Wichtigste Punkte

Bernsteinfarbenes Glas ist für ätherische Öle kein Geschmacksdetail, sondern Stand der Technik: Es filtert den energiereichen Teil des Lichts heraus, der Terpene oxidiert und Ester zerfallen lässt. Klarglas ist für lagerfähige Produkte nur mit Lichtschutzverpackung eine Option.

Die gängigen Volumina im DACH-Fachhandel reichen von 5 ml für Proben und Duftpässe bis 100 ml für Basismaterial und Verdünnungen. Mit dem Volumen legt sich auch der Hals fest – in der Regel DIN 18 – und damit die Auswahl an Pipetten, Tropfeinsätzen und Roll-on-Systemen.

Mindestmenge, Preis und Vorlaufzeit werden projektbezogen kalkuliert; maßgeblich sind Volumen, Glasfarbe, Dosiersystem, Etikettierung und Zielmenge. Eine vollständige Spezifikation ist die Voraussetzung für ein belastbares Angebot.

Warum Bernstein Glas für ätherische Öle der Standard ist

Ätherische Öle sind keine einfachen Duftstoffe, sondern hochkonzentrierte Gemische aus Terpenen, Estern, Aldehyden und Ketonen. Diese Moleküle sind reaktionsfreudig, und ihre Hauptgegner im Alltag sind Licht, Sauerstoff und Temperaturschwankungen. Besonders kurzwelliges Licht beschleunigt die Oxidation: Zitrusöle verlieren ihre Frische innerhalb von Wochen, Lavendel wird flach, harzige Öle beginnen zu bitteren. Wer die Haltbarkeit eines Öls garantieren will, muss deshalb zuerst über die Verpackung sprechen – und hier hat sich braungelbes, also bernsteinfarbenes Glas, international als Standard etabliert.

Der Mechanismus ist physikalisch: Die Glasschmelze wird mit eisenoxidhaltigen Zusätzen eingefärbt, wodurch das Material einen erheblichen Teil des ultravioletten und blauen Spektralbereichs absorbiert. Genau dieser Bereich verursacht den größten Teil der lichtinduzierten Schäden. Gleichzeitig bleibt das Glas für den Anwender ausreichend durchscheinend, sodass Füllstand und Produktfarbe weiterhin kontrollierbar sind – ein Gesichtspunkt, der in der Praxis ebenso wichtig ist wie der Lichtschutz selbst.

Es gibt Alternativen, aber jede hat einen Preis. Kobaltblaues Glas bietet ebenfalls Lichtschutz, allerdings mit anderem Spektralprofil und einer optischen Wirkung, die stark auf Markenkommunikation einwirkt. Grünes Glas wird im Naturkosmetikbereich zunehmend eingesetzt, weil es eine ruhige, pflanzliche Anmutung vermittelt. Klarglas ist nur dort sinnvoll, wo zusätzlich ein Sleeve, eine Umverpackung oder eine lichtundurchlässige Faltschachtel verwendet wird – eine Lösung, die bei kleinen Mengen funktioniert, bei Serienprodukten aber Kosten und Materialeinsatz treibt.

Für den DACH-Markt kommt ein zweites Argument hinzu. Naturkosmetik-Label und Fachhandel stellen zunehmend Anforderungen an Materialwahl und Recyclingfähigkeit. Bernsteinfarbenes Glas ohne Beschichtung ist sortenrein und kann in etablierten Sammelkreisläufen geführt werden; es passt damit sowohl zur Lichtschutzanforderung als auch zur Nachhaltigkeitserwartung der Zielgruppe. Wer die Serie denkt, entscheidet sich deshalb meist für eine Grundfarbe und differenziert über Form, Etikett und Dosiersystem. Details zur Glasfarbe und ihren Varianten finden sich auf unserer Seite zu Bernstein-Glasflaschen im Großhandel.

Volumen und ihre Anwendung

Die Formatauswahl folgt in der Praxis nicht der Vorliebe des Designers, sondern dem Anwendungsfall. Ein Duftprobenfläschchen für den Messeinsatz stellt andere Anforderungen als ein Verbraucherprodukt mit vierwöchiger Anwendung. Die folgende Übersicht ordnet die Volumina den typischen Einsatzzwecken im DACH-Markt zu und nennt das jeweils übliche Halsfinish sowie die passenden Dosiersysteme.

