Wichtige Punkte

  • Kerzen- und Duftgläser sind Hüllen für ein heißes, fettiges und duftstoffhaltiges Füllgut – Gießtemperatur, Wandstärke und Oberflächenbeschaffenheit bestimmen, ob die Kerze sauber abbrennt.
  • Raps- und Sojawachs gießen anders als Paraffin, und Duftöle können mit Glasbeschichtungen, Dekoren und Etiketten in Wechselwirkung treten – die Verträglichkeit wird im Muster geprüft.
  • Mindestmengen, Formkosten und Produktionsfenster werden je nach Projekt festgelegt und sind vor der Beauftragung nach Projektangabe zu bestätigen.

Duftkerzen im Glas sind ein Produkt, bei dem die Verpackung nicht nur schützt, sondern das Produkt überhaupt erst definiert. Das Glas ist das Gefäß, in dem das Wachs gegossen wird, es ist der Brennkörper, der die Wärme aufnimmt und abgibt, und es ist das Objekt, das im Regal oder im Hotelzimmer wirkt. Ein Kerzenglas muss daher gleichzeitig hitzebeständig, formstabil, optisch ansprechend und mit dem Wachs verträglich sein.

Wir liefern Glasbehälter ab Werk an Kerzenmanufakturen, Duftmarken, Hotellerie und Gastronomie, Spa- und Wellnessbetriebe, Einzelhändler für Wohnaccessoires, Handelsmarken sowie an Betriebe, die Duftkonzepte für Räume einsetzen, im deutschsprachigen Raum. Diese Seite beschreibt die technischen Entscheidungspunkte bei Kerzen- und Duftgläsern: Wachsarten und Gießtemperaturen, Duftöl und Glasverträglichkeit, Dochtzentrierung und Brenndauer, optische Effekte wie Frosting und Umanschlag, den Einsatz in Hotellerie und Duftretail sowie Nachfüllkonzepte im Rahmen der europäischen Verpackungsverordnung. Sie ersetzt keine produktspezifische Auslegung, gibt aber eine belastbare Grundlage für die erste Anfrage.

Mattiertes Glas für Duftkerzen und Duftgläser mit quadratischer Form

Mattierte Oberflächen reduzieren Reflexionen und lassen Kerzen im Regal ruhiger wirken – sie beeinflussen aber auch, wie gleichmäßig die Flamme das Glas erwärmt.

Warum Kerzen- und Duftgläser eigene Anforderungen stellen

Ein Kerzenglas unterscheidet sich grundlegend von einem Lebensmittelbehälter, weil es im Betrieb erhitzt wird. Am Docht entsteht eine Flamme mit hoher Temperatur; die Wärme breitet sich über das Wachs und die Glaswand aus. Ein Teil der Wärme wird an die Umgebung abgegeben, ein Teil wird von der Glaswand aufgenommen. Bei dünnen Wänden kann die Außenseite so heiß werden, dass sie nicht mehr sicher anfassbar ist; bei dicken Wänden dauert die Aufheizung länger, und die Wärmeverteilung ist gleichmäßiger.

Der zweite Unterschied ist das Füllgut selbst. Wachs ist beim Gießen heiß und flüssig, beim Abkühlen schrumpft es und zieht sich zusammen. Dieser Schwund ist je nach Wachs unterschiedlich stark. Er entscheidet darüber, ob sich das Wachs von der Glaswand löst, ob sich ein Spalt bildet und ob die Oberfläche glatt oder mit Rissen erstarrt. Das Glas muss diesen Vorgang zulassen, ohne zu reißen, und es soll die Oberfläche so stützen, dass keine unschönen Hohlräume entstehen.

Der dritte Unterschied ist die Optik. Eine Duftkerze wird häufig über das Glas verkauft, und das Glas bleibt nach dem Abbrennen oft als Behältnis erhalten. Deshalb ist die Glasqualität Teil des Produktversprechens. Blasen, Schlieren oder ungleichmäßige Wandstärken wirken im Kerzenlicht besonders stark und werden vom Kunden wahrgenommen.

