Wichtigste Punkte
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die 0,5-l-Mehrwegflasche aus braunem oder grünem Glas der Standard; 0,33 l und 0,25 l bedienen Gastronomie, Handelsmarken und den Export.
- Die Mündung ist normiert: Kronkorken mit 26 mm und die passende Mündungsgeometrie entscheiden über Dichtigkeit, Laufruhe und Wiederverwendbarkeit in der Abfülllinie.
- Bierflaschen werden nach Biersorte, Fülllinie und Mehrwegsystem ausgewählt; Mindestmengen, Werkzeugkosten und Dekorationsumfang werden je nach Projekt festgelegt.
Der deutschsprachige Raum ist eine der stärksten Bierregionen der Welt. Deutschland zählt zu den größten Biermärkten überhaupt, Österreich und die Schweiz haben eine lebendige Brauereiszene, und in allen drei Ländern treffen industrielle Großbrauereien auf eine außergewöhnlich breite Craft- und Regionalbrauerlandschaft. Diese Vielfalt stellt besondere Anforderungen an die Verpackung: Eine Flasche muss im Hochgeschwindigkeitsbetrieb der Großbrauerei genauso funktionieren wie in einer kleinen Abfüllanlage mit manueller Krönung. Gleichzeitig ist die Bierflasche im DACH-Raum ein Massenprodukt, bei dem sich Preise und Logistik über Pfennige entscheiden.
Wenn Sie Bierflaschen im Großhandel beschaffen – für Pils, Weizenbier, Kölsch, Alt, Bock oder Craft-Biere – kommt es auf das Zusammenspiel von Biersorte, Flaschenform, Mündung, Mehrwegsystem und Logistik an. Diese Seite führt durch die wichtigsten Entscheidungspunkte, bevor Sie eine Anfrage stellen.

Warum die Bierflasche im DACH-Raum ein Systemartikel ist
Bierflaschen unterscheiden sich von anderen Getränkeverpackungen vor allem dadurch, dass sie in ein engmaschiges Mehrweg- und Poolsystem eingebettet sind. In Deutschland dominiert die normierte Mehrwegflasche, die von vielen Brauereien und Abfüllern gemeinsam genutzt wird. Dadurch entstehen Standarddimensionen, bei denen Flasche, Kasten, Mündung und Etikettenaufbringung aufeinander abgestimmt sind. Wer als Abfüller davon abweicht, muss die Abweichung wirtschaftlich begründen – etwa durch eine markante Sonderform für eine Craft-Linie oder eine Handelsmarke.
Das führt zu einer Besonderheit in der Beschaffung. Anders als bei Spirituosen oder Parfüm ist die Bierflasche weniger ein Markenobjekt als ein Betriebsmittel. Der Fokus liegt auf Prozesssicherheit, gleichbleibenden Toleranzen und einer zuverlässigen Versorgung. Gleichzeitig ist die Bierflasche dennoch sichtbar: Farbe, Form und Etikett bestimmen die Wahrnehmung im Regal und im Kasten. Die Beschaffung muss also beide Seiten bedienen, technische Eignung und Markenauftritt.
Hinzu kommt die Bedeutung des Pfandsystems. Einwegpfand und Mehrwegpfand steuern die Rücklaufquote und damit die Verfügbarkeit von Flaschen. Eine Brauerei, die im Mehrwegsystem arbeitet, benötigt nicht nur Neuglas, sondern auch eine belastbare Flaschendisposition. Wer viele Flaschen im Kreislauf hält, kann Neuglas als Ergänzung für Verluste und Ausmusterung einkaufen; wer neu startet, braucht eine Erstausstattung. Beides erfordert ein gemeinsames Verständnis von Rücklauf, Reinigung und Ausmusterung zwischen Brauerei und Lieferant.
Biersorte und Flaschenwahl
Die Biersorte beeinflusst die Flaschenwahl stärker, als man auf den ersten Blick erwartet. Helle, hopfenbetonte Biere wie Pils werden oft in brauner Flasche abgefüllt, weil UV-Licht die Hopfenaromen schädigt und Lichtgeschmack entstehen lässt. Weizenbiere und manche Bierspezialitäten werden dagegen häufig in grüner Flasche oder in Flaschen mit weiterer Schulter abgefüllt, die den charakteristischen Stil unterstreichen. Für Kölsch und Alt sind regionale Flaschenformen mit spezifischer Halsgeometrie verbreitet, die teils eng an die lokale Tradition gebunden sind.
