Wichtigste Punkte
- Weithalsgläser mit einer Mündung ab etwa 50 mm sind im DACH-Raum das Standardgebinde für stückige und zähe Füllgüter — von Konfitüre über eingelegtes Gemüse bis zu Pesto, Trockenfrüchten und Gewürzmischungen.
- Die Mündung bestimmt nicht nur den Deckel, sondern auch die Befülltechnik, die Reinigbarkeit und die Dosiergenauigkeit. Twist-Off lässt sich nach dem Öffnen wiederverschließen, Lug ist für das einmalige Versiegeln ausgelegt, Schraubverschlüsse decken die großen Nennweiten ab.
- Mindestabnahme, Stückpreis und Liefertermin bestätigen wir je nach Projekt: Serienformen aus Weißglas laufen aus den laufenden Schmelzkampagnen, eigene Formen und Farbglas werden gesondert kalkuliert.
Warum Weithalsgläser im deutschsprachigen Raum dominieren
Die Einteilung der Glasbehälter folgt in der Praxis einer einzigen Zahl: dem lichten Durchmesser der Mündung. Liegt er unter etwa 38 mm, spricht der Handel von einem engmündigen Gebinde — typisch für Flüssigkeiten, die fließen und über eine Düse eingefüllt werden. Liegt er bei 50 mm und darüber, handelt es sich um ein Weithalsglas. Diese Grenze ist keine Formalie, sondern eine direkte Folge der Physik: Je breiter die Öffnung, desto leichter lässt sich ein zähes, stückiges oder schüttfähiges Produkt einbringen, und desto besser lässt sich das entleerte Glas reinigen.
Für Abfüllbetriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das der entscheidende Punkt. Ein Fruchtaufstrich mit ganzen Fruchtstücken, ein Glas Senfgurken, ein Pesto mit Nussstücken oder eine Gewürzmischung mit groben Kräuterblättern lässt sich durch eine enge Mündung nur mit erheblichem Aufwand oder gar nicht füllen. Ein Produkt, das den Füllkopf verstopft, bremst die Linie, erzeugt Ausschuss und verlangt Nacharbeit. Wer ein Weithalsglas einsetzt, entscheidet sich für einen reibungslosen Füllprozess, nicht nur für eine bequeme Entnahme am Esstisch.
Hinzu kommt der zweite Nutzen, der im Haushalt unmittelbar sichtbar wird. Aus einem Weithalsglas lässt sich mit dem Löffel entnehmen, es nimmt Reste auf, es lässt sich mit der Hand auswaschen und ohne Bürste trocknen. Diese Wiederverwendung im Haushalt ist kein Bestandteil der Ökobilanz, aber sie ist ein starkes Argument in der Wahrnehmung, und sie bindet Marken an ihre Gebinde. Ein Glas, das im Küchenschrank bleibt, ist ein Glas, an das sich der Kunde erinnert.
Wir liefern Weithalsgläser im Großhandel als Serienformen von kleinen Portionsgläsern bis zum großen Vorratsglas, in Weißglas und Sonderfarben, mit Mündungen für Twist-Off, Lug und klassische Schraubverschlüsse. Für Marken mit eigenem Erscheinungsbild läuft die Entwicklung über das Programm für Gläser nach Maß; die verwandte Kategorie der Aufstrichgläser finden Sie unter Marmeladengläser im Großhandel.
