Wichtigste Punkte
- Sektflaschen müssen druckstabil sein: Zwischen etwa 4 und 6 bar Innendruck bei der Gärung bestimmen Wandstärke, Glasverteilung und die zulässige Nachfüllbarkeit der Flasche.
- Die Flaschenform entscheidet über Positionierung und Abfülltechnik – Schlegel-, Burgunder-, Champagner- und Korbflaschen unterscheiden sich in Schulter, Hals und Gewichtsprofil deutlich.
- Korken mit Drahtkorb, Kronkorken oder Sektkorken sind je nach Produktionslinie und Marktsegment zu wählen; Mindestmengen, Werkzeugkosten und Lieferfenster werden je nach Projekt festgelegt.
Der deutschsprachige Raum gehört zu den wichtigsten Schaumweinmärkten der Welt. Deutschland zählt traditionell zu den größten Sektkonsumenten überhaupt, Österreich hat mit dem österreichischen Sekt und dem Weinbau rund um Wien eine eigenständige Schaumweinkultur, und in der Schweiz wird der einheimische Schaumwein seit Jahren stark nachgefragt. Dazu kommen Winzergenossenschaften, private Sektkellereien, Craft-Getränkeproduzenten mit Perlwein und Spritz-Varianten sowie eine wachsende Zahl von Betrieben, die alkoholfreien Schaumwein und Fruchtperlwein abfüllen. Alle eint ein gemeinsamer Nenner: Sie brauchen eine Flasche, die unter Druck dicht bleibt und zugleich die Marke trägt.
Wenn Sie Sektflaschen im Großhandel beschaffen – für Sekt, Prosecco, Crémant, Cava, Schaumwein oder Perlwein – kommt es auf ein sauberes Zusammenspiel von Form, Druck, Verschluss und Logistik an. Diese Seite führt durch die technischen und kaufmännischen Entscheidungen, die vor der Anfrage geklärt sein sollten.

Warum Sektflaschen ein Druckbehälter sind
Eine Schaumweinflasche ist kein normales Behältnis, sondern ein druckhaltendes Bauteil. Während der zweiten Gärung entsteht Kohlendioxid im geschlossenen Behälter, und der Innendruck liegt je nach Produkt und Temperatur typischerweise zwischen etwa 4 und 6 bar. Eine korrekt ausgelegte Sektflasche hält diese Last nicht durch zusätzliche Wandstärke allein, sondern durch ihre Konstruktion: Die drucktragende Glasverteilung an Schulter und Hals, eine gleichmäßige Wandstärke und eine porenarme Oberfläche sorgen dafür, dass die Belastung über die gesamte Form abgetragen wird.
Für den Einkauf folgt daraus eine wichtige Konsequenz. Sektflaschen dürfen nicht mit Weinflaschen gleicher Optik verwechselt werden, auch wenn sie ähnlich aussehen. Weinflaschen sind für deutlich niedrigere Drücke ausgelegt und haben eine andere Glasverteilung sowie häufig eine andere Mündung. Wird eine Weinflasche für die Flaschengärung verwendet, kann sie unter Druck versagen – ein Sicherheitsrisiko für das Personal und ein Qualitätsrisiko für das Produkt. Als Abfüller sollten Sie daher immer die Druckfestigkeit und die Eignung für die Flaschengärung ausdrücklich spezifizieren.
Auch die Wiederverwendung hängt an diesem Punkt. Eine mehrwegfähige Sektflasche muss nicht nur die Erstgärung überstehen, sondern mehrere Spül- und Füllzyklen sowie die mechanischen Belastungen der Linie. Kratzer im Glas, Randabplatzungen an der Mündung und Mikrorisse reduzieren die Druckfestigkeit. Deshalb gehört zur Mehrwegfähigkeit immer ein Prüfkonzept, das die Flaschen nach dem Rücklauf vor der Wiederbefüllung kontrolliert.
Flaschenform: Schlegel, Burgunder, Champagner und Korb
Die klassische Sektflasche in Schlegelform ist der deutsche Standard: schlanker Körper, deutliche Schulter, langer Hals. Sie wirkt kühl, zugänglich und findet sich in den Regalen von Discountern bis zum Fachhandel. Die Burgunderform mit ihren weicheren Schultern und dem breiteren Körper hingegen signalisiert Fülle und Premiumanspruch und ist in der Gastronomie ebenso verbreitet wie bei Winzergenossenschaften. Ferner steht die Champagnerform zur Verfügung, die breitere Schultern und einen kräftigeren Körper mit weiter Mündung verbindet – sie wird gerne für hochwertige Cuvees gewählt.
