha enthält lebende Kulturen und wird kühl gelagert. Die Verpackung muss also nicht nur druckstabil, sondern auch reinigungs- und spülfähig sein, weil sich bei einer Wiederverwendung Reste der Kultur in Spalten und an der Innenschulter festsetzen können. Das ist der Grund, weshalb Kombucha-Hersteller in der Regel zwischen zwei strategischen Wegen wählen: einer Flasche mit weiter, gut zugänglicher Innenform für Mehrweg oder einer Einwegflasche mit kontrollierter Prozessführung.
Ein dritter Punkt ist die Reproduzierbarkeit. Fermentation verläuft nie vollständig gleichmäßig; Restzucker, Temperatur und Gärzeit beeinflussen den Druckaufbau. Wer in der Flasche nachvergärt, muss deshalb mit Streuungen rechnen und die Spezifikation auf den ungünstigsten Fall auslegen, nicht auf den Durchschnitt. Klären Sie vor der Formatwahl, welchen Spitzeninnendruck Ihre Rezeptur und Ihre Prozessführung erzeugen können und welche Sicherheitsreserve Sie einplanen wollen.
Kohlensäuregehalt als Leitgröße der Flaschenwahl
Der Kohlensäuregehalt bestimmt in der Praxis die meisten technischen Entscheidungen. Bei stillen Varianten entfällt die Druckauslegung, dafür rücken Hygiene, Lichtschutz und eine gut dosierbare Mündung in den Vordergrund. Bei leicht karbonisierten Produkten beginnt die Druckbelastung, die Flasche muss aber nicht auf dem Niveau eines stark kohlensäurehaltigen Getränks ausgelegt sein. Erst bei stark karbonisierten Produkten und bei Flaschengärung werden Druckfestigkeit, Mündungsmaßhaltigkeit und Verschlusssystem zu den bestimmenden Kriterien.
Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Kombucha-Typen nach ihrem Kohlensäuregehalt und den daraus abgeleiteten Anforderungen. Sie ersetzt keine projektspezifische Auslegung, gibt aber eine belastbare Orientierung für die erste Anfrage.
| Kohlensäuregehalt | Typische Produkte | Empfohlene Flasche und Verschluss | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Still, unter 1 g/l | Ungesüßter Tee-Kombucha, Kräuterkombucha | Klarglasflasche, Twist-Off oder Schraubverschluss | Keine Druckauslegung nötig, Hygiene und Kühlung entscheidend |
| Leicht karbonisiert, 1 bis 3 g/l | Kombucha mit Fruchtzusatz, Ingwer-Varianten | Druckfeste Flasche, Kronkorken oder Bügelverschluss | Moderate Druckprüfung, Kopfraum sorgfältig bemessen |
| Stark karbonisiert, 3 bis 5 g/l | Klassischer karbonisierter Kombucha, Ginger-Kombucha | Druckflasche mit Kronkorken 26 mm oder Bügelverschluss | Druck- und Berstprüfung erforderlich, maßhaltige Mündung |
| Flaschengärung, über 5 g/l | In der Flasche nachvergorene Produkte | Sektflaschenform oder druckfeste Bügelverschlussflasche | Höchste Anforderungen, Temperaturführung in der Logistik zwingend |
| Kombucha-Mischgetränk, 2 bis 4 g/l | Kombucha mit Saft, Limonadenbasis, Spezi-Varianten | Druckfeste Flasche, je nach Restzucker Kronkorken oder Twist-Off | Rezepturtreue und Restzuckersteuerung besonders wichtig |
| Alkoholischer Kombucha, 3 bis 5 g/l | Hard Kombucha, Kombucha-Mischungen mit Alkohol | Druckfeste Flasche mit Kronkorken oder Bügelverschluss | Rechtliche Einstufung und Kennzeichnung vorab klären |
Für die Ausschreibung ist es sinnvoll, den angestrebten Kohlensäuregehalt als Bereich anzugeben und zusätzlich den maximal erwarteten Innendruck zu nennen. Aus diesen beiden Werten lassen sich Flaschenform, Wandstärke und Verschlusssystem ableiten. Wer nur das Volumen nennt, erhält technisch passende, aber möglicherweise nicht druckfeste Flaschen – ein Risiko, das sich im schlimmsten Fall als Flaschenbruch in der Abfüllung oder im Handel zeigt.
