Wichtigste Punkte
- Spiritflaschen werden im DACH-Raum selten nach reinem Volumen eingekauft, sondern nach einem Paket aus Volumen, Halsausführung, Verschlusssystem und Dekorlinie – deshalb gehört ein Lastenheft mit verbindlichen Toleranzen an den Anfang jeder Ausschreibung.
- Für Wodka, Gin und Rum sind 0,5 l und 0,7 l die wirtschaftlichen Kernformate des Handels; 0,2 l und 0,35 l bedienen Reise- und Gastronomiebedarf, 1,0 l bis 1,5 l bleibt Bars, Clubs und Großgebinden vorbehalten.
- Mindestbestellmenge, Werkzeugkosten, Produktionsfenster und Dekorationsumfang werden je nach Projekt festgelegt – kalkulieren Sie deshalb immer mit einem individuellen Angebot statt mit Listenpreisen.
Der Spirituosenmarkt im deutschsprachigen Raum ist einer der dichtesten und gleichzeitig spannendsten Wachstumsmärkte Europas. Neben den etablierten Marken der Discounter und Vollsortimenter entsteht seit Jahren ein breites Feld kleiner und mittlerer Abfüller: Craft-Gin aus der eigenen Destille, Single-Cask-Rum aus Fasslagerung, Wodka aus regionalem Getreide und eine wachsende Zahl von Private-Label-Produkten für Handelsketten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für alle diese Abfüller stellt sich dieselbe Kernfrage: Woher kommt die Flasche, und wie lässt sie sich so beschaffen, dass sie technisch sauber, markengerecht und logistisch rentabel ist?
Wenn Sie Spiritflaschen im Großhandel suchen – für Wodka, Gin, Rum, Korn, Obstbrand oder Whisky – finden Sie auf dieser Seite die technischen und kaufmännischen Entscheidungspunkte, die vor der Anfrage geklärt sein sollten. Wir arbeiten mit Export- und Beschaffungsteams, die nach klaren Spezifikationen einkaufen, und mit Markeninhabern, die zum ersten Mal eine eigene Abfülllinie aufsetzen.

Warum Spiritflaschen ein eigener Beschaffungsfall sind
Eine Spiritflasche ist kein Getränkebehälter im klassischen Sinn, sondern ein Verkaufsdispositiv. Hochprozentiger Alkohol wird in kleinen Mengen konsumiert, häufig als Geschenk gekauft und fast immer über die optische Anmutung der Flasche mitverkauft. Genau daraus entstehen Anforderungen, die sich von Bier- oder Saftabfüllung deutlich unterscheiden. Wodka und Gin sind farblos und klar – hier wirkt die Flasche als Linse und jede Unregelmäßigkeit im Glas, jeder Schlieren, jede Blase im Innenraum ist sofort sichtbar. Rum, Whisky, Brand und Likör wiederum sind farbig bis dunkel, was den Füllstand weniger exponiert, dafür aber Konturen und Markenrelief stärker in den Vordergrund rückt.
Hinzu kommt die hohe Bandbreite der Biere bis hin zur Gastronomieabfüllung. Während ein Discounter Produkte zu Tausenden Stück je Charge ordert, benötigt eine kleine Brennerei möglicherweise nur einige Paletten als Startcharge. Beide Fälle erfordern eine andere Kalkulation von Werkzeugkosten, Musteraufbauten und Rüstzeiten. Ein und dieselbe Flasche kann in beiden Szenarien eingesetzt werden – die Beschaffungslogik dahinter unterscheidet sich jedoch grundlegend.
Als Erstes werden deshalb nicht Volumen und Preis, sondern die markenbildenden Parameter festgelegt. Halslänge, Schulterverlauf, Bodenform und Wandstärke bestimmen den Charakter. Erst danach werden Verschluss, Dekoration und Verpackung ausgewählt. Wer diese Reihenfolge umdreht und zuerst nach dem günstigsten Glas sucht, endet in der Regel bei einer Flasche, die technisch funktioniert, aber das Marketing der Marke nicht trägt.
Volumen und Flaschenform: Wodka, Gin und Rum im Vergleich
Die Formatwahl folgt dem Handelskanal, nicht der Kategorie. Im deutschen Lebensmittelhandel dominieren 0,5 l und 0,7 l; in der Schweizer Gastronomie und im Reisesegment sind 0,2 l, 0,35 l und 0,5 l üblich. Der Trend zur Personalisierung und zu Geschenkpaketen hat zusätzlich Miniaturformate von 40 ml bis 100 ml in B2B-Mengen relevant gemacht – als Beigabe, für Probierpakete oder Hotelfächer.