Bock- und Starkbiere sowie Fest- und Saisonbiere profitieren von einer stabilen, repräsentativen Flasche mit kräftiger Form, die das höhere Gewicht sicher trägt. Craft-Brauer wiederum nutzen die Flasche als Teil des Markenauftritts: individuelle Formen, Sonderfarben und Direktdruck heben das Produkt vom Standard ab. Für Dosen-affine Sortimente ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass Flaschen- und Dosenlinien häufig parallel laufen und die Flasche in eine bestehende Abfüllstruktur passen muss.
| Biersorte | Typisches Volumen | Bevorzugte Glasfarbe | Flaschenform |
|---|---|---|---|
| Pils und Helles | 0,5 l Mehrweg, 0,33 l | Braun oder Grün | Standard-Langhalsflasche, schlanke Schulter |
| Weizenbier | 0,5 l | Braun, teils Grün | Bauchige Weizenflasche mit kräftiger Schulter |
| Kölsch und Alt | 0,2 l, 0,33 l | Braun, teils Klarglas | Regionale Kurzhals- und Sonderformen |
| Bock und Starkbier | 0,33 l, 0,5 l | Braun | Stabile Standflasche mit kräftiger Wand |
| Craft-Bier | 0,33 l, 0,5 l | Frei wählbar, auch Klarglas | Individuelle Formen mit Relief und Dekor |
| Alkoholfreies Bier | 0,33 l, 0,5 l | Braun oder Grün | Standardform, oft mit Etikett in Sonderfarbe |
Für die Ausschreibung ist es sinnvoll, die Biersorte zu nennen und daraus die Anforderungen an Lichtschutz, Volumen und Form abzuleiten. Das erleichtert dem Lieferanten die Vorauswahl und reduziert Rückfragen. Wichtig ist außerdem die Klärung, ob die Flasche im Mehrwegsystem laufen soll. Bei Mehrwegflaschen sind Reinigungsfähigkeit, Etikettenlösbarkeit und Dimensionsstabilität über viele Zyklen hinweg zu gewährleisten – Anforderungen, die die Materialwahl und die Oberflächengestaltung beeinflussen.
Mündung, Kronkorken und Dichtigkeit
Die Bierflasche wird in nahezu allen Fällen mit einem Kronkorken verschlossen. Der Kronkorken hat sich als zuverlässiges, kostengünstiges und maschinenfreundliches System durchgesetzt, das hohe Abfülldrücke aushält und zugleich eine einfache Öffnung per Flaschenöffner erlaubt. Die Mündung der Flasche und der Kronkorken bilden dabei eine konstruktive Einheit: Ein Mündungsrand mit definierter Geometrie sorgt dafür, dass der Kronkorken zentriert aufsetzt und die Dichtung am Rand anliegt.
Für den Einkauf sind Mündungsdurchmesser, Randform und Toleranzen zu spezifizieren. Der Standarddurchmesser für Kronkorken liegt bei 26 mm, doch ist die Kompatibilität mit der Krönungsmaschine im Einzelfall zu prüfen. Bei der Krönung entstehen mechanische Kräfte, die auf den Mündungsrand wirken. Eine zu dünne oder ungleichmäßige Mündungswand kann zu Abplatzungen oder zu unzureichender Dichtigkeit führen. Deshalb sollte die Mündungsqualität in der Wareneingangsprüfung systematisch kontrolliert werden, etwa über Stichproben mit Lehren und Sichtprüfung.
Ein weiteres Thema ist die Sicherheit beim Öffnen. Bierflaschen stehen unter Druck, und bei unsachgemäßer Handhabung oder vorgeschädigten Flaschen kann es zu Glasbruch kommen. Saubere Mündungen, intakte Oberflächen und ein korrekt dimensionierter Mündungsrand reduzieren dieses Risiko. Für Mehrwegflaschen gehört außerdem die Prüfung nach dem Rücklauf dazu: Ausmusterungskriterien wie Randabplatzungen, Risse und Schlieren im Glas sollten definiert und dokumentiert sein, damit vorgeschädigte Flaschen nicht erneut in den Kreislauf gelangen.