Ergänzend lohnt sich die Angabe, ob das Produkt im Kühlregal oder im ungekühlten Regal steht. Kombucha mit lebenden Kulturen wird überwiegend gekühlt geführt, und die Lagertemperatur beeinflusst sowohl den Gärverlauf als auch den Druckaufbau. Für ungekühlte Varianten ist in der Regel eine Stabilisierung erforderlich, die wiederum andere Anforderungen an die Flasche und an die Fülltechnik stellt. Klären Sie diese Rahmenbedingungen früh, weil sie die Auswahl zwischen einer Standardflasche und einer ausdrücklich druckfesten Form entscheiden.
Druckfestigkeit, Berstprüfung und Wandstärke
Druckfeste Glasflaschen unterscheiden sich von stillen Flaschen nicht nur durch die Wandstärke, sondern durch die gesamte Konstruktion. Der Boden ist verstärkt, die Schulter gleichmäßiger ausgeführt und die Mündung enger toleriert, weil der Verschluss den Innendruck halten muss. Zusätzlich werden diese Flaschen in der Produktion einer Druckprüfung unterzogen, bei der Stichproben mit definiertem Innendruck beaufschlagt werden. Die Ergebnisse werden dokumentiert und bilden die Grundlage der Lieferantenbewertung.
Für Abfüller bedeutet das, drei Werte verbindlich zu spezifizieren: den zulässigen Betriebsdruck, den Prüfdruck für die Berstprüfung und die zulässige Streuung der Wandstärke. Ergänzend sollten Sie klären, ob die Flasche für Einweg oder Mehrweg ausgelegt ist, weil Mehrwegflaschen über viele Reinigungs- und Befüllzyklen eine geringere Ermüdung zeigen müssen. Bei Flaschen mit Bügelverschluss kommt der Zustand der Dichtung hinzu: Ein poröser oder verformter Dichtring lässt Druck entweichen, noch bevor die Flasche selbst versagt.
Ein weiterer Punkt ist die Temperatur. Der Innendruck eines karbonisierten Getränks steigt mit der Temperatur deutlich an. Eine Flasche, die bei Kühllagertemperatur sicher ist, kann im warmen Lieferfahrzeug oder im Sonnenlicht an ihre Grenzen kommen. Aus diesem Grund wird der Auslegungsdruck üblicherweise bei einer erhöhten Bezugstemperatur angegeben und nicht bei Kühlhausbedingungen. Klären Sie diese Bezugsgröße ausdrücklich im Lastenheft, weil sonst Lieferant und Abfüller von unterschiedlichen Annahmen ausgehen.

Mündung und Verschluss: Kronkorken, Bügelverschluss, Twist-Off
Für karbonisierten Kombucha haben sich Kronkorken mit 26 mm Mündung und Bügelverschlüsse durchgesetzt. Der Kronkorken ist maschinenfreundlich, kostengünstig und hält Druck zuverlässig; er wird über eine Krönungsmaschine aufgesetzt, die auf die Mündungsgeometrie abgestimmt sein muss. Der Bügelverschluss bietet eine hochwertige Anmutung, ist ohne Werkzeug wieder verschließbar und wird deshalb sowohl bei Einweg als auch bei Mehrweg eingesetzt. Für stille Kombucha-Varianten sind Twist-Off und Schraubverschlüsse die wirtschaftlichste Lösung.
Die Mündung ist drucktechnisch die kritischste Stelle der Flasche. Entscheidend sind der Außendurchmesser mit Toleranz, die Rundheit, die Ebenheit des Mündungsrandes und die Lage der Gewinde beziehungsweise der Kronkorkenauflage. Eine unebene oder gratbehaftete Mündung führt dazu, dass die Dichtung nicht vollflächig anliegt und Gas entweicht – zunächst unbemerkt, später als Druckverlust und Auslaufen. Prüfen Sie die Mündung deshalb im Wareneingang nicht nur stichprobenartig, sondern mit einer definierten Messmethode. Passende Verschlüsse finden Sie in unserem Sortiment an Verschlüssen und Kappen.
Bei Mehrwegsystemen stellt der Bügelverschluss zusätzliche Anforderungen. Der Dichtring muss aus einem für Lebensmittelkontakt geeigneten Werkstoff bestehen und nach jeder Reinigung auf Funktion geprüft werden. Ein beschädigter Ring ist die häufigste Ursache für Druckverlust im Rücklauf. Für Hersteller, die neu in das karbonisierte Segment einsteigen, lohnt sich ein Blick auf unsere Bierflaschen im Großhandel, weil dort dieselben Mündungs- und Verschlusslogiken gelten und die Losgrößen häufig günstiger sind.