Volumen (ml)Typischer HalsBevorzugtes DosiersystemCharakteristischer EinsatzVerpackungsrelevanz
5DIN 18 (kurzer Hals)Pipette, TropfeinsatzProben, Duftpässe, Testfläschchen im Fachhandelhohe Stückzahl pro Karton, Kleinteilelogistik
10DIN 18Pipette, Tropfeinsatz, Roll-onEinzelöle für die Hausapotheke, DuftprobenStandardgröße für Probensets
15DIN 18Pipette, TropfeinsatzEinzelöle, Mischungen für die Aromapflegegute Balance aus Volumen und Regalfläche
20DIN 18Pipette, Push-DropperHausmischungen, verdünnte Anwendungenbeliebte Größe für Wiederverkäufer
30DIN 18Pipette, TropfeinsatzVerbrauchergröße für häufig genutzte ÖleStandard im Naturkosmetikhandel
50DIN 18Pipette, Pumpe, TropfeinsatzBasismaterial, Verdünnungen, Massageölhöheres Gewicht, Trageprüfung empfohlen
100DIN 18Pumpe, Tropfeinsatz, PipetteBasismaterial, Nachfüllgrößen, PraxisbedarfGewichtsanteil an der Fracht wird relevant

Zwei Beobachtungen sind für die Beschaffung entscheidend. Erstens steigt mit dem Volumen nicht nur der Materialeinsatz, sondern auch das Frachtgewicht – ab 50 ml wird der Gewichtsanteil an den Logistikkosten deutlich spürbar. Zweitens ist der Hals über nahezu alle Größen hinweg gleich, sodass Pipetten und Einsätze oft über mehrere Formate hinweg verwendbar bleiben. Diese Standardisierung ist ein erheblicher Vorteil für Lohnabfüller und für Marken mit breitem Sortiment, weil sie die Lagerhaltung von Verschlüssen vereinfacht.

Pipette, Tropfeinsatz oder Roll-on: Dosiersysteme im Detail

Das Dosiersystem bestimmt die Anwendungserfahrung stärker als die Flasche selbst. Für ätherische Öle sind drei Systeme verbreitet, die sich in Genauigkeit, Haptik und Kosten unterscheiden.

Die Pipette mit Gummibalg ist die klassische Lösung für Einzelöle. Sie erlaubt ein gezieltes Aufziehen und Abtropfen und ist für Anwender, die mit der Anwendung vertraut sind, präzise genug. Der Nachteil liegt in der Fertigungsstreuung: Das Tropfenvolumen hängt vom Balgdruck und von der Viskosität ab und schwankt zwischen Anwendern. Bei einer Pipette ist deshalb zu klären, welche Pipettenlänge zum Volumen passt, damit die Spitze nicht den Boden berührt und der Balg nicht mit Öl in Kontakt kommt.

Der Tropfeinsatz oder Insert-Reducer ist die wirtschaftlichste Variante. Er sitzt im Hals und gibt pro Neigung einen Tropfen ab, wobei das Tropfenvolumen durch die Kanalweite des Inserts festgelegt wird. Diese Konstruktion ist robust, wartungsarm und für alle Viskositäten geeignet. Wer eine konstante Tropfengröße über die Serie hinweg sicherstellen muss, sollte die Kanalweite ausdrücklich in der Spezifikation festhalten, weil bereits kleine Abweichungen das Tropfenvolumen messbar verschieben.

Roll-on-Systeme verbinden Dosierung und Applikation in einem Bauteil. Die Kugel gibt das Öl direkt auf die Haut ab, ohne dass der Anwender mit den Fingern in Kontakt kommt. Für Duftrollons, Lippenpflege und Aromamischungen zur äußerlichen Anwendung ist das die bevorzugte Lösung. Technisch ist die Kugelpassung die kritische Größe: Sitzt sie zu locker, läuft die Flasche aus; sitzt sie zu fest, bleibt die Förderung aus. Prüfen Sie deshalb vor der Serienfreigabe mit dem tatsächlichen Produkt, ob die Förderung über den vorgesehenen Anwendungszeitraum stabil bleibt.

Bernsteinfarbene Glasflaschen für ätherische Öle mit Pipetten in verschiedenen Volumina

Ergänzend kommen Pumpen und Sprühsysteme in Betracht, wenn Öle verdünnt oder in Verbindung mit Alkohol verwendet werden. Hier gelten andere Anforderungen an Viskosität und Dichtungswerkstoff; bei hohen Anteilen an Terpenen sollte die Beständigkeit des Dichtungsmaterials im Projekt geprüft werden. Einen systematischen Überblick zu den einzelnen Systemen und ihrer Zuordnung zum Halsfinish bietet unsere Seite zu Verschlüssen und Kappen für Glasflaschen.