Daneben gibt es Sonderformen, die ästhetisch oder funktional begründet sind. Die Korbflasche umgibt den Glasbauch mit Weidengeflecht und ist vor allem in Süddeutschland, Österreich und Teilen der Schweiz mit Trauben- und Obstperlwein verbunden. Flaschen mit sichtbarem Bodenpfund oder mit Relief im Glas geben der Marke ein haptisches Profil, das im Verkaufsregal auffällt. Für alkoholfreie Varianten und Fruchtperlwein sind teils leichtere Formen mit kürzerem Hals im Einsatz, weil der Innendruck geringer ausfällt.
| Flaschenform | Charakteristik | Druckfestigkeit | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Schlegelform | Schlanker Körper, deutliche Schulter, langer Hals | Hohe Druckfestigkeit, klassischer Sektstandard | Deutscher Sekt, Prosecco-Stil, Handelsmarken |
| Burgunderform | Breiterer Körper, weiche Schulter, elegante Linie | Hohe Druckfestigkeit, Premiumprofil | Crémant, Winzergenossenschaften, Gastronomie |
| Champagnerform | Breite Schultern, kräftiger Körper, weite Mündung | Höchste Anforderung an Druckverteilung | Cuvées, Cava, klassische Flaschengärung |
| Korbflasche | Glasbauch mit Weidengeflecht umhüllt | Mittlere bis hohe Druckfestigkeit je Ausführung | Trauben- und Obstperlwein, regionale Spezialitäten |
| Leichtform für Perlwein | Kompakter Körper, kürzerer Hals, geringeres Gewicht | Für niedrigeren Innendruck ausgelegt | Alkoholfreier Schaumwein, Fruchtperlwein |
| Sonderform mit Relief | Strukturierte Oberfläche, Bodenpfund oder Prägung | Hohe Druckfestigkeit bei korrekter Auslegung | Markenartikel, Geschenk- und Premiumlinien |
Die Wahl der Form ist keine reine Designfrage. Sie beeinflusst die Anforderungen an die Füllanlage, an Förderbänder, an Greifer und an die Etikettierung. Eine Flasche mit ausgeprägter Schulter benötigt andere Führungen als eine schlanke Schlegelflasche. Klären Sie deshalb vor der Serienbestellung, ob Ihre Abfüll- und Verkorkungslinie für die gewählte Form bereits eingerichtet ist oder ob Umstellungen nötig werden.
Mündung, Verschluss und Drahtkorb
Die Mündung ist der kritischste Bereich der Sektflasche. Für die klassische Flaschengärung mit Naturkorken ist eine Mündung vorgesehen, die den Korken aufnimmt, ihn während der Gärung hält und beim Öffnen kontrolliert freigibt. Üblich ist die Kombination aus Korken, Drahtkorb und Metallkapsel, wobei der Drahtkorb verhindert, dass der Korken vorzeitig austritt. Für Produktionslinien, die ohne Naturkorken arbeiten, kommen Kronkorken zum Einsatz, die während der Gärung und Reifung einen dichten Verschluss bieten. Beide Systeme stellen unterschiedliche Anforderungen an Mündungsdurchmesser und -form.
Für den Einkauf sind drei Werte zu spezifizieren: Mündungsdurchmesser, Form des Mündungsrandes und Toleranzen. Der Mündungsrand muss so gestaltet sein, dass der Verschluss zentriert aufsetzt und abdichtet, ohne dass Mikrorisse entstehen. Gleichzeitig dürfen scharfe Kanten weder beim Personal noch an der Maschine Probleme verursachen. Bei Kronkorken ist außerdem die Kompatibilität mit der Verkronungsmaschine zu prüfen, bei Korkverschlüssen die Passung zu Korkenformat und Verkorkungsanlage. Gerade beim Wechsel von Kronkorken auf Korken – oder umgekehrt – ist eine Musterfreigabe unerlässlich.
Ein häufiger Fehler in der Beschaffung ist die getrennte Bestellung von Flasche und Verschluss bei unterschiedlichen Lieferanten, ohne Funktionsmuster. Das führt regelmäßig zu Passungsproblemen, die erst in der Linie sichtbar werden. Wenn Sie Verschluss und Flasche getrennt beziehen, verlangen Sie ein abgestimmtes Musterpaket und prüfen Sie die Dichtigkeit unter Druck, bevor Sie die Serie freigeben.