Kerzenart im Überblick

Die folgende Übersicht ordnet die im Handel üblichen Kerzen- und Duftglasarten nach Wachs, Gießtemperatur und den daraus abgeleiteten Anforderungen an Glas, Form und Dekor. Sie dient als Orientierung für die erste Auswahl und ersetzt nicht den Versuch mit dem tatsächlichen Wachs und Duftöl.

KerzenartWachs und DuftölanteilEmpfohlenes Glas und VolumenTechnische Besonderheit
Duftkerze in Raps- oder SojawachsPflanzliches Wachs, Duftöl meist 6–10 ProzentKlar oder mattiert, 150–400 mlNiedrigere Gießtemperatur, stärkerer Schwund, Sauberkeit der Wand prüfen
Duftkerze in ParaffinMineralwachs, hoher Duftölanteil möglichKlar, 150–500 mlHöhere Gießtemperatur, gleichmäßigeres Erstarrungsbild
Duftkerze in WachsmischungPflanzliches und mineralisches Wachs kombiniertKlar oder getönt, 150–400 mlEigenschaften zwischen beiden Wachsen, Musterprüfung erforderlich
Bienenwachskerze im GlasBienenwachs, wenig oder kein DuftölKlar oder bernsteinfarben getönt, 150–300 mlStarker Eigengeruch, hohe Brenntemperatur, Wandstärke beachten
MassagekerzeWachs mit hautverträglichem ÖlKompakt, 100–250 mlNiedrige Schmelztemperatur; Glas darf nicht überhitzen
Duftglas ohne KerzeDuftöl oder Duftgel, kein BrennbetriebKlar, mattiert oder gerippt, 100–300 mlReines Duftobjekt; Verträglichkeit von Öl und Beschichtung klären
Teelicht im GlasHartwachs, kein DuftölKleinformat, 30–80 mlSehr kurze Brenndauer, hohe Wandbelastung im unteren Bereich
Zierkerze und DekokerzeHartwachs mit DekoelementenFormen mit Profil, 100–400 mlStruktur der Wand erschwert Reinigung; Bruchsicherheit prüfen
Hotel- und GastrokerzeWachs mit definierter BrenndauerKlar, stapelbar, 100–400 mlGroße Stückzahlen; Formstabilität und Nachkaufgleichheit entscheidend

Für die Ausschreibung lohnt es sich, die Kerzenart zusammen mit Wachsart, Duftölanteil, angestrebter Brenndauer und Zielmarkt zu nennen. Aus diesen Angaben lassen sich Glasvolumen, Wandstärke, Oberflächenbeschaffenheit und Dochtauswahl ableiten. Wer nur das Volumen angibt, erhält ein Glas, das zwar befüllbar ist, aber im Brennbetrieb nicht überzeugt.

Wachse: Raps, Soja und Paraffin im Vergleich

Die Wachsart bestimmt einen großen Teil der Auslegung. Paraffin ist ein Mineralwachs mit gleichmäßigem Erstarrungsbild und hoher Aufnahmefähigkeit für Duftöl. Es lässt sich bei höheren Temperaturen gießen und erzeugt eine glatte Oberfläche. Raps- und Sojawachs sind pflanzliche Wachse mit niedrigerem Schmelzpunkt und stärkerem Schwund. Sie gelten als nachwachsende Rohstoffe und werden in der Kommunikation häufig als Vorteil genutzt.

Der Schwund ist der wichtigste Unterschied für die Glasauslegung. Pflanzliche Wachse ziehen sich beim Abkühlen stärker zusammen und können sich von der Glaswand lösen. Dabei entsteht ein Spalt, der im Kerzenlicht als dunkler Ring sichtbar wird. Das ist kein Fehler, sondern eine Materialeigenschaft, sollte aber bei der Wahl der Wandstärke und der Abkühlgeschwindigkeit berücksichtigt werden. Eine etwas langsamere Abkühlung verringert den Spalt.