Volumen, Mündung und Deckelart im Überblick
| Volumen (ml) | Mündung und Gewinde | Deckelart | Typische Füllung | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|---|
| 106 bis 130 | TO-53, TO-58 | Twist-Off, Lug 53 | Pesto, Dip, Gewürzpaste | Feinkost, Probierglas, Wochenmarkt |
| 190 bis 212 | TO-63, TO-66 | Twist-Off, Lug 63 | Konfitüre, Gelee, Chutney | Hofladen, Manufaktur, Fachhandel |
| 220 bis 250 | TO-63, TO-66, TO-70 | Twist-Off, Lug 63 | Senfgurken, Cornichons, Mixed Pickles | Einzelhandel, Gastronomie |
| 314 bis 370 | TO-70, TO-82 | Twist-Off, Schraubverschluss 82 | Eingelegtes Gemüse, Sauerkraut | Einzelhandel, Großverbraucher |
| 370 bis 500 | TO-82, TO-89 | Twist-Off, Lug 82 | Gewürzgurken, Fischtopf, Aufstrich | Einzelhandel, Kantine, Bäckerei |
| 580 bis 720 | TO-82, TO-89, TO-100 | Twist-Off, Schraubverschluss | Trockenfrüchte, Nüsse, Müsli | Großverbraucher, Weiterverarbeitung |
| 850 bis 1000 | TO-100, Lug 82, Schraubverschluss 82 | Bügelverschluss möglich | Große Vorräte, Essig, Öl, Lake | Küche, Konditorei, Direktvertrieb |
| 1250 bis 2000 | Schraubverschluss 100, Bügelverschluss | Schraub- oder Hebelverschluss | Gewerblicher Vorrat, Dekantieren | Gastronomieküche, Herstellung |
Zwei Angaben gehören in jedes Lastenheft und werden in der Praxis regelmäßig verwechselt. Die erste ist das Nennvolumen, also die Füllmenge, die auf dem Etikett deklariert wird. Die zweite ist das Randvollvolumen bis zur Mündungskante, das immer größer ausfällt, weil ein Kopfraum für das Vakuum oder die Wärmedehnung bleiben muss. Wer beide Werte kennt, plant Füllstand, Kopfraum und Etikettengestaltung sauber und vermeidet eine Reklamation wegen unterschrittener Füllmenge, die im Handel als Fertigpackungsverstoß gewertet werden kann. Die Differenz zwischen Nenn- und Randvollvolumen hängt von der Bauchform ab und ist bei jeder Serie anders; wir liefern beide Zahlen zu jedem Artikel mit.

Mündung ab 50 mm: Was das technisch bedeutet
Die Mündung ist die maßgebliche Schnittstelle des Gebindes, und ihre Bezeichnung sollte nie aus dem Katalog übernommen, sondern immer gegen die Zeichnung geprüft werden. Ein Twist-Off-82 ist nicht einfach ein Deckel mit 82 mm Außendurchmesser. Festgelegt sind der Gewindedurchmesser, die Steigung, die Form des Gewindegangs, die Höhe des Gewindeanfangs und die Lage der Dichtfläche am Mündungsrand. Diese fünf Größen greifen ineinander, und ein Deckel, der nur in einer davon abweicht, schließt nicht vakuumdicht.
Für Weithalsgläser sind im deutschsprachigen Raum drei Familien üblich. Twist-Off deckt mit den Nennweiten TO-63, TO-66, TO-70, TO-82, TO-89 und TO-100 den überwiegenden Teil des Sortiments ab und ist bei Aufstrichen und Eingelegtem die erste Wahl. Lug-Verschlüsse arbeiten mit kurzen Gewindenocken statt mit einem durchgehenden Gewinde; sie sind schneller zu verschließen und günstiger, lassen sich nach dem Öffnen aber nicht mehr sicher abdichten. Der klassische Schraubverschluss mit umlaufendem Gewinde begegnet uns bei großen Gebinden und bei Produkten, die über Wochen mehrfach geöffnet werden, etwa bei Essig, Öl oder Lake.
Bei der Auswahl ist ein weiterer Punkt zu beachten: die Planlage. Der Mündungsrand muss eben sein, damit die Dichtung des Deckels auf der gesamten Länge gleichmäßig anliegt. Eine wellige oder abgeschrägte Mündung führt zu einer Undichtigkeit, die im Wareneingang oft nicht auffällt, weil sie sich erst nach Tagen im Regal zeigt. Deshalb prüfen wir den Rundlauf und die Planlage jeder Form, und deshalb verlangen erfahrene Abfüller diese Werte im Lastenheft, nicht nur den Nenndurchmesser. Die Systematik der Verschlussfamilien ist ausführlich auf der Seite Verschlüsse und Kappen beschrieben.
Befüllen und Reinigen: der eigentliche Vorteil weiter Mündungen
Die Fülltechnik unterscheidet sich grundlegend, je nachdem, wie breit die Öffnung ist. Ein engmündiges Gebinde wird über eine Fülldüse oder einen Füllkopf befüllt, der in die Mündung eintaucht; das Produkt muss fließfähig sein, und der Durchmesser der Düse begrenzt die zulässige Stückigkeit. Ein Weithalsglas lässt sich dagegen mit einem Kolbenfüller, mit einem Dosierbecher oder mit einem gravimetrischen Befüller beschicken, bei dem das Füllgut in einem breiten Strahl einfällt. Das ist der Grund, warum Produkte mit Einlagen — ganze Gewürzgurken, Fischfilets in Öl, eingelegte Paprika — praktisch ausschließlich im Weithalsglas angeboten werden.