Glasfarbe, Wandstärke und Lichtschutz
Grünglas ist die klassische Farbe der Sektflasche, weil es dem Produkt Lichtschutz bietet und zugleich die Erwartung des Verbrauchers trifft. Daneben kommen Braunglas für bestimmte Rebsorten und Stile, Klarglas für moderne, transparente Markenauftritte sowie Bernstein- und Sonderfarben für Craft- und Nischenprodukte infrage. Die Farbwahl beeinflusst, wie sich die Flüssigkeit im Regal darstellt, und ist deshalb eine Marketingentscheidung ebenso wie eine technische. Für klare Gläser ist zu beachten, dass das Produkt selbst farbstabil sein muss, weil UV-Licht den Geschmack beeinträchtigen kann.
Wandstärke und Glasverteilung bestimmen Gewicht und Druckfestigkeit. Eine druckstabile Sektflasche ist schwerer als eine Weinflasche vergleichbaren Volumens, weil die Flächendruckverteilung über Schulter und Hals mehr Material erfordert. Leichtbau ist bei Schaumwein nur begrenzt möglich, weil jede Gewichtsreduktion die Sicherheitsreserve unter Druck verringert. Wer das Gewicht senken will, muss dies über die Form und die Glasverteilung lösen, nicht über eine gleichmäßige Reduktion der Wandstärke. Für die Ausschreibung sind Leergewicht mit zulässigem Fenster, zulässige Abweichung der Höhe und die Mindestdruckfestigkeit als Werte zu nennen.
Für die Qualitätssicherung empfiehlt sich eine Prüfung auf gleichmäßige Wandstärke, porenarme Oberfläche und sauberen Mündungsrand. Diese Merkmale lassen sich im Wareneingang mit geeigneten Lehren und Stichproben prüfen. Wer eine Sektflasche ausschließlich nach Farbe und Preis einkauft, trägt ein Sicherheitsrisiko, das sich erst in der Flaschengärung oder beim Öffnen zeigt. Unsere Anforderungen an die Erstmusterprüfung finden Sie in der Checkliste für Glasflaschen-Anfragen.
Ausschreibung, Lastenheft und Qualitätsprüfung
Bei Sektflaschen hat sich ein strukturiertes Beschaffungsverfahren im DACH-Raum durchgesetzt. Das Lastenheft beschreibt Anforderungen an Form, Volumen, Mündung, Glasfarbe, Druckfestigkeit, Leergewicht und Verschluss. Ergänzt wird es durch Angaben zur Verpackungseinheit, zur Kennzeichnung und zu den Prüfmethoden. Auf dieser Grundlage lassen sich Angebote objektiv vergleichen. Wer mehrere Lieferanten anfragt, sollte auf identischen Spezifikationen bestehen, weil die Vergleichbarkeit sonst nicht gegeben ist.
Für die Lieferantenbewertung sind bei Sektflaschen besonders die Konstanz der Druckfestigkeit und die Sauberkeit der Mündung wichtig. Reklamationen betreffen selten die Grundform, sondern fast immer Detailabweichungen: ungleichmäßige Wandstärke, Grat am Mündungsrand oder Maßabweichungen an der Schulter. Diese Punkte lassen sich mit einer festen Stichprobenprüfung im Wareneingang systematisch erfassen. Empfehlenswert ist ein Prüfprotokoll mit Messwerten, das über die Zeit Auskunft über die Prozessstabilität des Lieferanten gibt.
Als Freigabeprozess hat sich eine Staffelung bewährt: technisches Angebot, Musterflasche, Abfülltest unter Druck, Serienmuster und Serienfreigabe. Der Abfülltest ist der entscheidende Schritt. Erst wenn die Flasche unter realen Bedingungen mit Korken oder Kronkorken unter Druck dicht bleibt, ist die Auswahl abgesichert. Wie Sie die gesamte Beschaffung strukturieren und dokumentieren, zeigt unsere Beschaffungs-Checkliste für Glasverpackungen.
Etikettierung, Kapsel und Veredelung
Sektflaschen werden klassisch etikettiert, zunehmend aber auch mit Direktdruck, Siebdruck oder Kapseln veredelt. Ein Halsetikett, ein Rückenetikett und eine Brustetikett in Kombination prägen das Markenbild. Für Winzergenossenschaften und Kellereien ist die Etikettierung häufig der einzige Individualisierungsschritt; die Flasche bleibt Standard. Für Marken wiederum kann Siebdruck in mehreren Farben oder ein eingebranntes Dekor die Wertigkeit erhöhen. Entscheidend ist die Beständigkeit im Kühlschrank oder im Eisbottich: Etiketten mit löslichen Klebstoffen können sich bei Kondenswasser lösen und die Wahrnehmung des Produkts beeinträchtigen.