Ein zweiter Unterschied ist die Duftölaufnahme. Pflanzliche Wachse nehmen weniger Duftöl auf als Paraffin, weshalb der Duftölanteil angepasst werden muss. Ein zu hoher Anteil kann aus dem Wachs austreten und sich am Glasrand absetzen. Klären Sie deshalb im Muster, welcher Anteil bei welcher Wachsmischung stabil bleibt, und prüfen Sie den Glasrand nach der Abkühlung.

Ein dritter Unterschied ist die Brenntemperatur. Bienenwachs verbrennt heißer als pflanzliche Wachse, Paraffin liegt dazwischen. Eine höhere Brenntemperatur bedeutet eine stärkere Belastung des Glases und erfordert unter Umständen eine größere Wandstärke oder eine andere Dochtgröße. Klären Sie diese Werte zusammen mit dem Kerzenhersteller.

Gießtemperatur und Abkühlung

Die Gießtemperatur entscheidet über die Qualität der Kerzenoberfläche. Wird zu heiß gegossen, kann das Wachs am Glasrand Blasen bilden oder das Glas thermisch belasten. Wird zu kalt gegossen, erstarrt das Wachs zu schnell und bildet Risse, Hohlräume oder eine unebene Oberfläche. Die optimale Temperatur hängt von der Wachsmischung und vom Duftöl ab und wird im Muster ermittelt.

Neben der Temperatur ist die Abkühlgeschwindigkeit wichtig. Eine zu schnelle Abkühlung, etwa durch Zugluft oder kalte Umgebung, erzeugt Spannungen im Wachs und einen starken Schund an der Wand. Eine langsame, gleichmäßige Abkühlung führt zu einer glatten Oberfläche und einem geringeren Spalt. In der Praxis wird deshalb in temperierten Räumen gegossen und langsam abgekühlt.

Auch das Glas selbst wird beim Gießen thermisch belastet. Der Temperaturschock hängt von der Differenz zwischen Glas und flüssigem Wachs ab. Um Risse zu vermeiden, sollte das Glas vorgewärmt oder das Wachs bei der vorgesehenen Temperatur gegossen werden. Klären Sie mit der Kerzenmanufaktur, welche Differenz auftritt, damit die Glasauslegung dazu passt.

Ein weiterer Punkt ist die Wiederholbarkeit. In einer Serie sollen alle Kerzen gleich aussehen. Kleine Schwankungen der Gießtemperatur oder der Abkühlung führen zu sichtbaren Unterschieden. Eine belastbare Prozessführung ist daher ebenso wichtig wie die Wahl des Glases. Prüfen Sie im Muster, ob die angestrebte Optik über mehrere Chargen hinweg erreichbar ist.

Duftöl und Glasbeschichtung: Verträglichkeit

Duftöle sind chemisch aktiv. Sie enthalten ätherische Öle, Aromastoffe und Lösungsmittel, die mit Oberflächen in Wechselwirkung treten können. Treffen sie auf eine Glasbeschichtung, ein Dekor oder einen Lack, kann dieser angegriffen, aufgehellt oder abgelöst werden. Besonders betroffen sind mattierte Oberflächen, aufgedruckte Dekore und organische Beschichtungen.

Deshalb ist die Verträglichkeit ein zentraler Prüfpunkt. Klären Sie im Muster, ob das gewählte Dekor dem Duftöl standhält. Ein üblicher Test besteht darin, das Glas mit dem vorgesehenen Duftöl in Kontakt zu bringen und über eine definierte Zeit zu lagern, bevor die Oberfläche beurteilt wird. Ein Dekor, das nach dem Test unverändert bleibt, ist für die Serie geeignet.

Auch die Innenwand ist betroffen. Wenn Wachs beim Abkühlen schrumpft und sich von der Wand löst, kann Duftöl an die Wand gelangen und dort haften. Bei einer innen ungefärbten Wand lässt sich das abwischen; bei einer innen beschichteten oder stark strukturierten Wand ist die Reinigung schwierig. Klären Sie deshalb, ob die Innenseite glatt und unbeschichtet sein soll.