Flaschengärung, Sediment und Füllhöhe
Bei Flaschengärung wird der Kombucha nach dem Abfüllen in der Flasche nachvergoren. Dabei entsteht Kohlendioxid, das sich im Getränk löst und den Druck aufbaut. Hefen und Bakterien setzen sich mit der Zeit als Sediment am Boden ab. Dieses Sediment ist bei naturbelassenen Produkten normal und wird von einem Teil der Kundschaft sogar erwartet. Für die Verpackung ist entscheidend, dass der Boden eine gleichmäßige Form ohne schwer zugängliche Vertiefungen hat und die Flasche sich vor dem Ausschenken leicht aufschütteln lässt.
Die Füllhöhe ist bei Flaschengärung ein Sicherheitsfaktor. Bleibt zu wenig Kopfraum, kann der Druck im kritischen Bereich schneller steigen; bleibt zu viel Kopfraum, entweicht ein Teil des Gases in den Kopf und die Karbonisierung fällt schwächer aus. Die richtige Füllhöhe ergibt sich aus Rezeptur, Restzuckergehalt, Gärtemperatur und Gärzeit und sollte in der Spezifikation als Band mit Toleranz festgehalten werden. Alternativ kann die Karbonisierung vor der Abfüllung eingestellt und die Flasche anschließend nur noch verschlossen werden.
Hinzu kommen visuelle Anforderungen. Bei Produkten mit Sediment und Trübung muss das Etikett darüber informieren, damit die Wahrnehmung nicht als Fehler, sondern als Produkteigenschaft verstanden wird. Gleichzeitig sollte die Flasche so gestaltet sein, dass die Trübung nicht wie eine Verunreinigung wirkt. Klarglas mit hoher Transparenz ist hier vorteilhaft, während stark eingefärbtes Glas die Produktoptik verdeckt und die Differenzierung gegenüber Wettbewerbern erschwert.
Hygiene, Kühlkette und Haltbarkeit
Unbehandelter Kombucha ist ein mikrobiologisch lebendiges Produkt und wird in der Regel gekühlt geliefert und gelagert. Für die Verpackung folgt daraus, dass die Flasche nach der Reinigung trocken und rückstandsfrei sein muss und dass Verschluss und Dichtung keine Nährstoffe oder Feuchtigkeit zurückhalten dürfen. Bei Mehrwegflaschen ist die Innenform deshalb mitzuplanen: glatte Flächen ohne Hinterschneidungen lassen sich mit Spülstrahlen sicher erreichen, stark profilierte Formen nicht.
Für die Beschaffung bedeutet das, die Reinigungs- und Abfüllprozesse bereits im Lastenheft zu erwähnen. Wer pasteurisiert oder steril filtriert, hat weniger Einschränkungen bei der Form und kann auf wirtschaftlichere Standardflaschen zurückgreifen. Wer dagegen lebende Kulturen erhalten will, braucht eine Flasche, die sich zuverlässig reinigen lässt und im Kühlregal stabil bleibt. Beide Wege sind zulässig und im Markt vertreten; sie führen aber zu unterschiedlichen Spezifikationen.
Die Haltbarkeit hängt bei Kombucha von mehreren Faktoren ab: Restzucker, Säuregehalt, Alkoholgehalt, Kohlensäure, Hygienestatus und Lagertemperatur. Die Verpackung kann einen Beitrag leisten, indem sie Licht ausschließt und eine saubere Dichtung sicherstellt. Sie kann jedoch keine unzureichende Prozesshygiene ausgleichen. Prüfen Sie deshalb vor der Serienentscheidung mit einem Haltbarkeitstest, wie sich das Produkt in der gewählten Flasche über den angestrebten Zeitraum verhält, und dokumentieren Sie Druck, Geschmack und Aussehen zu mehreren Zeitpunkten.
Die Wareneingangsprüfung sollte bei Kombucha-Flaschen maßliche Kontrolle, Sichtprüfung und eine Funktionsprüfung kombinieren. Maßlich sind Gesamthöhe, Mündungsdurchmesser und Leergewicht zu prüfen, visuell Grate, Schlieren, Blasen, Randabplatzungen und Farbabweichungen. Bei druckfesten Flaschen gehört zusätzlich die Kontrolle der dokumentierten Druckprüfung des Lieferanten zum Prüfumfang. Ergänzend sollte eine Stichprobe mit dem echten Produkt befüllt, verschlossen und über mehrere Wochen bei den Bedingungen geprüft werden, die später im Kühlregal herrschen. Bei Abweichungen ist eine Rückmeldung mit Messwerten und Prüfprotokoll deutlich wirksamer als eine pauschale Beanstandung, weil sie Korrekturmaßnahmen nachvollziehbar macht.