Die Kapsel über dem Verschluss erfüllt mehrere Aufgaben. Sie schützt den Korken vor Austrocknung, dient als Manipulationsschutz und ist die sichtbarste Stelle der Marke am Hals. Kapseln gibt es in Metall, Kunststoff und Papier sowie als personalisierte Ausführung mit Prägung oder Farbverlauf. Für Metallkapseln sind Länge, Innendurchmesser und Aufsetzhöhe auf die Mündung abzustimmen. Bei Korkenverschluss sollte die Kapsel über den Drahtkorb reichen, bei Kronkorken korrekt aufsitzen. Für die Serienfertigung ist ein Musteraufbau mit Kappe und Kapsel zu empfehlen, weil sich Passung und Erscheinung erst dann zuverlässig beurteilen lassen.
Auch die Flaschenoberseite ist ein kleines Gestaltungselement, das in der Beschaffung oft unterschätzt wird. Ein Bodenpfund, eine Reliefprägung oder eine unterscheidbare Bodenmarke unterstützen die Markenidentität und helfen der Abfülllinie bei der Orientierung. Klären Sie frühzeitig, ob solche Merkmale gewünscht sind, weil sie die Formkonstruktion und das Werkzeugprojekt beeinflussen. Ein nachträglicher Wunsch nach Prägung ist deutlich aufwendiger als eine frühzeitige Integration in die Form. Für individuelle Formen und Höchstwertigkeiten verweisen wir auf unsere kundenspezifischen Weinflaschen, deren Erfahrungswissen auch in Schaumweinprojekte einfließt.

Palettierung, Logistik und ISPM 15
Glas ist schwer, und Sektflaschen gehören zu den schwersten Getränkeverpackungen überhaupt. In der Logistik entscheidet deshalb die Verpackungs- und Palettenlogik über Kosten und Schadensquote gleichermaßen. Üblich sind Kartons mit Trennwänden, die jede Flasche fixieren, sowie einzelne Flaschenlagen mit Zwischenpappe. Für Containerfracht sind kantenstabile Kartons, ausreichend Stapelfestigkeit und eine gute Innenpolsterung entscheidend. Kartons ohne ausreichende Festigkeit führen bei mehrlagiger Beladung zu gebrochenen Hälsen und zu einem hohen Ausschuss.
Als Grundlage dient im DACH-Raum die Europalette beziehungsweise EPAL-Palette. Vor der ersten Lieferung sollten Palettentausch, Mietpaletten und die Rückgabe beschädigter Paletten geklärt werden. Auch das Palettenmaß muss zur Verpackung passen: Ein Karton, der über die Palettenkante hinausragt, wird beim Umschlag beschädigt; ein Karton, der zu klein ist, verrutscht beim Transport. Für die Höhenbegrenzung in Container und Lkw ist die zulässige Stapelhöhe mit der Flaschenhöhe abzustimmen, damit die Ladung sicher steht und zugleich das Ladevolumen optimal genutzt wird.
Holzverpackungen unterliegen den Einschleppvorschriften gemäß ISPM 15. Paletten, Kisten und Unterleghölzer müssen hitzebehandelt oder begast und entsprechend gekennzeichnet sein. Eine fehlende oder fehlerhafte Kennzeichnung kann bei der Einfuhr zu Rückweisung oder kostenpflichtiger Nachbehandlung führen. Als Empfänger sollten Sie die Kennzeichnung im Wareneingang prüfen und dokumentieren, damit bei Rückfragen ein Nachweis vorliegt.
Ein weiterer logistischer Punkt betrifft Temperaturführung und Lagerung. Schaumwein reagiert empfindlich auf starke Temperaturschwankungen, und Glas verträgt schnelle Wechsel zwischen warm und kalt nur begrenzt. Eine Lieferung, die im Sommer auf einem ungeschützten Hof zwischengelagert wird, kann beim anschließenden Umschlag Bruch und Ausmusterung erzeugen. Deshalb sollten Entladung, Zwischenlagerung und Übergabe an den Abfüllbetrieb zeitlich abgestimmt werden. Für Kellereien mit knapper Lagerkapazität ist eine getaktete Anlieferung in mehreren Teilmengen häufig sinnvoller als eine große Lieferung auf einmal, weil kürzere Standzeiten die Schadensquote senken und Lagerfläche freihalten. Klären Sie außerdem, wer die Entladung übernimmt und ob eine Rampe oder ein Hubwagen am Zielort vorhanden ist – fehlende Entladeausrüstung führt regelmäßig zu Wartezeiten, die dem Spediteur und damit Ihnen in Rechnung gestellt werden.