Auch die Dosiergenauigkeit profitiert vom breiten Querschnitt. Bei einem engen Hals mit gewölbtem Schulterübergang baut sich beim Einfüllen ein Luftpolster auf, das den Füllstrom unregelmäßig abbrechen lässt; die abgefüllte Menge streut dann von Glas zu Glas. Im Weithalsglas mit gerader oder nur leicht konischer Wand entweicht die verdrängte Luft nach oben, ohne den Füllstrom zu stören. Für Betriebe, die auf eine gleichbleibende Füllmenge angewiesen sind, ist das ein messbarer Vorteil, weil Nachwiegen und Nachfüllen entfallen.
Der dritte Vorteil liegt in der Reinigung. Rücklaufgebinde und Mehrweggläser werden vor dem erneuten Einsatz gespült, und dabei entscheidet die Geometrie über den Spülerfolg. Ein weites Glas lässt sich mit Sprühdüsen in kurzer Zeit rundum benetzen, es besitzt keine enge Schulter, in der sich Reste festsetzen, und es trocknet schneller. Bei Anlagen mit hohem Durchsatz ist die Spülzeit ein echter Kostenfaktor, weil sie den Takt der Linie mitbestimmt. Wer auf Mehrweg setzt, sollte die Innenkontur deshalb schon bei der Formenauswahl mitbewerten und nicht erst bei der ersten Spülproblem-Meldung aus der Produktion.
Ein oft übersehener Punkt ist die Entnahmehilfe. Bei zähen Produkten wie Honig oder Sirup haftet ein Teil der Masse an der Wand, und der Kunde ärgert sich über den Rest im Glas. Ein leicht konischer Innenraum mit sauberem Bodenübergang und ohne Hinterschneidung lässt das Produkt besser nachlaufen. Diese Feinheit kostet bei der Formenentwicklung nichts, wenn sie früh berücksichtigt wird, und sie lässt sich nachträglich nur mit einem neuen Werkzeug korrigieren.
Heißabfüllung, Pasteurisation und Vakuum
Die Haltbarkeit eines haltbar gemachten Füllguts hängt von drei Größen ab: der Rezeptur, der Temperatur beim Füllen und der Dichtheit des Verschlusses. Bei der Heißabfüllung wird die Masse auf eine festgelegte Temperatur erhitzt und unmittelbar in das bereitgestellte Glas gefüllt. Die Resthitze sterilisiert die Innenfläche, der Deckel wird sofort aufgesetzt, und beim Abkühlen entsteht im Kopfraum ein Unterdruck, der den Deckel fest gegen die Mündung zieht. Beim Pasteurisieren im Glas durchläuft das verschlossene Gebinde anschließend ein Wasserbad oder einen Tunnel.
Beansprucht wird dabei vor allem der Temperaturschock. Beim Einlaufen in das Kühlbad treffen heiße Glasflächen auf kaltes Wasser, und das Glas darf nicht reißen. Entscheidend ist dafür nicht allein die mittlere Wandstärke, sondern die Gleichmäßigkeit der Wanddickenverteilung. Eine dünne Zone am Übergang von der Wand zum Boden ist eine klassische Bruchstelle, weil sich dort die Spannung konzentriert. Wir prüfen die Verteilung im Querschnitt, weil sie mehr über die Temperaturwechselbeständigkeit aussagt als ein einzelner Stärkemesswert.
Der Deckel spielt die zweite Rolle. Er muss beim Abfüllen dicht sein, das Vakuum über die Haltbarkeit halten und sich beim Öffnen sauber ablösen, ohne die Dichtung zu zerreißen. Die Innenbeschichtung des Blechdeckels ist auf das Füllgut abgestimmt, damit es über die Lagerzeit nicht zu Wechselwirkungen mit dem Metall kommt. Wir liefern Gläser mit passenden Deckeln und dokumentieren die empfohlenen Fülltemperaturen, damit die Abstimmung zwischen Rezeptur, Abfülllinie und Gebinde nachvollziehbar bleibt.