Für Wodka bietet sich eine gerade, schlanke Flasche mit kurzer Schulter an, die Klarheit und Reinheit transportiert. Gin profitiert dagegen häufig von kantigeren Silhouetten oder breiteren Schultern, die sich für Etiketten, Siebdruck und sogar Reliefprägung eignen. Rum und Whisky funktionieren gut mit klassischen Rund- und Zylinderformen, die Volumen optisch betonen und sich im Barregal gut greifen lassen. Daneben stehen apothekerartige Formen, konische Kölner Flaschen und bauchige Likörflaschen für aromatisierte Produkte zur Verfügung.
| Volumen | Typischer Einsatz | Passender Hals | Verschluss |
|---|---|---|---|
| 40–100 ml | Miniaturen, Probierpakete, Hotel- und Reisebedarf | Kurzhals, 18–20 mm Mündung | Schraub- oder Korkstopfen mit Kappe |
| 0,2 l | Gastronomie, Events, Rum- und Gin-Flacons | Kurzhals, 18–20 mm | B 28-8 Schraubverschluss bzw. Korken |
| 0,35 l | Gastronomie, Craft-Abfüllungen, Schweiz | Mittelhals, 20–22 mm | Bar-Top oder Schraubverschluss |
| 0,5 l | Handelsstandard für Wodka, Gin, Rum | Standardschlund, 20–22 mm | B 28-8 Schraubverschluss, teils Korken |
| 0,7 l | Kernformat im deutschen und österreichischen Handel | Standardschlund, 20–22 mm | B 28-8 Schraubverschluss |
| 1,0–1,5 l | Clubs, Bars, Großgebinde, Duty-Free | Weithals, 22–24 mm | Schraubverschluss oder Kunststoffverschluss |
Bevor Sie Volumen bestellen, sollten Sie das Zusammenspiel aus Flasche, Verschluss und Abfüllanlage prüfen. Der Halsdurchmesser ist dabei die kritischste Größe: Er muss sowohl zum Vakuum- und Gegendrucksystem als auch zur zur Etikettierung und zur Kappenaufsetzung passen. Ein Wechsel von Korken auf Schraubverschluss oder umgekehrt zieht in der Regel Änderungen an der Füllmaschine nach sich und ist deshalb vor der Serienbestellung, nicht danach, zu klären.
Halsausführung und Verschlusssysteme im Detail
Für Spirituosen sind in Europa im Wesentlichen vier Verschlusswelten verbreitet. Erstens der klassische Naturkorken, der bei hochwertigen Rum- und Whiskyabfüllungen sowie bei Produkten mit Reifepotenzial die Premiumdarstellung stützt. Zweitens der B 28-8 Schraubverschluss, der sich bei Wodka, Gin und jungen Rums durchgesetzt hat, weil er maschinenfreundlich, auslaufsicher und nach Entfernung des Tear-offs manipulationsgeschützt ist. Drittens der Bar-Top, ein korkenähnlicher Ausgießer mit Kunststoffeinsatz, der vor allem in der Gastronomie eingesetzt wird. Viertens verschiedene Sonderformen wie Bügelverschlüsse, Zapfkappen und Sportcaps für aromatisierte Mixgetränke.
Die Halsausführung ist mehr als ein Maß. Kurze Hälse erleichtern das Blindverkosten und geben der Flasche eine kompakte, moderne Anmutung; lange Hälse wiederum verlängern die optische Achse und verleihen klassischen Formen eine elegante Linie. Für die Produktion entscheidend sind jedoch Toleranzen der Mündung, die Rundheit des Halses und die Lage des Gewindes. Diese Parameter bestimmen, ob die Kappe dicht sitzt und sich der Verschluss zentriert aufsetzen lässt. Eine Spezifikation, die nur den Gewindetyp nennt, aber Toleranzen offen lässt, führt bei der Wareneingangsprüfung regelmäßig zu Diskussionen.