Halsfinish und Toleranzen: die spezifikationstechnische Seite

Bei ätherischen Ölen ist DIN 18 über nahezu alle Volumina hinweg der dominierende Standard. Das eröffnet Ihnen eine große Auswahl an Verschlüssen und macht den Formatwechsel einfach. Zugleich führt die Standardisierung dazu, dass die Qualitätsunterschiede zwischen Lieferanten genau im Detail liegen – nämlich in den Toleranzen und in der Maßhaltigkeit des Halses.

Das Lastenheft ist das richtige Werkzeug, um diese Details verbindlich zu machen. Nehmen Sie darin auf: Nennvolumen mit zulässiger Abweichung, Halsdurchmesser und Gewindeart, Gesamthöhe, Außendurchmesser, Wandstärke, zulässige Toleranzen, Farbe und Transmissionsanforderung sowie die maximal zulässige Anzahl optischer Fehler. Wer zusätzlich angibt, wie der Verschluss geprüft wird – etwa mit einer Lehre oder durch Dichtheitsprüfung – schließt die häufigste Streitfrage in der Abwicklung aus.

Ein zweiter Gesichtspunkt betrifft die Dichtigkeit. Ätherische Öle kriechen: Sie haben eine niedrige Oberflächenspannung und können über Kapillaren zwischen Flasche und Verschluss gelangen. Das führt zu dem bekannten Phänomen des Ölfilms am Hals, das Anwender als Undichtigkeit wahrnehmen. Abhilfe schaffen passgenaue Einsätze und Dichtungen sowie eine ausreichende Anpresskraft des Verschlusses. Bei höheren Volumina und dünnflüssigen Ölen ist es sinnvoll, diesen Aspekt bereits in der Musterphase zu adressieren und nicht erst in der Serie.

Bernsteinfarbene Glasflaschen mit Tropfeinsatz und Pipette – Serienproduktion für ätherische Öle

Schließlich ist die Charge ein Thema. Fordern Sie eine Chargenkennzeichnung und legen Sie fest, dass Nachlieferungen innerhalb einer Serie aus derselben Glasschmelze stammen, solange dies möglich ist. Bei bernsteinfarbenem Glas sind Farbunterschiede zwischen Schmelzen sichtbar, und im Fachhandel werden sie dem Produkt zugeordnet, nicht dem Hersteller. Unsere Lieferanten-Checkliste beschreibt, welche Nachweise Sie vor der Serienfreigabe anfordern sollten.

Qualität des Glases und chemische Beständigkeit

Glas ist chemisch inert, aber nicht unbegrenzt beständig. Entscheidend ist die Glassorte, aus der die Flasche gefertigt wird. Für kosmetische und aromatherapeutische Anwendungen wird üblicherweise ein Kalk-Natron-Glas mit geeigneter Hydrolysebeständigkeit verwendet. Ergänzend empfiehlt sich der Blick auf die Entspannung: Wird das Glas nach dem Formen nicht ausreichend getempert, bleiben innere Spannungen zurück, die sich in Spannungsrissen oder in einem spontanen Bruch äußern können.

Für die Praxis bedeutet das, die Anforderungen an die chemische Beständigkeit in der Spezifikation zu benennen, statt sie implizit zu erwarten. Bei Produkten mit hohem Anteil an Säuren, Alkoholen oder Terpenen ist die Frage berechtigt, ob die Innenseite des Glases unbehandelt bleiben kann oder eine Auskleidung benötigt. Letzteres ist bei ätherischen Ölen nur selten erforderlich, weil die gängigen Glassorten beständig sind – aber ein Nachweis im Projekt ist keine Formalität, sondern eine Absicherung.

Ein oft übersehener Punkt ist die optische Qualität. Bei bernsteinfarbenem Glas sind Einschlüsse und Schlieren schwerer zu erkennen als bei Klarglas, weil die Eigenfärbung kaschiert. Genau deshalb ist eine klare Fehlerdefinition notwendig. Halten Sie fest, welche Fehler bei welchem Abstand und bei welcher Prüfbeleuchtung zulässig sind. Ohne diese Festlegung entsteht Spielraum für unterschiedliche Auslegungen, und die Reklamation wird schwierig.