Für die Wareneingangsprüfung gibt es einen einfachen Test, der keine Ausrüstung erfordert: Bei einer Stichprobe wird der Deckel leicht angehoben. Ein Vakuumverschluss lässt sich an der leicht gewölbten Deckelfläche erkennen und gibt beim Öffnen ein hörbares Geräusch. Solche Sensorikprüfungen ersetzen keine Messung, zeigen aber schnell, ob eine Charge gleichmäßig verschlossen ist.
Glasfarbe, Dekor und Wirkung im Regal
Weißglas ist in der Kategorie der Weithalsgläser die dominierende Farbe. Es lässt die Farbe des Füllguts ungefiltert wirken und signalisiert Reinheit, was bei Aufstrichen, eingelegtem Gemüse und Trockenfrüchten unmittelbar einleuchtet. Für Produktlinien, die sich vom Wettbewerb abheben sollen, sind Grünglas, Braunglas und bernsteinfarbene Töne eine Alternative; bernsteinfarbenes Glas bietet zusätzlich einen gewissen Lichtschutz, was bei ölhaltigen Füllgütern ein Argument ist.
Mit der Form lassen sich weitere Signale setzen. Ein klassischer Kegler mit breitem Bauch und verjüngter Schulter wirkt bodenständig, ein zylindrisches Glas mit gerader Wand modern, ein sechseckiges Glas erzeugt im Regal eine eigene Silhouette und nutzt gleichzeitig die Stellfläche effizienter. Entscheiden Sie die Form immer im Verbund mit der Etikettenfläche, denn manche Konturen erlauben nur ein kleines Bauch-Etikett, andere eine umlaufende Banderole.
Für die Veredelung ist eine Prägung im Glas das günstigste Stilmittel. Ein eingeprägtes Logo am Boden oder auf dem Bauch lässt sich auf einer Serienform durch Austausch einzelner Werkzeugelemente umsetzen und kostet nur einen Bruchteil einer vollständigen Neuentwicklung. Diese Prägung erzeugt beim Kunden den Eindruck von Wertigkeit, ohne dass eine aufwendige Kartonage nötig wird. Wer eine eigene Silhouette nur für die Premiumlinie plant, kann zunächst die Serienform für das Hauptprodukt nutzen und über Prägung und Deckelfarbe ein eigenes Erscheinungsbild aufbauen.

Kanäle: Feinkost, Hofladen, Bio und Großverbraucher
Im DACH-Raum lassen sich für Weithalsgläser vier klar unterscheidbare Käufergruppen erkennen. Die erste sind industrielle Feinkosthersteller, die in großen Serien abfüllen und vor allem auf Maßtreue, gleichbleibende Qualität und gesicherte Verfügbarkeit über das Jahr angewiesen sind. Für sie zählt weniger das Design als die reproduzierbare Passung an der Abfülllinie und ein Liefertermin, der zur Kampagne passt.
Die zweite Gruppe sind Manufakturen und kleine Hersteller, die jährlich kleinere Chargen produzieren und dafür ein auffälliges, oft eigenständiges Glas suchen. Sie arbeiten häufig mit Etiketten aus eigener Gestaltung und nutzen das Glas als Teil der Markenaussage. Die dritte Gruppe sind Direktvermarkter, Hofläden, Wochenmärkte und die Bio-Schiene. Für sie ist die Kombination aus Regionalität, Mehrwegfähigkeit und einem wertigen Gebinde entscheidend, weil der Kunde am Stand direkt in die Hand nimmt, was er später im Regal wiederfinden soll.
Die vierte Gruppe ist der Großverbraucherkanal: Gastronomieküchen, Kantinen, Bäckereien und Konditoreien, die größere Gebinde für die Weiterverarbeitung benötigen. Hier zählen die Stapelfähigkeit im Lager, die Öffnungshilfe für das Personal und eine einheitliche Füllmenge mehr als die Regaloptik. Oft wird in diesem Kanal bewusst auf eine Familienform gesetzt, bei der mehrere Volumina dieselbe Mündung tragen, damit nur ein Deckeltyp bevorratet werden muss.
Für alle vier Gruppen gilt eine Gemeinsamkeit: Die Lieferplanung muss zur Saison passen. Konfitüre und eingelegtes Gemüse werden nach der Ernte produziert, und die Abfüllkampagnen liegen in einem engen Zeitfenster. Wer im Frühjahr nicht bestellt, bekommt zur Erntezeit kein Glas. Planen Sie die Jahresmenge deshalb frühzeitig und teilen Sie sie in feste Abrufe auf. Informationen zum Ablauf finden Sie im Leitfaden zur Beschaffung von Glasverpackung.