Glasfarbe, Wandstärke und Gewicht
Die Glasfarbe ist bei Bier sowohl funktional als auch markenbildend. Braunglas bietet den besten Schutz vor UV-Licht und wird deshalb für hopfenbetonte Biere bevorzugt. Grünglas ist im DACH-Raum ebenfalls weit verbreitet und für viele Sorten üblich, obwohl der Lichtschutz geringer ist als bei Braunglas. Klarglas wird vor allem bei Craft-Bieren und bei Spezialitäten eingesetzt, bei denen die Farbe des Bieres sichtbar sein soll; hier ist auf einen konsequenten Lichtschutz in der Logistikkette zu achten. Sonderfarben wie Blau oder Amber dienen vor allem der Differenzierung im Regal.
Wandstärke und Gewicht sind bei Bierflaschen ein wirtschaftlich bedeutsamer Faktor. Eine schwere Flasche ist stabil und mehrweggeeignet, erhöht aber Frachtkosten und CO₂-Last je ausgelieferter Einheit. Leichtglas ist bei Bier inzwischen weit verbreitet, weil es sich über viele Zyklen bewähren kann und den Transportaufwand reduziert. Voraussetzung ist jedoch eine darauf abgestimmte Linie: Leichtglas reagiert empfindlicher auf mechanische Belastungen, was bei unruhigen Förderstrecken oder bei scharfen Führungen zu Bruch führen kann. Prüfen Sie daher vor der Umstellung, ob Ihre Anlage für Leichtglas geeignet ist.
Für die Spezifikation empfehlen wir, Gesamthöhe, Mündungsdurchmesser, Leergewicht mit Fenster und die Druckfestigkeit als messbare Größen festzuhalten. Ergänzend sollten Kriterien für die Oberflächenqualität definiert werden: keine scharfen Grate, keine sichtbaren Schlieren, gleichmäßige Farbverteilung. Diese Werte lassen sich im Wareneingang prüfen und bilden die Grundlage für eine objektive Lieferantenbewertung. Eine Vorlage für die nötigen Angaben finden Sie in unserer Checkliste für Glasflaschen-Anfragen.
Mehrweg, Reinigung und Kreislauf
Mehrweg ist im DACH-Raum für Bier die dominierende Betriebsform. Eine Mehrwegflasche durchläuft viele Zyklen aus Rückgabe, Transport, Reinigung, Abfüllung und Auslieferung. Damit dieser Kreislauf funktioniert, müssen Flasche, Etikett und Reinigungsprozess aufeinander abgestimmt sein. Etiketten müssen sich im Spülbad zuverlässig lösen, ohne Klebstoffrückstände am Glas zu hinterlassen; die Flasche muss wiederholt Temperaturen von Reinigungslauge und Nachspülung aushalten; der Mündungsrand muss auch nach vielen Zyklen dicht bleiben.
Für die Beschaffung hat das zwei Konsequenzen. Erstens sollte bei der Erstausstattung geklärt werden, welche Reinigungsanlage und welche Lauge eingesetzt werden, damit die Flasche für diesen Prozess geeignet ist. Zweitens sind Ausmusterungskriterien zu definieren, damit beschädigte Flaschen rechtzeitig ausscheiden. Üblich sind Kriterien zu Randabplatzungen, Rissen, Schlieren und zur Restverschmutzung. Ein Mehrwegsystem, das ohne klare Ausmusterung arbeitet, produziert Ausschuss und Reklamationen.
Ein Aspekt, der in der Praxis häufig unterschätzt wird, ist die Abstimmung zwischen Flasche und Etikett im Mehrwegkreislauf. Etiketten müssen sich im Spülbad vollständig ablösen, ohne Rückstände am Glas zu hinterlassen, und dürfen gleichzeitig auf der frisch gefüllten Flasche sicher haften, auch wenn diese noch kühl und feucht ist. Für Brauereien mit hoher Taktzahl ist ein Etikett, das nur teilweise abgelöst wird, ein direkter Kostenfaktor: Es verlangsamt die Reinigungsstraße, erzeugt Nacharbeit und kann die nachfolgende Etikettierung stören. Klären Sie deshalb vor der Einführung eines neuen Etiketts mit dem Etikettenlieferanten und dem Anlagenhersteller, ob das Material für Ihre Lauge und Ihre Spülstraße geeignet ist. Ein einfacher Praxistest mit mehreren Durchläufen im eigenen Haus liefert belastbarere Ergebnisse als jede Produktbeschreibung.