In der Praxis empfiehlt es sich, Verschluss und Flasche bei einem Lieferanten oder in abgestimmter Paarung zu beziehen. Wird der Verschluss separat beschafft, sollte ein Funktionsmuster vorhanden sein, mit dem der Doppelsitz, der Ausdrehwiderstand und die Dichtigkeit vor der Serienfreigabe geprüft werden. Gerade bei Bar-Top und Bügelverschluss können bereits geringe Toleranzunterschiede im Glas zu Leckagen oder zu schwer zu öffnenden Flaschen führen.

Glasqualität, Wandstärke und Leergewicht
Spiritgläser werden in zwei grundsätzlichen Qualitätsstufen angeboten, die sich in der Praxis stark unterscheiden. Weltklasse- oder Superflintglas ist nahezu farblos und bietet hohe Transparenz – es wird vor allem für Wodka und klare Gins gewählt, bei denen die Flasche den Produktinhalt nicht verfälschen darf. Standard-Weißglas ist wirtschaftlicher und weist einen leichten Grün- oder Graustich auf, der bei farbigen Spirituosen kaum auffällt. Daneben gibt es eingefärbte Markengläser in Blau, Grün, Braun und Bernstein, die Produktschutz und Markenidentität kombinieren.
Wandstärke und Leergewicht bestimmen Verarbeitbarkeit, Bruchverhalten und Transportkosten. Eine schwere Flasche wirkt hochwertig und ist im Barbereich standfest, erhöht aber Gewicht und Kosten je Palette. Eine leichte Flasche senkt Frachtkosten und CO₂-Last, kann jedoch bei schnellen Abfülllinien zu Laufproblemen und Instabilität führen. Als Abfüller sollten Sie prüfen, wie sich Ihre Führungsschienen, Sternräder und Einlaufschnecken zur gewählten Wandstärke verhalten. Leichtglas ist nur dann wirtschaftlich, wenn die Linie darauf abgestimmt ist.
Für die Ausschreibung sollten Sie drei Werte fest vorgeben: Gesamthöhe mit Toleranz, Mündungsdurchmesser mit Toleranz und Leergewicht mit zulässigem Fenster. Ergänzen Sie Anforderungen an Druckfestigkeit, Thermoschockbeständigkeit und Farbstich. Diese Parameter lassen sich nach der Anlieferung im Wareneingang prüfen und bilden die Grundlage für eine objektive Lieferantenbewertung. Wer ohne klare Toleranzen bestellt, kann bei Abweichungen schwer reklamieren. Nicht selten ist der eigentliche Kostentreiber nicht der Glaspreis, sondern die Reklamation und der Ausschuss in der Linie.
Veredelung: Etikett, Direktdruck und Oberflächen
Spiritflaschen leben von der Veredelung, und Veredelung beginnt nicht am Band, sondern im Lastenheft. Zur Auswahl stehen Haftetiketten unterschiedlicher Materialien, Nassleimetiketten, Heißprägung in Gold und Silber, Siebdruck in einem oder mehreren Farben, Thermotransfer, Mattierung durch Säureätzen sowie Sandstrahlen, Relief- und Prägeeffekte aus der Form selbst. Für kleine und mittlere Chargen ist das Etikett die wirtschaftlichste Lösung, für große Stückzahlen und dauerhafte Marken kann der Direktdruck in das Glas günstiger und hochwertiger wirken.
Für Bar- und Gastronomieflaschen, die täglich gehandhabt und gereinigt werden, spielt die Beständigkeit eine zentrale Rolle. Ein direkt eingebranntes Dekor übersteht Spülen und Dampf deutlich besser als ein Etikett. Für Handelsflaschen mit Kartonverpackung sind Etiketten dagegen meist die richtige Wahl. Eine Kombination aus Mattierung und partieller Aussparung kann Etiketten optisch rahmen und so einen hochwertigen Flakoneffekt erzeugen, ohne die Kosten einer vollflächigen Direktbedruckung zu verursachen.
Aus beschaffungstechnischer Sicht ist entscheidend, Muster in finaler Ausführung zu bewerten. Druckmuster auf Papier oder eine Simulation auf dem Bildschirm sagen nichts über Farbwirkung auf gefärbtem oder mattiertem Glas aus. Bitten Sie um einen physischen Musteraufbau mit dem endgültigen Dekor, bevor Sie die Serie freigeben. Klären Sie außerdem, ob die Veredelung im Werk oder bei einem spezialisierten Dienstleister erfolgt, denn Produktionsfenster und Zwischenlagerlogistik unterscheiden sich erheblich.