Etikettierung, Veredelung und Kennzeichnung

Ätherische Öle tragen im DACH-Raum eine doppelte Funktion: Sie sind Duftstoffe und zugleich Produkte mit sicherheitsrelevanten Anforderungen. Die Kennzeichnung ist deshalb sorgfältig zu planen, und das Etikett muss auf der Flasche technisch funktionieren.

Bernsteinfarbenes Glas ist ein anspruchsvoller Untergrund für die Etikettierung. Helle Etiketten erzeugen einen starken Kontrast und machen den Text gut lesbar; transparente Etiketten wirken auf braunem Glas dagegen weniger. Für kleine Volumina ist der Platz begrenzt, weshalb häufig mehrseitige Etiketten, Booklet-Etiketten oder ein Begleitheft verwendet werden. Klären Sie früh, welche Fläche Ihnen für Pflichtangaben, Warnhinweise und Markenauftritt zur Verfügung steht.

Beim Direktdruck ist Siebdruck die im DACH-Raum gebräuchlichste Methode. Er ist beständig gegenüber üblichen Reinigungsmitteln und kann für Serien mit mehreren Duftrichtungen wirtschaftlich genutzt werden, weil das Dekor je Serie wechselt und die Flasche identisch bleibt. Ergänzend sind Heißfolienprägung und Tampondruck möglich. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von Losgröße und Farbzahl ab und wird projektbezogen entschieden.

Für Marken, die den Naturkosmetik- und Aromamarkt beliefern, ist die Nachhaltigkeitsdurchsage zu Etikett und Sekundärverpackung wichtig. Kleinformatige Flaschen mit mehrseitigem Etikett erzeugen mehr Materialeinsatz pro Volumeneinheit als größere Formate. Wer die Materialeffizienz über das Sortiment hinweg verbessern will, sollte deshalb Volumen und Etikettengestaltung gemeinsam betrachten und nicht unabhängig voneinander optimieren.

Mischungen, Verdünnungen und Nachfüllkonzepte

Immer mehr Anbieter im DACH-Raum verkaufen nicht nur Einzelöle, sondern fertige Mischungen: Aromamischungen für die Duftlampe, Massageöle auf Trägerölbasis, Roll-on-Blends für die punktuelle Anwendung und Hautöle mit verdünnten Wirkstoffen. Diese Produkte stellen andere Anforderungen an die Verpackung als reine Einzelöle, weil Trägeröle wie Jojoba, Mandel oder Traubenkern deutlich viskoser sind und über Wochen mit dem Verschluss in Kontakt stehen.

Für verdünnte Mischungen sind Roll-on- und Pumpensysteme attraktiv, weil sie die Anwendung erleichtern und eine Überdosierung verhindern. Technisch ist dabei die Viskosität die entscheidende Größe: Eine Kugel oder Pumpe, die für ein dünnflüssiges Einzelöl ausgelegt ist, fördert ein dickflüssigeres Trägerölgemisch unter Umständen zu langsam oder gar nicht. Prüfen Sie deshalb jedes Dosiersystem mit dem tatsächlichen Produkt und nicht nur mit Wasser oder einem Referenzöl. Diese Prüfung gehört in die Musterphase und sollte mit einer dokumentierten Fördermenge abgeschlossen werden.

Ein zweiter Aspekt betrifft die Kompatibilität von Dichtung und Produkt. Trägeröle sind in der Regel gut verträglich, Mischungen mit hohem Anteil an Zitrusölen oder an alkoholischen Extrakten dagegen aggressiver. Hier lohnt der Blick auf den Werkstoff der Dichtung: Silikon, LDPE und beschichtete Materialien verhalten sich unterschiedlich, und eine ungeeignete Dichtung kann innerhalb weniger Wochen aufquellen. Bei alkoholhaltigen Duftrollons ist außerdem zu bedenken, dass Alkohol verdunstet und die Kopffreiheit im Fläschchen beeinflusst – ein Detail, das in der Spezifikation oft fehlt und später zu Reklamationen führt.

Nachfüllkonzepte gewinnen im Fachhandel an Bedeutung. Sie passen gut zum Anspruch vieler Naturkosmetik- und Aromamarken, weil sie Abfall reduzieren und die Kundenbindung stärken. Technisch erfordern sie ein Glas, das häufiges Öffnen und Schließen über viele Zyklen hinweg aushält, sowie einen Verschluss, dessen Gewinde und Dichtung nicht ausleiern. Für die Auslegung ist entscheidend, dass der Hals auch nach vielen Nutzungen noch maßhaltig bleibt – ein Punkt, der bei der Werkstoffwahl und der Temperung berücksichtigt werden sollte. Nachfüllflaschen werden in größeren Formaten angeboten, damit der Anwender seine 10-ml- oder 15-ml-Flasche mehrfach befüllen kann, statt eine neue zu kaufen.