Mehrwegquote und Pfand sind die Steuerungsgrößen des Systems. Einwegpfand und Mehrwegpfand beeinflussen die Rücklaufquote und damit, wie viel Neuglas nachbeschafft werden muss. Ein funktionierender Kreislauf senkt den Materialeinsatz und die Kosten pro Abfüllung deutlich. Für Brauereien, die neu starten oder auf ein anderes Flaschenformat umstellen, ist deshalb eine realistische Bedarfsplanung wichtig: Erstabfüllung, erwartete Rücklaufquote und Ausmusterungsquote ergeben zusammen den Neuglasbedarf im ersten Jahr. Diese Planung sollte mit dem Lieferanten abgestimmt werden, damit Produktionsfenster und Lieferzyklen passen.
Ausschreibung, Wareneingangsprüfung und Lieferantenbewertung
Für professionelle Beschaffung im DACH-Raum ist ein Lastenheft der richtige Ausgangspunkt. Darin werden Biersorte, Volumen, Glasfarbe, Flaschenform, Mündung, Kronkorken-Kompatibilität, Verpackungseinheit und Prüfkriterien festgehalten. Ergänzend sollten Angaben zur Mehrwegfähigkeit und zur Etikettenlösbarkeit enthalten sein. Auf dieser Basis lassen sich Angebote mehrerer Lieferanten vergleichen. Wer ohne Lastenheft anfragt, erhält Angebote für unterschiedliche Produkte und kann sie nicht sauber gegenüberstellen.
Die Wareneingangsprüfung hat bei Bierflaschen einen besonders hohen Stellenwert, weil die Stückzahlen groß sind und Fehler sich über die gesamte Charge fortsetzen. Bewährt hat sich eine Stichprobenprüfung mit Protokoll: Maßhaltigkeit an Höhe und Mündung, Sichtprüfung auf Grate, Schlieren und Farbabweichungen, Prüfung der Etikettenhaftung und eine Funktionsprobe der Krönung. Diese Prüfung sollte in der eigenen Linie erfolgen, damit Korrekturen noch vor der Serienabfüllung möglich sind. Bei Auffälligkeiten ist eine Rückmeldung an den Lieferanten mit Messwerten wichtiger als eine pauschale Reklamation.
Für die Lieferantenbewertung zählen neben Preis und Termintreue vor allem Konstanz der Maße, Reklamationsquote, Reaktionszeit und Transparenz bei Prozessänderungen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Versorgungssicherheit über das Jahr, denn Brauereien füllen in Kampagnen ab und können Lieferverzögerungen nicht einfach ausgleichen. Wer seine Beschaffung über mehrere Lieferanten streut, sollte die Spezifikationen identisch halten, damit ein Wechsel ohne Umbau möglich bleibt. Wie Sie die Erstbeschaffung strukturieren, zeigt unsere Beschaffungs-Checkliste für Glasverpackungen.

Kästen, Palettierung und Logistik
Bierflaschen werden im DACH-Raum fast immer im Mehrwegkasten oder im Karton auf Paletten bewegt. Der Kasten ist dabei nicht nur Transportmittel, sondern Teil des Rücklaufsystems und der Markenpräsenz. Für die Beschaffung der Flaschen ist wichtig, dass Flaschenmaße und Kastenaufnahme zusammenpassen. Ein Kasten, der für eine bestimmte Flaschenhöhe ausgelegt ist, nimmt eine abweichende Flasche nicht sicher auf. Bei einem Wechsel des Flaschenformats ist deshalb zu prüfen, ob Kasten oder Trageinheit angepasst werden müssen. Das betrifft auch die Stapelbarkeit und die Ladeeinheit auf der Palette.
Für den Transport dient im DACH-Raum die Europalette beziehungsweise EPAL-Palette als Grundmaß. Vor der ersten Lieferung sollten Palettentausch, Mietpaletten und die Behandlung beschädigter Paletten geklärt sein. Ebenfalls zu klären sind die zulässige Stapelhöhe und die Sicherung der Ladung. Bierflaschenkästen haben ein hohes Gewicht; unzureichende Sicherung führt im Lkw und im Container zu Ladungsschäden. Für den Export in Übersee sind zusätzliche Anforderungen zu beachten: Kartons müssen druckstabil sein, und die Holzverpackung muss gemäß ISPM 15 behandelt und gekennzeichnet sein. Fehlende Kennzeichnungen führen regelmäßig zu Rückfragen oder Rückweisungen bei der Einfuhr.