Ausschreibung, Lastenheft und Lieferantenbewertung
Professionelle Beschaffung im DACH-Raum beginnt mit dem Lastenheft. Darin werden Anforderungen an Maße und Toleranzen, Glasqualität, Farbton, Verschlusskompatibilität, Dekorationsart, Verpackungseinheit und Prüfkriterien beschrieben. Erst ein solches Dokument macht Angebote vergleichbar und verhindert spätere Nachträge. Wer mehrere Lieferanten anfragt, sollte auf identischen Spezifikationen bestehen – andernfalls vergleicht man Preise für unterschiedliche Produkte. Dieses Vorgehen ist auch bei kleinen Materialmengen sinnvoll, weil es die spätere Wareneingangsprüfung vorbereitet.
Die Ausschreibung sollte offenlegen, wie Erstabmusterung, Toleranzabsprache und Freigabe ablaufen. Üblich sind Pre-Shipment-Samples zur optischen und maßlichen Freigabe sowie eine dritte Partei oder ein neutrales Labor für Farb- und Maßprüfungen bei kritischen Projekten. Für die Lieferantenbewertung zählen neben Preis und Termintreue vor allem Reklamationsquote, Reaktionszeit, Transparenz bei Änderungen und ein belastbares QM-System. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Fähigkeit, über mehrere Jahre hinweg den gleichen Farbton und die gleiche Form zu halten – bei Markenartikeln oft wichtiger als ein einmaliger Preisvorteil.
Wir arbeiten mit einem nachvollziehbaren Freigabeprozess: Spezifikation, technisches Angebot, Musteraufbau, Korrekturrunde, Serienfreigabe und Produktionsfenster. Wenn Sie zum ersten Mal Spiritflaschen einkaufen, empfehlen wir, mit einer kleinen Startcharge zu beginnen und die Wareneingangsprüfung sauber zu dokumentieren. So gewinnen Sie belastbare Erfahrungswerte für Folgeausschreibungen. Eine strukturierte Vorlage für die Erstbeschaffung finden Sie in unserer Checkliste für Glasflaschen-Anfragen.

Verpackung, Palettierung und Logistik nach DACH
Glas ist schwer. Deshalb entscheidet die Verpackungs- und Palettenlogik bei Spiritflaschen oft über den Gesamtpreis pro Stück. Standard ist die vollumfängliche Umverpackung in Kartons, in denen die Flaschen durch Einsätze oder Zwischenwände fixiert sind. Für Sortimente und Geschenkverpackungen kommen zusätzlich Einlegekissen, Naturkarton oder geprägte Schachteln infrage. Für die Fracht selbst sind stabile, druckfeste Kartons mit ausreichender Stapelkapazität entscheidend, weil beim Seetransport mehrere Lagen Gewicht aufliegen.
Als Grundlage der Palettierung dient in Europa die Europalette beziehungsweise EPAL-Palette. Für einen reibungslosen Warenfluss ist zu klären, ob Paletten getauscht, gemietet oder im Einwegformat geliefert werden. Das Tauschsystem der Tauschpools setzt voraus, dass die angelieferten Paletten verwertbar und unbeschädigt sind; beschädigte oder feuchte Paletten werden angenommen oder zurückgewiesen, was den Warenfluss an der Rampe verzögert. Klären Sie dies vor der ersten Lieferung mit Ihrem Wareneingang.
Holzverpackungen, also Paletten, Kisten und Unterleghölzer, unterliegen den Einschleppvorschriften gemäß ISPM 15. Sie müssen hitzebehandelt oder begast und entsprechend gekennzeichnet sein. Unbehandeltes Holz kann bei der Einfuhr zurückgewiesen oder auf Kosten des Empfängers nachbehandelt werden. Für Lieferungen nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz ist eine saubere ISPM-15-Kennzeichnung Standard, wird aber bei kleineren Lieferanten gelegentlich unterschätzt. Als Empfänger sollten Sie die Kennzeichnung im Wareneingang prüfen und dokumentieren.