Schließlich sollte die Etikettierung von Mischungen den Sicherheitshinweis mitdenken. Konzentrierte ätherische Öle tragen im DACH-Raum Warnhinweise, und Mischungen mit verdünnten Wirkstoffen benötigen Angaben zu Inhaltsstoffen und Anwendung. Für kleine Formate ist der Platz knapp, weshalb Booklet-Etiketten verbreitet sind. Wer die Pflichtangaben frühzeitig einplant, vermeidet eine späte Neugestaltung des Etiketts – ein Vorgang, der in der Regel eine neue Druckvorstufe und damit zusätzliche Kosten auslöst.

Verpackung, Logistik und Einfuhrabwicklung

Ätherische Öle werden in kleinen Formaten und großen Stückzahlen bewegt. Das prägt die Logistik: Es geht weniger um Gewicht als um Volumen, Handling und Zählbarkeit. Für die Sekundärverpackung haben sich Einlagen aus Wellpappe bewährt, die jede Flasche einzeln fixieren. Bei Pipetten und Roll-on-Flaschen ist zusätzlich darauf zu achten, dass Balg oder Kappe während des Transports nicht gedrückt werden – eine Kappensicherung ist daher die Regel.

Für Überseelieferungen aus Fernost laufen die Container im DACH-Raum typischerweise über die großen Nordseehäfen wie Hamburg, Bremerhaven und Rotterdam und werden von dort entweder per Bahn oder per Lkw in die Binnenregionen weitergeführt. Besonders bei kleinen, leichten Produkten ist die Konsolidierung mehrerer Artikel in einem Sammelcontainer attraktiv, weil sie den Volumenanteil jedes einzelnen Artikels an der Fracht reduziert.

Holzverpackungsmaterial unterliegt bei der Einfuhr bestimmten Behandlungsanforderungen. Für Paletten und Kisten müssen Sie daher entsprechende Nachweise bereithalten; bei Lieferungen im europäischen Binnenmarkt spielt stattdessen der Palettentausch im etablierten Pool die zentrale Rolle. Weil die Flaschen klein und leicht sind, ist die Gefahr von Transportschäden hier deutlich geringer als bei Getränkeglas – die Aufmerksamkeit gilt vielmehr der Vollständigkeit und der Zählgenauigkeit.

Ein letzter Hinweis betrifft die Lagerung. Kartonagen mit Kleinteilen werden im Lager häufig umgeschichtet. Ein gut sichtbares Etikett auf dem Umkarton mit Volumen, Artikelnummer und Chargenzeichen spart in der Kommissionierung erhebliche Zeit und verhindert Verwechslungen, die bei ähnlichen Formaten im gleichen Sortiment leicht entstehen. Wenn Sie Beschaffung und Logistik zusammen denken wollen, führt unsere Beschaffungs-Checkliste für Glasverpackung durch die wichtigsten Stationen.

Glasflaschen für ätherische Öle mit Pipette und bernsteinfarbenem Glas im Großhandel

Spezifikation und Anfrage strukturieren

Die Qualität Ihrer Anfrage bestimmt die Qualität der Antwort. Für ätherische Öle hat sich eine Spezifikation bewährt, die in dieser Reihenfolge aufgebaut ist: Anwendungsfall, Volumen mit Toleranz, Glasfarbe und Transmissionsanforderung, Halsfinish, Dosiersystem, Etikettierung, Zielmenge je Lieferung und Lieferort. Erst danach folgen Fragen zu Preis und Vorlaufzeit, weil diese Größen von den vorgenannten Punkten abhängen.

Für die Lieferantenauswahl empfiehlt sich eine Bewertung entlang weniger, klar gewichteter Kriterien: Maßhaltigkeit, optische Qualität, Verfügbarkeit der passenden Verschlüsse, Verpackungsqualität und Kommunikationsfähigkeit. In der Praxis zeigt sich, dass die Verfügbarkeit passender Verschlüsse ein unterschätzter Faktor ist. Eine Flasche, für die keine passende Pipette in der gewünschten Länge verfügbar ist, verzögert ein Projekt stärker als ein etwas höherer Preis.