Für Seefracht sind Hamburg, Bremerhaven und Rotterdam die wichtigsten Drehscheiben. Von dort verteilt sich die Ware per Truck oder Bahn in die deutschen Binnenregionen, nach Österreich und in die Schweiz. Für kleinere Mengen ist die Sammelgutlogistik geeignet, bei der Paletten mit weiteren Sendungen gebündelt werden. Klären Sie stets die Incoterms: FOB, CIF und DAP verteilen Kosten, Risiko und Pflichten unterschiedlich. Für Brauereien mit saisonalen Spitzen ist ein abgestimmter Lieferplan wichtiger als der theoretisch niedrigste Stückpreis, weil ein Lieferausfall in der Kampagne unmittelbar Umsatz kostet.
Compliance und Qualitätsanforderungen
Für den deutschen Markt gelten das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch sowie die europäischen Rahmenvorschriften für Lebensmittelkontaktmaterialien. Glas ist inert und für den Lebensmittelkontakt geeignet, doch sind bei Bierverpackungen weitere Elemente zu berücksichtigen: das Etikett, die Etikettenklebstoffe und gegebenenfalls die Bedruckung. Bei Kronkorken kommt die Innenbeschichtung hinzu, die den Kontakt zum Getränk abdichtet. Für Abfüller bedeutet dies, dass der Kronkorken als lebensmittelkontaktierender Teil der Verpackung dokumentiert sein sollte. Pauschale Erklärungen zum Werkstoff Glas genügen nicht, wenn die Dichtung nicht abgedeckt ist.
Auf europäischer Ebene gewinnen Anforderungen an Verpackungsvermeidung, Rezyklierbarkeit und Kreislauffähigkeit an Bedeutung. Für Getränkeverpackungen werden Rezyklierbarkeit, Transparenz und Datenerfassung stärker gewichtet. Die Bierflasche hat hier einen strukturellen Vorteil, weil Mehrweg und Pfand im DACH-Raum seit Jahrzehnten etabliert sind und die Rücklaufquote hoch ist. Dieser Vorteil lässt sich nur halten, wenn Reinigungsprozesse, Ausmusterung und Etikettenverarbeitung sauber ablaufen. Eine hohe Ausmusterungsquote senkt die Kreislaufeffizienz und erhöht den Bedarf an Neuglas.
Für Brauereien mit mehreren Abfülllinien ist es außerdem sinnvoll, die Flaschenspezifikation linienübergreifend zu vereinheitlichen. Wenn eine 0,5-l-Flasche auf zwei oder drei Linien läuft, sinkt die Komplexität in Einkauf, Lager und Umrüstung erheblich, weil nur ein Flaschenformat disponiert werden muss. Wo unterschiedliche Formate nötig sind, sollte zumindest die Mündung einheitlich bleiben, damit Kronkorken, Krönungswerkzeuge und Etiketten nicht getrennt bevorratet werden müssen. Diese Vereinheitlichung zahlt sich besonders bei saisonalen Spitzen aus, wenn kurzfristig zusätzliche Mengen abgefüllt werden. Klären Sie vor der Entscheidung, welche Linien welche Formate technisch verarbeiten können und wie hoch der Umrüstaufwand zwischen den Formaten ist.
Ein weiterer Aspekt betrifft die Dokumentation. Für eine belastbare Lieferantenbewertung sollten Maße, Sichtprüfungen und Funktionsproben nachvollziehbar festgehalten werden. Ein einfaches Prüfprotokoll mit Messwerten über mehrere Lieferungen hinweg zeigt, ob ein Lieferant stabil produziert oder ob die Qualität schwankt. Bei Abweichungen lässt sich so gezielt nachfassen, statt jede Lieferung pauschal zu beanstanden. Diese Dokumentation bildet zugleich die Grundlage für ein Erstmusterprüfprotokoll bei einem späteren Lieferantenwechsel. Wenn Sie Ihre Anforderungen mit uns abstimmen möchten, erreichen Sie das Team für Anfragen und Musteraufbauten über unser Kontaktformular.