Ausschreibung, Bemusterung und Lieferantenbewertung
Professionelle Beschaffung beginnt mit dem Lastenheft. Darin werden Volumen, Flaschenform, Glasfarbe, zulässiger Betriebsdruck, Mündung, Verschlusssystem, Füllhöhe mit Toleranz, Verpackungseinheit und Prüfkriterien beschrieben. Erst ein solches Dokument macht Angebote mehrerer Lieferanten vergleichbar. Eine strukturierte Vorlage für diesen Schritt finden Sie in unserer Checkliste für Glasflaschen-Anfragen.
Die Bemusterung sollte bei Kombucha praktisch erfolgen. Bitten Sie um Füllmuster mit dem echten Produkt, die unter Kühlbedingungen gelagert und über mehrere Wochen geprüft werden. Bewerten Sie dabei Dichtigkeit, Druckverlust, Sedimentverhalten und die Benetzung des Halses. Für kritische Projekte empfiehlt sich ein Erstmusterprüfbericht, der Maßprüfungen, Druckprüfungen und geprüfte Merkmale dokumentiert. Diese Unterlagen sind später die Grundlage für die Serienfreigabe und für die Wareneingangsprüfung.
Für die Lieferantenbewertung zählen neben Preis und Termintreue vor allem die Konstanz der Mündungsmaße, die dokumentierte Druckprüfung und ein belastbares Qualitätsmanagementsystem. Gerade bei druckfesten Flaschen ist die Fähigkeit entscheidend, über Jahre gleichbleibende Wandstärken und Prüfwerte zu liefern. Für wiederkehrende Bedarfe bietet sich ein Rahmenvertrag mit Abrufbestellung an, weil Kombucha-Hersteller häufig in kurzen Kampagnen abfüllen und Flaschen kurzfristig verfügbar sein müssen.

Verpackung, Palettierung und Logistik nach DACH
Glas ist schwer, und bei karbonisierten Getränken kommt der Druck als zusätzlicher Sicherheitsaspekt hinzu. Standard ist die Umverpackung im Versandkarton, in dem die Flaschen durch Einsätze oder Zwischenwände fixiert sind. Druckfeste Flaschen sollten vollständig voneinander getrennt stehen, weil gegenseitiger Kontakt beim Umschlag zu Randabplatzungen führen kann – und eine beschädigte Mündung bedeutet bei karbonisierten Produkten unmittelbar Druckverlust. Prüfen Sie deshalb, ob der Karton eine vollständige Fixierung gewährleistet.
Als Grundlage der Palettierung dient im DACH-Raum die Europalette beziehungsweise EPAL-Palette. Vor der ersten Lieferung sollten Palettentausch, Mietpaletten und der Umgang mit beschädigten oder feuchten Paletten geklärt werden. Auch das Verhältnis von Kartongrundfläche zu Palettenmaß ist wichtig, weil ein überstehender Karton beim Umschlag beschädigt wird. Die zulässige Palettenhöhe muss zu Ihrer Lager- und Transporthöhe passen, und die Containerauslastung ist bei schwerer Ware gesondert zu rechnen.
Holzverpackungen unterliegen den Einschleppvorschriften gemäß ISPM 15. Sie müssen hitzebehandelt oder begast und entsprechend gekennzeichnet sein. Unbehandeltes Holz kann bei der Einfuhr zurückgewiesen oder auf Kosten des Empfängers nachbehandelt werden. Als Empfänger sollten Sie die Kennzeichnung im Wareneingang prüfen und dokumentieren, um bei Rückfragen einen Nachweis zu haben.