Für Seefracht bieten sich die Containerterminals Hamburg, Bremerhaven und Rotterdam als Drehscheiben an. Von dort lassen sich Lieferungen per Truck oder Bahn in Binnenregionen verteilen, was insbesondere für Empfänger in Bayern, Baden-Württemberg, Österreich und der Schweiz relevant ist. Kombinierte Verkehrskonzepte reduzieren Leerläufe und stabilisieren Lieferfenster. Für kleine Mengen bleibt die Stückgut- oder LCL-Variante sinnvoll, bei der die Paletten mit anderen Sendungen gebündelt werden. Klären Sie in jedem Fall, ob Fracht, Versicherung und Zoll nach FOB, CIF oder DAP abgewickelt werden, und wer die Einfuhrabgaben und die Freigabe übernimmt.
Compliance: LFGB, PPWR und Mehrweg
Für den deutschen Markt gilt das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch als zentrale Grundlage. Verpackungen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, müssen so beschaffen sein, dass keine Stoffe in den Inhalt übergehen, die Gesundheit gefährden oder die Zusammensetzung beeinträchtigen. Ergänzend gelten die EU-Rahmenvorschriften zur Lebensmittelkontaktmaterialien sowie spezifische Regelungen für Glas, Dichtungen und Kappen. Für Abfüller bedeutet dies, dass die verwendeten Dichtungselemente und Dichtringe in Verschlüssen dokumentiert und für Lebensmittelkontakt geeignet sein müssen – Glas ist inert, die Dichtung ist der kritische Punkt.
Auf europäischer Ebene gewinnt die Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung an Bedeutung. Sie verfolgt die Ziele, Verpackungen zu reduzieren, rezyklierbar zu gestalten und Mehrweg- sowie Kreislaufsysteme zu fördern. Für Getränkeverpackungen werden Rezyklierbarkeit, Rezyklatanteil und Datentransparenz künftig noch relevanter. Auch die Mehrwegquote und das Pfand- und Rücknahmesystem sind für Abfüller im DACH-Raum zentrale Steuerungsgrößen: Einwegpfand und Mehrwegpfand lenken die Rücklaufquote und beeinflussen, welche Flasche als Standard in einem Sortiment gesetzt wird. Sprechen Sie mit Ihrem Lieferanten darüber, ob die gewählte Flasche wiederverwendbar ausgelegt werden kann und welche Reinigungs- und Befüllzyklen möglich sind.
Für einen belastbaren Nachweis empfiehlt sich ein Compliance-Dossier mit Materialzertifikaten, Migrationsprüfungen, Erklärungen zur Lebensmitteleignung und Deklarationsangaben. Wichtig ist dabei, dass alle Dokumente auf das konkrete Produkt – also Flasche, Dichtung und Kappe in der gelieferten Kombination – verweisen. Pauschale Herstellererklärungen für den Werkstoff Glas entlasten Sie bei einer Prüfung nur begrenzt. Wenn Sie sich umfassend vorbereiten möchten, finden Sie die wichtigsten Prüfpunkte und Nachweise in unserer Beschaffungs-Checkliste für Glasverpackungen.
Ein letzter Hinweis betrifft die Disposition. Spirituosen werden häufig in kleineren, aber regelmäßigen Chargen abgefüllt, und Markeninhaber planen mit einem Vorlauf von mehreren Monaten. Deshalb lohnt es sich, die erwartete Jahresmenge in Teilmengen zu zerlegen und mit dem Lieferanten ein Lieferraster zu vereinbaren, statt eine einzelne große Bestellung auszulösen. Ein solches Raster reduziert Lagerkosten, hält die Flasche aber kontinuierlich verfügbar. Klären Sie dabei, wie lange die Ware beim Lieferanten zwischengelagert werden kann und ob zwischen Teilchargen Qualitätsunterschiede auftreten können. Bei Spiritflaschen ist die Konstanz von Farbton und Maß über die Zeit besonders wichtig, weil Marken über Jahre wiedererkennbar bleiben sollen.
Für wen sich der Bezug über einen Werkpartner lohnt
Spiritflaschen im Großhandel zu kaufen, bedeutet nicht automatisch, über einen Zwischenhändler zu kaufen. Der wirtschaftlichste Weg hängt von Charge, Form und Veredelungsstufe ab. Für Standardformen und hohe Stückzahlen ist der direkte Werkbezug meist am günstigsten. Für seltene Formen, Kleinstserien oder kurzfristige Nachlieferungen kann ein Großhändler mit Lagerbestand die bessere Wahl sein, weil er Muster sofort bereitstellt und Mindestmengen bündelt. Prüfen Sie, welche Route für Ihr Projekt passt, bevor Sie Preisangebote vergleichen.