Ein weiterer Compliance-Aspekt betrifft die Kennzeichnung. Auf der Flasche und auf der Verpackung müssen die Angaben vorhanden sein, die für den jeweiligen Markt vorgeschrieben sind. Dazu können die Bezeichnung des Lebensmittels, die Füllmenge, der Name und die Anschrift des Lebensmittelunternehmers, das Mindesthaltbarkeitsdatum sowie gegebenenfalls Nährwertangaben und die Loskennzeichnung gehören. Bei Bier ist zusätzlich die Angabe des Alkoholgehalts üblich, und für bestimmte Kategorien gelten weitere Hinweise. Für Brauereien mit mehreren Zielländern ist es sinnvoll, die Etikettenlayouts so zu gestalten, dass Anpassungen an unterschiedliche Rechtsräume ohne Neugestaltung möglich sind. Klären Sie frühzeitig, welche Angaben auf dem Etikett, welche auf dem Karton und welche auf einem Beiblatt stehen, weil sich daraus unterschiedliche Druck- und Logistikkosten ergeben.
Für einen belastbaren Nachweis empfiehlt sich ein Compliance-Dossier mit Materialangaben, Erklärungen zur Lebensmitteleignung und Angaben zu Etiketten und Verschluss. Alle Dokumente sollten auf das konkrete Produkt in der gelieferten Kombination verweisen. Wenn Sie Bierflaschen mit individuellem Markenauftritt benötigen, verweisen wir auf unsere kundenspezifischen Bierflaschen. Für Sortimentsentscheidungen im Getränkehandel ist außerdem ein Blick auf unsere Seite zum Glasflaschen-Großhandel hilfreich, weil sich viele Beschaffungsfragen über Kategorien hinweg übertragen lassen.
Häufige Fragen
Welche Flaschengrößen sind für Bier im DACH-Raum üblich?
In Deutschland ist die 0,5-l-Mehrwegflasche der Standard, gefolgt von 0,33 l. Im Gastronomiebereich sind 0,33 l und 0,25 l verbreitet, während 0,2 l vor allem bei regionalen Sorten wie Kölsch vorkommt. Für Handelsmarken und den Export sind ebenfalls 0,33 l und 0,5 l üblich. Welche Formate für Ihr Sortiment passen, klären wir je nach Projekt gemeinsam mit Ihnen.
Welche Glasfarbe ist für Bier die richtige?
Braunglas bietet den besten Schutz vor UV-Licht und eignet sich besonders für hopfenbetonte Biere. Grünglas ist im DACH-Raum weit verbreitet und für viele Sorten üblich. Klarglas wird vor allem bei Craft-Bieren eingesetzt, wenn die Bierfarbe sichtbar sein soll. Die Wahl ist eine Kombination aus Lichtschutzbedarf und Markenauftritt.
Kann ich Bierflaschen im Mehrwegsystem nutzen?
Ja, Mehrweg ist im DACH-Raum für Bier die dominierende Betriebsform. Voraussetzung ist, dass Flasche, Etikett und Reinigungsprozess aufeinander abgestimmt sind und klare Ausmusterungskriterien definiert werden. Ob sich Mehrweg für Ihre Mengen und Rücklaufwege rechnet, prüfen wir je nach Projekt gemeinsam mit Ihrer Abfüll- und Reinigungslinie.
Welcher Kronkorken passt zu meiner Flasche?
Standard ist der Kronkorken mit 26 mm Durchmesser. Entscheidend ist jedoch die Geometrie der Mündung, denn sie sorgt für zentriertes Aufsetzen und dichte Anlage. Wir empfehlen, Flasche und Kronkorken in abgestimmter Paarung zu beziehen und die Krönung vor der Serienfreigabe in einem Funktionsmuster zu prüfen.
Sind Bierflaschen für Leichtglas geeignet?
Leichtglas ist bei Bier verbreitet und kann über viele Zyklen stabil laufen, wenn die Abfülllinie darauf abgestimmt ist. Leichtglas reagiert empfindlicher auf mechanische Belastungen, deshalb sind ruhige Förderstrecken und saubere Führungen wichtig. Ob Leichtglas für Ihre Anlage infrage kommt, klären wir je nach Projekt anhand Ihrer Linienparameter.
Welche Unterlagen brauche ich für die Einfuhr von Bierflaschen?
Typisch sind Handelsrechnung, Packliste, Ursprungsnachweis, Angaben zur Lebensmitteleignung der Verpackung sowie die ISPM-15-Kennzeichnung der Holzverpackung. Je nach Lieferweg kommen Transportdokumente und eine Zolltarifnummer hinzu. Die produktbezogenen Unterlagen stellen wir im Rahmen der Lieferung bereit; die Einfuhrabwicklung erfolgt je nach Projekt durch Sie oder einen beauftragten Spediteur.
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