Für Etiketten gilt dasselbe. Ein Etikett, das mit Duftöl in Kontakt kommt, kann sich lösen oder verfärben. Wählen Sie deshalb ein Etikett, das für ölhaltige Umgebungen geeignet ist, und platzieren Sie es so, dass es nicht mit austretendem Öl in Berührung kommt. Weitere Hinweise finden Sie auf unserer Seite zu Etiketten und Kennzeichnung für Glasverpackung.

Kerzengläser mit Deckeln für Duftkerzen und Duftgläser im Großhandel

Ein Deckel verschließt die Kerze vor dem ersten Gebrauch und schützt das Duftöl – beim Nachfüllen wird er erneut zum Qualitätsmerkmal.

Dochtzentrierung und Brenndauer

Die Dochtzentrierung ist die wichtigste Ursache für Reklamationen bei Kerzen im Glas. Sitzt der Docht nicht mittig, brennt die Kerze ungleichmäßig ab; eine Seite wird heiß, die andere bleibt stehen, und es entsteht ein Tunnel. Deshalb ist die Zentrierung im Herstellungsprozess zu kontrollieren. Sie hängt von der Vorrichtung ab, in der der Docht gehalten wird, sowie von der Standfestigkeit des Glases beim Gießen.

Die Brenndauer wird durch das Zusammenspiel aus Wachsmenge, Dochtgröße und Glasgeometrie bestimmt. Ein zu großer Docht erzeugt eine zu große Flamme und lässt die Kerze schnell abbrennen; ein zu kleiner Docht erzeugt eine schwache Flamme und kann einen Tunnel bilden, weil der Wachsrand nicht vollständig schmilzt. Für eine gegebene Kerze ist die passende Dochtgröße empirisch zu ermitteln.

Die Glasform beeinflusst die Brenndauer zusätzlich. Bei einem zylindrischen Glas mit gerader Wand schmilzt das Wachs gleichmäßig bis zum Rand. Bei einer Form mit enger Öffnung und weiterem Boden sammelt sich die Wärme stärker, während bei einer bauchigen Form die oberen Bereiche weniger Wärme erhalten. Klären Sie deshalb, ob die gewählte Form mit der angestrebten Brenndauer zusammenpasst.

Ein weiterer Punkt ist der Randabstand. Zwischen dem Wachs und dem Glasrand sollte ein ausreichender Abstand bleiben, damit die Flamme nicht direkt an das Glas gelangt und dort Ruß oder Spannungen erzeugt. Die Höhe des Glases über der Wachsoberfläche ist deshalb Teil der Auslegung und sollte im Muster geprüft werden.

Frosting, Umanschlag und optische Effekte

Bei pflanzlichen Wachsen treten häufig optische Effekte auf, die im Handel als Qualitätsmerkmal oder als Mangel verstanden werden können. Das sogenannte Frosting ist ein weißlicher, kristalliner Belag auf der Wachsoberfläche oder an der Glaswand. Es entsteht durch die Kristallisation von Bestandteilen des Wachses und tritt besonders bei Sojawachs auf. Ein Teil des Marktes akzeptiert oder nutzt diesen Effekt als Zeichen eines natürlichen Produkts.

Der Umanschlag bezeichnet einen sichtbaren Wachsrand, der sich am Glas bildet und ungleichmäßig ausfällt. Er entsteht, wenn das Wachs beim Abkühlen unterschiedlich schnell erstarrt oder wenn Duftöl an die Wand tritt. Ein gleichmäßiger, feiner Rand wirkt sauber; ein ungleichmäßiger, breiter Rand wirkt nachlässig. Klären Sie deshalb, welches Erscheinungsbild angestrebt wird, und prüfen Sie es über mehrere Chargen.

Ein dritter Effekt ist die Spaltbildung, wie bereits beschrieben. Ein sichtbarer Spalt zwischen Wachs und Glas kann als Mangel wahrgenommen werden, ist aber bei pflanzlichen Wachsen häufig unvermeidbar. Eine langsamere Abkühlung verringert ihn, beseitigt ihn aber nicht immer. Klären Sie in der Zielgruppe, ob der Spalt akzeptiert wird, und kommunizieren Sie gegebenenfalls die Ursache.