Unser Zugang ist der eines Werks, das mit einer breiten Formenlandschaft arbeitet und Projekte von der Erstbemusterung bis zur Serienlieferung begleitet. Wenn Sie eine eigene Flasche im Markt halten wollen, sind zusätzlich Werkzeugprojekte möglich – von der Formkonstruktion bis zur Vermessung und Erstmusterprüfung. Für Markeninhaber, die ihre Formenwelt systematisch aufbauen, lohnt sich ein Blick auf unsere individuell gefertigten Glasflaschen und auf das Thema Glasflaschen-Großhandel. Für Sortimentsentscheidungen im Getränkehandel ist außerdem ein Blick auf unser Partnernetzwerk für Formen und Werkzeuge hilfreich, weil sich darüber auch Sonderformen und Werkzeugprojekte abbilden lassen.
Wenn Sie konkrete Anforderungen haben, senden Sie uns Volumen, Flaschenform, gewünschtes Dekor, Zielmenge je Auslieferung und Empfangsadresse. Wir prüfen die Machbarkeit, schlagen Ihnen passende Formen vor und arbeiten die technischen Details in einem Lastenheft aus. Über unser Kontaktformular erreichen Sie das Team für Anfragen und Musteraufbauten direkt.
Häufige Fragen
Welche Volumen sind für Spiritflaschen im Großhandel üblich?
Im DACH-Raum sind 0,5 l und 0,7 l die Kernformate des Handels; 0,2 l und 0,35 l bedienen Gastronomie, Hotelbedarf und die Schweiz, während 1,0 l bis 1,5 l vor allem für Bars, Clubs und Großgebinde relevant sind. Miniaturen von 40 ml bis 100 ml gewinnen im Geschenk- und Probiermarkt an Bedeutung. Welche Formate für Ihr Projekt sinnvoll sind, klären wir je nach Projekt gemeinsam mit Ihnen.
Muss ich Korken oder Schraubverschluss wählen?
Für junge Spirituosen wie Wodka, Gin und Standard-Rum ist der B 28-8 Schraubverschluss der Standard, weil er dicht, manipulationsgeschützt und maschinenfreundlich ist. Korken eignen sich vor allem für Premiumabfüllungen mit Reifepotenzial und hochwertiger Anmutung. Die Entscheidung sollte vor der Serienbestellung fallen, weil sich Halsausführung und Abfülltechnik unterscheiden.
Wie viele Spiritflaschen passen auf eine Europalette?
Entscheidend sind Kartongrundfläche, Kartonhöhe und die zulässige Stapelhöhe im Container oder Lkw. Die exakte Stückzahl je Palette legen wir je nach Projekt anhand Ihres Zielformats fest.
Kann ich mein eigenes Flaschenformat entwickeln lassen?
Ja. Für Marken mit eigenständiger Form ist ein Werkzeugprojekt möglich, das von der Designabstimmung über die Formkonstruktion bis zur Erstmusterprüfung reicht. Werkzeugkosten, Mindestmengen und Zeitfenster hängen von Formkomplexität und Glasart ab und werden individuell angeboten. Für den Start genügt meist eine verfügbare Form, die mit eigenem Dekor zur Markenflasche wird.
Welche Unterlagen brauche ich für die Einfuhr nach Deutschland?
Typisch sind Handelsrechnung, Packliste, Ursprungsnachweis, Angaben zur Lebensmitteleignung der Verpackung sowie die ISPM-15-Kennzeichnung der Holzverpackung. Je nach Lieferweg kommen Transportdokumente und eine Zolltarifnummer hinzu. Wir stellen die produktbezogenen Unterlagen im Rahmen der Lieferung bereit; die Einfuhrabwicklung erfolgt je nach Projekt durch Sie oder einen von Ihnen beauftragten Spediteur.
Sind Spiritflaschen aus Glas mehrwegfähig?
Glas ist grundsätzlich mehrwegfähig, wenn Form, Wandstärke und Reinigungsprozess darauf ausgelegt sind. Für Spirituosen ist Mehrweg im Handel weniger verbreitet als bei Bier und Wasser, gewinnt aber im Kontext von Pfand- und Kreislaufsystemen an Bedeutung. Ob eine Wiederverwendung wirtschaftlich ist, prüfen wir je nach Projekt gemeinsam mit Ihrer Abfüll- und Reinigungslinie.
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