Für die Seefracht bieten Hamburg, Bremerhaven und Rotterdam als Drehscheiben gute Verbindungen. Von dort lässt sich die Ware per Truck oder Bahn in die deutschen Binnenregionen, nach Österreich und in die Schweiz verteilen. Für kleinere Mengen ist die Sammelgutlogistik sinnvoll, bei der Paletten mit anderen Sendungen gebündelt werden. Klären Sie die Incoterms: FOB, CIF oder DAP verteilen Kosten, Risiko und Pflichten unterschiedlich. Wer die Einfuhr selbst abwickelt, braucht eine Verzollungs- und Transportorganisation, die zu den Lieferfenstern der Kellerei passt, denn Sektkampagnen folgen einem festen Kalender.
Nachhaltigkeit, Mehrwegquote und Pfand
Sektflaschen stehen im Zentrum der europäischen Diskussion über Verpackungsvermeidung, Rezyklierbarkeit und Mehrweg. Die Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung verfolgt das Ziel, Verpackungen zu reduzieren, rezyklierbar zu gestalten und Kreislaufmodelle zu fördern. Für Getränkeverpackungen gewinnen Anforderungen an Rezyklierbarkeit, Materialtransparenz und Datenerfassung an Bedeutung. Schaumweinflaschen sind wegen ihres Gewichts ein naheliegender Ansatzpunkt, doch ist der Spielraum wegen der Druckanforderung begrenzt. Ökologische Verbesserung entsteht daher vor allem über höhere Rücklaufquoten, optimierte Reinigungsprozesse und reduzierte Bruchquoten.
Mehrwegquote und Pfandsystem sind die Steuerungsgrößen dieser Entwicklung. Bei Schaumwein ist Mehrweg im Handel nicht so verbreitet wie bei Bier und Wasser, doch im Gastronomie- und Eventbereich mit festen Rückläufen kann ein Mehrwegkreislauf wirtschaftlich sein. Wird eine Flasche als Mehrwegflasche eingesetzt, müssen Reinigungsfähigkeit, Etikettenlösbarkeit und Dimensionsstabilität über viele Zyklen gewährleistet sein. Etiketten mit schlecht lösbarem Klebstoff verlangsamen die Spülstraße und erhöhen den Reinigungsaufwand. Wer einen Kreislauf aufbauen möchte, sollte dies von Anfang an in der Spezifikation berücksichtigen. Wenn Sie eine Flasche speziell für einen Mehrwegkreislauf auslegen lassen möchten, ist ergänzend ein Blick auf unsere kundenspezifischen Glasflaschen hilfreich, weil sich Reinigungsfähigkeit und Dimensionsstabilität am besten bei der Formkonstruktion berücksichtigen lassen.
Zusammenarbeit mit Winzergenossenschaften und Kellereien
Winzergenossenschaften und Sektkellereien kaufen anders ein als Markeninhaber. Bei Genossenschaften stehen Planbarkeit, gleichbleibende Qualität über Jahrgänge und ein stabiler Preis im Vordergrund. Die Flasche ist Teil eines wiederkehrenden Ablaufs, der mit Lese, Gärung, Reifung und Abfüllung synchronisiert ist. Deshalb ist die Lieferterminologie hier besonders wichtig: Eine Verzögerung wirkt sich direkt auf den Abfüllplan und damit auf die Markteinführung aus. Bei Markeninhabern und Importeuren hingegen sind Formindividualität, Dekorationsgrad und die Positionierung im Regal die treibenden Faktoren.
Für beide Gruppen lohnt sich eine Partnerschaft, die über die Einzelbestellung hinausgeht. Wenn der Lieferant die Abfülllinie, die Verschlussart und die Etikettenverarbeitung kennt, lassen sich Flaschen auf die bestehenden Prozesse optimieren und Ausschuss reduzieren. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, den gleichen Farbton und die gleiche Form über mehrere Jahre zu halten. Bei Sektmarken mit langen Zyklen ist Kontinuität oft wertvoller als ein einmaliger Preisvorteil.