Schließlich wirken Dekore auf die Optik. Eine mattierte Wand streut das Licht und lässt die Flamme weicher erscheinen, während eine klare Wand die Flamme direkt zeigt. Auch das Material des Dochts – Baumwolle, Holz oder geflochtene Ausführungen – beeinflusst die Wirkung. Prüfen Sie die Kombination aus Glas, Wachs und Docht gemeinsam, weil sich der Eindruck erst im Zusammenspiel ergibt.

Hotellerie, Duftretail und Markenwirkung

Im Hotel- und Gastronomiebereich sind Kerzen- und Duftgläser Teil eines Duftkonzepts. Sie werden im Empfangsbereich, in Restaurants und in Zimmern eingesetzt, um eine Atmosphäre zu erzeugen. Für diese Anwendung sind gleichbleibende Qualität, eine definierte Brenndauer und eine robuste Form wichtig. Auch die Stapelbarkeit spielt eine Rolle, weil Kerzen in großen Stückzahlen gelagert werden.

Im Duftretail steht die Markenwirkung im Vordergrund. Das Glas ist hier ein Objekt, das nach dem Abbrennen als Aufbewahrungsgefäß weiterlebt. Deshalb wird Wert auf eine eigenständige Form, eine hochwertige Oberfläche und ein sorgfältig gestaltetes Etikett gelegt. Auch die Verpackung, in der die Kerze verkauft wird, trägt zur Wahrnehmung bei; hinweise dazu finden Sie auf unserer Seite zur Geschenkverpackung und Sondereditionen.

Für Betriebe mit wiederkehrenden Duftkonzepten ist eine einheitliche Glasform sinnvoll, sodass nur Duft und Etikett wechseln. Dies reduziert die Lagerpositionen und erleichtert die Nachbestellung. Eine einheitliche Form erlaubt außerdem, dass der Kunde sein Gefäß behält und die Kerze nachkauft, was den Markenbezug stärkt.

Für die Hotellerie ist zusätzlich zu klären, ob die Kerzen in Räumen mit automatischer Lüftung oder Klimaanlage stehen. Eine starke Luftbewegung beeinflusst die Flamme und damit die Brenndauer. Klären Sie solche Umgebungsbedingungen früh, weil sie die Wahl von Docht und Glasform beeinflussen können.

Nachfüllkonzepte und PPWR

Nachfüllkonzepte gewinnen im DACH-Raum an Bedeutung, weil die europäische Verpackungsverordnung auf eine Reduzierung von Verpackungsabfällen und auf die Wiederverwendbarkeit hinwirkt. Für Kerzen bedeutet das, dass das Glas mehrfach genutzt werden soll. Voraussetzung ist ein Glas, das sich von Wachsresten reinigen lässt und das nach der Reinigung wieder befüllt werden kann.

Für ein solches Konzept ist die Reinigungsfähigkeit entscheidend. Eine glatte Innenwand lässt sich leichter von Wachsresten befreien als eine strukturierte. Auch die Mündungsweite spielt eine Rolle, weil sie den Zugang beim Reinigen bestimmt. Klären Sie daher früh, ob ein Nachfüllkonzept geplant ist, weil sich daraus Anforderungen an Form und Oberfläche ergeben.

Auch die Materialwahl ist betroffen. Glas ist ein dauerhaftes Material, das sich mehrfach reinigen lässt. Recyclingfähigkeit ist bei Glas grundsätzlich gegeben, sofern keine störenden Beschichtungen vorliegen. Klären Sie, ob Dekore und Beschichtungen die Recyclingfähigkeit beeinträchtigen, und wählen Sie bevorzugt lackfreie oder ablösbare Dekore, wenn die Recyclingfähigkeit im Vordergrund steht.

Für Kerzen mit Duftöl gilt zusätzlich, dass Reste von Öl und Wachs fachgerecht entsorgt werden müssen. Weisen Sie darauf hin, dass das Glas vor dem Recycling zu reinigen ist. Hinweise zu Mehrwegkonzepten finden Sie auf unserer Seite zu Mehrwegflaschen und Pfandsystemen, die sich auf die gleichen Grundsätze der Wiederverwendung stützt.