Für Seefracht bieten sich die Containerterminals Hamburg, Bremerhaven und Rotterdam als Drehscheiben an. Von dort lässt sich die Ware per Truck oder Bahn in Binnenregionen verteilen, was für Empfänger in Bayern, Baden-Württemberg, Österreich und der Schweiz besonders relevant ist; für Sendungen in den Osten und Südosten gewinnt der Umschlagplatz Duisburg mit Bahnverbindungen an Bedeutung. Für kleinere Mengen bleibt die Sammelgut- oder LCL-Variante sinnvoll. Bei gekühlt zu lieferndem Kombucha sind zusätzlich Temperaturführung und Lieferfenster abzustimmen, weil die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf. Klären Sie in jedem Fall, ob Fracht, Versicherung und Zoll nach FOB, CIF oder DAP abgewickelt werden.
Ein häufig unterschätzter Punkt ist die Beschaffung über mehrere Jahre. Kombucha-Marken wachsen schnell und ändern ihr Sortiment häufiger als klassische Getränkehersteller. Wer die Flasche möglichst lange beibehalten will, sollte deshalb früh prüfen, ob die gewählte Form in einigen Jahren noch verfügbar ist und ob sich Verschluss und Etikett für neue Rezepturen weiterverwenden lassen. Ein Rahmenvertrag mit Abrufbestellung schafft hier Planungssicherheit, weil Mengen und Lieferfenster vorab festgehalten werden und sich einzelne Sorten ohne neue Grundsatzabstimmung nachordern lassen.
Etikettierung und Veredelung im Kühlregal
Etiketten an Kombucha-Flaschen müssen mehr leisten als im trockenen Regal. Das Getränk wird kühl gelagert und geliefert, wodurch Kondenswasser entsteht; ein Etikett, das diese Feuchtigkeit aufnimmt, wellt sich oder löst sich ab. Wählen Sie deshalb Materialien und Klebstoffe, die für feuchte und kalte Umgebungen geeignet sind. Bei Mehrwegflaschen ist zusätzlich die Lösbarkeit im Spülbad entscheidend, weil Rückstände die nachfolgende Etikettierung stören und die Reinigung verteuern.
Für die Markenwirkung stehen mehrere Wege offen. Direkt bedruckte Flaschen überstehen Reinigung und Kühlung deutlich besser als Etiketten und sind deshalb für Mehrwegsysteme attraktiv. Siebdruck erzeugt einen kräftigen Farbauftrag, der auch im beleuchteten Kühlregal auffällt, während eine Teil-Mattierung einzelne Flächen betont und Etiketten optisch rahmt. Bei kleinen Auflagen bleibt das Haftetikett die wirtschaftlichste Lösung, weil es Motivwechsel ohne Werkzeugänderung erlaubt.
Ein Gestaltungspunkt betrifft die Sichtbarkeit des Produkts selbst. Bei Kombucha mit Sediment und Trübung wirkt Klarglas authentisch, während stark eingefärbtes Glas die Naturbelassenheit verdeckt. Wer den Charakter des Produkts betonen will, wählt Klarglas oder leicht grünliches Glas und setzt den Lichtschutz über die Verpackung und die kurze Lagerzeit um. Bei stillen, lichtempfindlichen Rezepturen kann dagegen dunkles Glas sinnvoll sein. Für stillere Varianten lohnt zusätzlich ein Blick auf unsere Glasflaschen für Wasser im Großhandel, weil dort ähnliche Anforderungen an Klarheit und Mündung gelten.
Compliance: LFGB, PPWR und Mehrwegquote
Für den deutschen Markt gilt das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch als zentrale Grundlage. Verpackungen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, müssen so beschaffen sein, dass keine Stoffe in den Inhalt übergehen, die Gesundheit gefährden oder die Zusammensetzung beeinträchtigen. Ergänzend gilt die EU-Rahmenverordnung 1935/2004 für Lebensmittelkontaktmaterialien sowie spezifische Regelungen für Glas, Dichtungen und Verschlüsse. Bei Kombucha sind besonders Dichtring und Kronkorkeneinlage zu dokumentieren, weil sie unmittelbar mit dem Getränk in Kontakt stehen.
Auf europäischer Ebene gewinnt die Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung an Bedeutung. Sie verfolgt die Ziele, Verpackungen zu reduzieren, rezyklierbar zu gestalten und Mehrweg- sowie Kreislaufsysteme zu fördern. Für Getränkeverpackungen werden Rezyklierbarkeit, Rezyklatanteil und Datentransparenz künftig stärker gewichtet. Auch die Mehrwegquote und das Pfand- und Rücknahmesystem sind zentrale Steuerungsgrößen: Sie beeinflussen, welche Flasche als Standard gesetzt wird, und damit die Beschaffungsplanung über mehrere Jahre. Klären Sie mit Ihrem Lieferanten, ob die gewählte Flasche wiederverwendbar ausgelegt werden kann.