Ein praktischer Hinweis betrifft die Ausschreibung selbst. Weil Sektflaschen in großen Stückzahlen über Jahre bezogen werden, lohnt es sich, den Preis nicht als Einmalwert, sondern als Rahmen über eine Laufzeit zu verhandeln. Wichtiger als der niedrigste Anfangsstückpreis ist häufig die Planbarkeit des Preises über die Saison. Ergänzend ist die Definition eines Mindesthaltbarkeits- und Nachlieferrechts sinnvoll, damit Kampagnen nicht durch Lieferengpässe gefährdet werden. Für die Lieferantenbewertung zählt neben der Reklamationsquote auch die Fähigkeit, den gleichen Farbton und die gleiche Mündung über Jahre konstant zu halten – bei einer Marke mit langer Reifezeit ist diese Kontinuität oft der entscheidende Faktor, weil ein Wechsel der Flasche Anpassungen an Linie, Etikett und Kapsel nach sich zieht.
Wir begleiten Projekte von der Erstbemusterung bis zur Serienlieferung und arbeiten auf Basis von Spezifikation, Musteraufbau, Abfülltest und Serienfreigabe. Wenn Sie Sektflaschen im Großhandel beschaffen und dabei Wert auf Druckfestigkeit, exakte Mündung und eine verlässliche Logistik nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz legen, senden Sie uns Ihre Anforderungen. Über unser Kontaktformular erreichen Sie das Team für Anfragen und Musteraufbauten direkt. Für die Beschaffung von Weinflaschen aus dem gleichen Umfeld lohnt ergänzend ein Blick auf unsere Seite zum Weinflaschen-Großhandel.
Häufige Fragen
Welchen Druck muss eine Sektflasche aushalten?
Bei der klassischen Flaschengärung liegen die Innendrücke je nach Produkt und Temperatur typischerweise zwischen etwa 4 und 6 bar. Die Flasche muss diesen Druck dauerhaft halten, ohne zu verformen oder zu brechen, und zusätzlich die mechanischen Belastungen des Transports und der Abfülllinie überstehen. Genaue Anforderungen spezifizieren wir je nach Projekt gemeinsam mit Ihrem Abfüllprozess.
Kann ich Weinflaschen für Sekt verwenden?
Nein. Weinflaschen sind für deutlich niedrigere Drücke ausgelegt und haben eine andere Glasverteilung sowie häufig eine andere Mündung. Eine Verwendung für die Flaschengärung birgt ein Sicherheitsrisiko. Wenn Sie Schaumwein abfüllen, spezifizieren Sie immer eine ausdrücklich für die Flaschengärung ausgelegte Sektflasche mit passender Druckfestigkeit.
Welche Flaschenform ist für Sekt am besten geeignet?
Das hängt von Positionierung und Abfülltechnik ab. Die Schlegelform ist der deutsche Standard, die Burgunderform steht für Premium und Gastronomie, die Champagnerform für Cuvées und klassische Flaschengärung. Die Korbflasche ist eine regionale Spezialität für Trauben- und Obstperlwein. Welche Form für Ihr Projekt passt, klären wir je nach Projekt anhand Ihrer Anforderungen.
Korken mit Drahtkorb oder Kronkorken – was soll ich wählen?
Der Naturkorken mit Drahtkorb und Kapsel stützt die Premiumdarstellung und die klassische Flaschengärung. Kronkorken sind wirtschaftlich und für Linien geeignet, die ohne Korken arbeiten, etwa bei vielen Perlweinen und bei der zweiten Gärung im Tankverfahren. Beide Systeme erfordern unterschiedliche Mündungen, deshalb ist die Entscheidung vor der Serienbestellung zu treffen.
Wie viele Sektflaschen passen auf eine Europalette?
Das hängt von Flaschenformat, Karton und Stapelhöhe ab. Sektflaschen sind vergleichsweise schwer, deshalb ist die zulässige Stapelhöhe begrenzt. Die konkrete Stückzahl je Palette und je Container legen wir je nach Projekt anhand Ihres Zielformats und Ihres Transportwegs fest.
Sind Sektflaschen mehrwegfähig?
Grundsätzlich ja, wenn Form, Wandstärke, Reinigungsprozess und Etikettierung darauf ausgelegt sind. Im Handel ist Mehrweg bei Schaumwein weniger verbreitet als bei Bier, im Gastronomie- und Eventbereich mit festen Rückläufen kann ein Kreislauf jedoch wirtschaftlich sein. Ob sich Mehrweg für Sie lohnt, prüfen wir je nach Projekt gemeinsam mit Ihrer Abfüll- und Reinigungslinie.
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