Planen Sie außerdem eine Bemusterung ein. Bei bernsteinfarbenem Glas ist die Farbe am Bildschirm nicht zuverlässig beurteilbar, und die Haptik einer Pipette lässt sich nur durch Anfassen bewerten. Klären Sie vorab, ob Muster kostenpflichtig sind und ob Werkzeug- oder Musterkosten bei Folgeauftrag angerechnet werden – die Konditionen sind projektabhängig. Wenn Sie mehrere Formate einführen möchten, empfiehlt sich eine gestaffelte Einführung über ein Basissortiment, um Kapitalbindung und Lagerrisiko zu begrenzen. Ergänzende Bauformen und Anpassungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zu individuellen Flaschen für ätherische Öle.

Nicht zuletzt: Stimmen Sie Verpackung und Mischung aufeinander ab. Verdünnte Mischungen mit Trägerölen verhalten sich anders in Pipette und Tropfeinsatz als reine, dünnflüssige Einzelöle. Wer diesen Unterschied in der Spezifikation berücksichtigt, vermeidet Anwendungsprobleme, die später als Produktmangel wahrgenommen werden.

Wer das Zusammenspiel von Produkt, Glas und Verschluss von Beginn an sauber aufsetzt, gewinnt in der Regel zwei Dinge: eine Verpackung, die im Fachhandel besteht, und einen Lieferprozess, der ohne Nacharbeit läuft. Beides zahlt sich über die gesamte Serie aus – und genau darin liegt der eigentliche Wert einer guten Spezifikation.

Häufige Fragen

Warum muss es Bernstein Glas und nicht Klarglas sein?

Bernsteinfarbenes Glas absorbiert einen großen Teil des ultravioletten und blauen Lichts, das die Oxidation von Terpenen und den Zerfall von Estern auslöst. Klarglas bietet diesen Schutz nicht und lässt ätherische Öle deutlich schneller an Qualität verlieren. Ausnahmen gelten nur, wenn zusätzlich eine lichtdichte Umverpackung oder ein Sleeve verwendet wird.

Welches Volumen ist für Einzelöle üblich?

Für den Fachhandel sind 5 ml für Proben, 10 bis 15 ml für Einzelöle und 30 ml für häufig genutzte Verbrauchsmengen am verbreitetsten. Größere Formate ab 50 ml dienen meist Basismaterial, Verdünnungen oder dem Praxisbedarf. Das Volumen bestimmt zugleich das Frachtgewicht, weshalb die Wahl auch logistisch zu prüfen ist.

Pipette oder Tropfeinsatz – was ist besser?

Die Pipette erlaubt gezieltes Aufziehen und Abtropfen und ist für erfahrene Anwender gut geeignet, hat aber fertigungsbedingt eine größere Streuung des Tropfenvolumens. Der Tropfeinsatz ist robuster, wartungsärmer und wirtschaftlicher, weil die Kanalweite das Tropfenvolumen festlegt. Für große Serien ist der Einsatztropfen häufig die praxisgerechtere Lösung.

Wie verhindere ich, dass Öl am Hals austritt?

Ätherische Öle besitzen eine niedrige Oberflächenspannung und kriechen leicht über Kapillaren aus. Abhilfe schaffen ein passgenauer Einsatz, eine geeignete Dichtung und eine ausreichende Anpresskraft des Verschlusses. Prüfen Sie diesen Punkt bereits in der Musterphase, insbesondere bei dünnflüssigen Ölen und größeren Volumina.

Welche Mindestmenge gilt für Bernsteinflaschen?

Die Mindestmenge hängt von Volumen, Glasfarbe, Dosiersystem, Etikettierung und Zielmenge ab und wird je nach Projekt individuell festgelegt. Standardformate ohne Sonderdekoration sind meist zu kleineren Chargen verfügbar als Sondergrößen. Bitte nennen Sie in der Anfrage Zielmenge und Spezifikation, damit eine belastbare Kalkulation möglich ist.

Können die Flaschen bedruckt oder geprägt werden?

Ja. Siebdruck ist im DACH-Raum die gebräuchlichste Methode und eignet sich besonders für Serien mit mehreren Duftrichtungen, weil das Dekor je Serie wechselt. Ergänzend sind Heißfolienprägung und Tampondruck möglich. Beständigkeit gegenüber Reinigungsmitteln und die Farbzahl beeinflussen die Auswahl und werden projektbezogen geklärt.

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