Kerzengläser in verschiedenen Größen mit schwarzen Deckeln für Duftkerzen

Eine Größenfamilie mit einheitlicher Mündung erlaubt es, dieselbe Deckel- und Nachfülllösung über mehrere Volumina zu nutzen.

Sicherheit und Kennzeichnung

Kerzen sind Verbrauchsgüter mit Sicherheitsanforderungen. Auf dem Etikett oder einem Beipackzettel sind Sicherheitshinweise üblich, etwa zum Abstand zu brennbaren Materialien, zur Aufsicht und zur Brenndauer. Diese Hinweise sind Teil des Produktversprechens und sollten in die Etikettplanung aufgenommen werden.

Für Duftkerzen kommen Hinweise zum Duftöl hinzu. Manche Duftstoffe sind deklarationspflichtig, wenn sie in bestimmten Mengen enthalten sind. Klären Sie diese Anforderungen mit dem Verantwortlichen für Produktkonformität, weil sie je nach Zielmarkt variieren. Ein Glas lässt sich nachträglich kaum ändern; das Etikett dagegen schon, weshalb die Beklebung flexibel geplant werden sollte.

Auch die Wärmeabgabe ist sicherheitsrelevant. Eine Kerze mit dünner Wand kann außen heiß werden. Klären Sie deshalb, ob eine Warnung erforderlich ist oder ob eine dickere Wand die Oberflächentemperatur senkt. Ein bodennaher Rand, an dem die Wärme abgeführt wird, kann zusätzlich helfen.

Für den Transport gelten die üblichen Anforderungen an Glasverpackung. Ein stabiles Tray, ausreichende Polsterung und eine rutschfeste Palettierung verhindern Bruch. Hinweise zur Ladungssicherung und Containerauslastung finden Sie auf unserer Seite zur Palettierung und Containerverladung.

Beschaffung von Kerzengläsern: Muster, Toleranzen und Serienfreigabe

Für die Beschaffung empfiehlt sich ein Lastenheft mit fünf Kernangaben: Volumen, Kerzenart mit Wachsart und Duftölanteil, angestrebte Brenndauer, gewünschte Oberfläche sowie Angabe zur Mündung und zum Deckel. Ergänzen Sie die angestrebte Auflage, die Wärmebeständigkeit und die Anforderungen an Dekor und Etikett. Mit diesen Angaben lässt sich ein Angebot erstellen, das technisch vergleichbar ist und nicht nur über den Preis sortiert wird.

Bei den Toleranzen sind drei Werte zu klären: der Öffnungsdurchmesser mit Toleranzband, die Gesamthöhe mit Toleranzband und die Wandstärke mit zulässiger Streuung. Diese Werte wirken sich auf die Dochtzentrierung, die Wärmeabgabe und die Stabilität im Regal aus. Ein Glas mit engen Toleranzen läuft ruhiger in der Linie und erzeugt weniger Ausschuss bei Deckel und Etikett.

Für die Qualitätssicherung sind im Wareneingang mindestens vier Prüfungen sinnvoll: eine Sichtprüfung auf Glasfehler, Blasen und Verunreinigungen, eine Maßprüfung von Öffnungsdurchmesser und Höhe, eine Prüfung der Oberfläche auf gleichmäßiges Dekor sowie bei Bedarf eine Prüfung der Wärmebeständigkeit. Ergänzen Sie bei neuen Wachsmischungen einen Praxisversuch mit befüllten Gläsern, weil nur so beurteilt werden kann, wie sich Wachs und Glas im Brennbetrieb verhalten.

Ergänzend lohnt sich die Planung eines Formenprojekts, wenn die gewünschte Glasform nicht im Standardsortiment verfügbar ist. Eine neue Form erfordert Werkzeuge, deren Kosten sich über die Auflage verteilen. Bei kleinen Auflagen ist eine Standardform mit eigenem Deckel, Dekor und Etikett häufig wirtschaftlicher. Klären Sie deshalb früh, ob eine Standardform ausreicht. Weitere Hinweise zum Aufbau eines passenden Behälters finden Sie auf unserer Seite zu individuellen Glasbehältern, und Grundlagen zu Duftflakons behandelt unsere Seite zu Parfümflakons im Großhandel.