Für Produkte mit Alkoholgehalt kommt die Kennzeichnungspflicht hinzu. Hard Kombucha fällt je nach Alkoholgehalt in unterschiedliche rechtliche Kategorien, was Angaben zu Alkoholgehalt, Füllmenge und Zutaten betrifft. Klären Sie diese Einstufung vor der Serienbestellung, weil sich daraus Anforderungen an das Etikett und gegebenenfalls an das Füllvolumen ergeben. Ein Compliance-Dossier mit Materialangaben, Erklärungen zur Lebensmitteleignung und Nachweisen für Dichtungen sollte auf das konkrete Produkt in der gelieferten Kombination verweisen.
Wenn Sie konkrete Anforderungen haben, senden Sie uns Kohlensäuregehalt, gewünschtes Volumen, Flaschenform, Mündung, Verschlusssystem, Zielmenge je Auslieferung und Empfangsadresse. Wir prüfen die Machbarkeit, schlagen passende druckfeste Formen vor und arbeiten die technischen Details in einem Lastenheft aus. Über unser Kontaktformular erreichen Sie das Team für Anfragen und Musteraufbauten direkt.
Häufige Fragen
Welche Flaschen eignen sich für karbonisierten Kombucha?
Für karbonisierten Kombucha sind druckfeste Flaschen mit enger tolerierter Mündung geeignet, die für Kronkorken mit 26 mm oder für einen Bügelverschluss ausgelegt sind. Entscheidend sind zulässiger Betriebsdruck, dokumentierte Druckprüfung und eine maßhaltige Mündung. Welche Flasche zu Ihrem Kohlensäuregehalt passt, legen wir je nach Projekt mit Ihnen fest.
Wie viel Druck hält eine Kombucha-Flasche aus?
Das hängt von Konstruktion, Wandstärke und Auslegungstemperatur ab und wird in der Spezifikation als Betriebsdruck und Prüfdruck angegeben. Da der Innendruck mit der Temperatur deutlich steigt, ist die Bezugstemperatur der Auslegung entscheidend. Die konkreten Werte legen wir je nach Projekt gemeinsam mit Ihnen und anhand Ihrer Rezeptur fest.
Kronkorken oder Bügelverschluss – was ist besser?
Der Kronkorken ist maschinenfreundlich, kostengünstig und druckstabil, weshalb er im karbonisierten Segment dominiert. Der Bügelverschluss ist ohne Werkzeug wiederverschließbar, wirkt hochwertiger und eignet sich gut für Mehrwegsysteme, benötigt aber eine regelmäßige Prüfung des Dichtrings. Die Wahl hängt deshalb von Kanal, Mehrwegstrategie und Abfülllinie ab.
Warum bleibt Sediment in der Flasche?
Bei Flaschengärung setzen sich Hefen und Kulturen als Sediment ab; das ist bei naturbelassenen Produkten normal und wird von einem Teil der Kundschaft erwartet. Für die Verpackung bedeutet das, einen gleichmäßigen Boden ohne schwer zugängliche Vertiefungen zu wählen, damit sich das Sediment vor dem Ausschenken leicht aufschütteln lässt. Alternativ kann die Karbonisierung vor der Abfüllung eingestellt werden.
Sind Kombucha-Flaschen mehrwegfähig?
Grundsätzlich ja, wenn Form, Wandstärke, Etikettierung und Reinigungsprozess darauf ausgelegt sind. Mehrweg setzt gut zugängliche Innenflächen, lösbare Etiketten und eine gleichbleibende Druckfestigkeit über viele Zyklen voraus. Ob sich Mehrweg für Sie rechnet, prüfen wir je nach Projekt gemeinsam mit Ihrer Abfüll- und Reinigungslinie.
Welche Unterlagen brauche ich für die Einfuhr von Kombucha-Flaschen?
Typisch sind Handelsrechnung, Packliste, Ursprungsnachweis, Angaben zur Lebensmitteleignung von Flasche, Verschluss und Dichtung sowie die ISPM-15-Kennzeichnung der Holzverpackung. Je nach Lieferweg kommen Transportdokumente und eine Zolltarifnummer hinzu. Die produktbezogenen Unterlagen stellen wir im Rahmen der Lieferung bereit; die Einfuhrabwicklung erfolgt je nach Projekt durch Sie oder einen beauftragten Spediteur.
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