Häufige Fragen

Welches Glas eignet sich für Duftkerzen mit Sojawachs?

Für Sojawachs eignet sich ein Glas mit gleichmäßiger Wandstärke und einer glatten oder leicht mattierten Oberfläche. Wichtig ist, dass die Form eine langsame, gleichmäßige Abkühlung erlaubt, damit der Schwund gering bleibt. Klären Sie im Muster, ob sich das Wachs von der Wand löst und wie stark der Spalt ausfällt, bevor Sie die Serie freigeben.

Warum löst sich das Wachs manchmal von der Glaswand?

Pflanzliche Wachse ziehen sich beim Abkühlen stärker zusammen als Mineralwachs. Dabei entsteht ein Spalt zwischen Wachs und Glas, der im Kerzenlicht als dunkler Ring sichtbar wird. Eine langsamere, gleichmäßige Abkühlung verringert den Spalt, beseitigt ihn aber nicht immer. Er ist eine Materialeigenschaft und kein Herstellungsfehler.

Kann Duftöl das Dekor auf dem Glas angreifen?

Ja, Duftöle enthalten Stoffe, die mit Dekoren, Lacken und Beschichtungen in Wechselwirkung treten können. Besonders empfindlich sind mattierte Flächen und aufgedruckte Dekore. Prüfen Sie das Dekor deshalb im Muster, indem Sie das Glas mit dem vorgesehenen Duftöl in Kontakt bringen und über eine definierte Zeit lagern, bevor Sie die Oberfläche beurteilen.

Wie erreicht man eine gleichmäßige Brenndauer?

Die Brenndauer entsteht aus dem Zusammenspiel von Wachsmenge, Dochtgröße und Glasgeometrie. Ein zu großer Docht lässt die Kerze schnell abbrennen, ein zu kleiner kann einen Tunnel bilden. Die passende Dochtgröße wird empirisch ermittelt. Klären Sie zusätzlich, ob die Glasform eine gleichmäßige Wärmeabgabe erlaubt.

Was ist Frosting bei Kerzen im Glas?

Frosting ist ein weißlicher kristalliner Belag auf der Wachsoberfläche oder an der Glaswand. Er entsteht durch die Kristallisation von Wachsbestandteilen und tritt besonders bei Sojawachs auf. Ein Teil des Marktes akzeptiert diesen Effekt als Zeichen eines natürlichen Produkts; für andere Zielgruppen kann er als Mangel wirken. Klären Sie die Erwartung der Zielgruppe vorab.

Lassen sich Kerzengläser nachfüllen?

Ja, Glas eignet sich für Nachfüllkonzepte, weil es sich reinigen lässt und dauerhaft ist. Voraussetzung sind eine glatte Innenwand, eine ausreichend weite Öffnung und ein Deckel, der nach dem Nachfüllen wieder dicht schließt. Klären Sie früh, ob ein Nachfüllkonzept geplant ist, weil sich daraus Anforderungen an Form und Oberfläche ergeben.

Welche Angaben gehören auf ein Kerzenglas?

Üblich sind Sicherheitshinweise zum Brennen, Angaben zur Brenndauer und zur Pflege sowie Markenangaben. Bei Duftkerzen können deklarationspflichtige Duftstoffe hinzukommen. Prüfen Sie die genauen Pflichten mit Ihrem Verantwortlichen für Produktkonformität, weil sie je nach Zielmarkt variieren, und planen Sie ausreichend Etikettfläche für Pflichtangaben und Hinweise ein.

Ist Glas für Kerzen recyclingfähig?

Glas ist grundsätzlich gut recycelbar, sofern keine störenden Beschichtungen oder Rückstände verbleiben. Kerzenreste und Duftöl sollten vor dem Recycling entfernt und fachgerecht entsorgt werden. Wählen Sie bevorzugt lackfreie oder ablösbare Dekore, wenn die Recyclingfähigkeit im Vordergrund steht, und weisen Sie auf die Reinigung des Glases hin.

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