Mehrweg, PPWR und der Kreislauf des Glases
Die europäische Verpackungsverordnung und die deutsche Verpackungsgesetzgebung haben die Anforderungen an Verpackung in den vergangenen Jahren spürbar verschärft. Für Füllgüter im Glas ist das eine günstige Ausgangslage, weil der Werkstoff unbegrenzt recycelbar ist und Glasscherben ein vollwertiger Rohstoff für neue Schmelzen sind. In Beschaffungsanfragen großer Abnehmer begegnet uns inzwischen regelmäßig die Frage nach dem Anteil an Recyclingmaterial in der Gemengezusammensetzung. Wir dokumentieren diesen Wert auf Anforderung, damit Sie ihn in Ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung verwenden können.
Ein zweiter Punkt ist das Gewicht. Glas ist schwerer als Kunststoff, und weil der Transport überwiegend als Straßen- oder Seefracht läuft, wirkt sich jedes eingesparte Gramm auf die Frachtkosten und auf die CO2-Bilanz aus. Moderne Formen erreichen bei gleicher Druckfestigkeit ein niedrigeres Gewicht als ältere Modelle, ohne dass die Temperaturwechselbeständigkeit leidet. Bei großen Jahresmengen lohnt der Vergleich der Gewichtsangaben mehrerer Serien, weil die Ersparnis pro Palette erheblich sein kann und sich über die gesamte Lieferstrecke fortsetzt.
Drittens gehört der Deckel in die Bilanz. Blechdeckel werden von den Rücknahmesystemen erfasst und stofflich verwertet, sofern sie abgetrennt werden. Ein freundlicher Hinweis in der Etikettierung, den Deckel getrennt zu entsorgen, ist ein kleiner Text mit großer Wirkung auf die tatsächliche Recyclingquote. Für Kampagnen mit Umweltbezug ist diese Information zugleich ein glaubwürdiges Argument, weil sie eine konkrete Handlung beschreibt statt eines allgemeinen Versprechens.
Logistik: Palette, ISPM 15 und Containerauslastung
Gläser werden lagenweise auf Paletten gestapelt, mit Zwischenlagen aus Karton oder Kunststoff gegen Druckstellen und mit einer Stretchumwicklung gegen Verrutschen. Für Lieferungen in den DACH-Raum erfolgt der Palettentausch üblicherweise im Europalettenpool, in vielen Fällen über EPAL. Weil in solchen Pools Palettenkonten geführt werden, gehört dieser Punkt in den Liefervertrag und nicht in eine Randnotiz. Ein falsch gebuchter Poolstand verursacht später mehr Aufwand als eine frühzeitige Abstimmung.
Für den Transport kalkulieren Sie einen technologischen Bruchzuschlag ein. Er deckt den technisch unvermeidbaren Schwund bei Umschlag und Seetransport ab. Im Straßentransport innerhalb Europas fällt er niedriger aus, im containerisierten Überseehandel höher. Wird Verpackungsholz verwendet, greift zudem die ISPM-15-Regelung für die Behandlung und Kennzeichnung. Diese Anforderung an der Grenze ist formal, aber strikt: Fehlende Kennzeichnung führt zur Zurückweisung, unabhängig davon, wie einwandfrei die Ware selbst ist.
Für den Import über die Nordseehäfen Hamburg, Bremerhaven oder Rotterdam planen Sie Vorlauf- und Nachlaufzeiten realistisch. Eine Konsolidierung mehrerer Gebindegrößen in einer Sendung senkt den spezifischen Frachtanteil pro Stück deutlich, weshalb wir Mischsendungen vorbereiten und die Ladungsschemata vorab mit Ihnen abstimmen. Auch im Seecontainer bleibt die Regel, dass Gläser wegen ihres Gewichts überwiegend im unteren Ladungsbereich stehen und leichteres Zubehör darüber. Wer Palettenhöhe, Containerauslastung und Nachlaufweg gemeinsam optimiert, senkt den Frachtanteil pro Glas oft deutlicher als über den Stückpreis.
Wareneingangsprüfung und Lieferantenbewertung
Bei Wareneingang prüfen erfahrene Abfüller mehr als die Stückzahl. Üblich ist eine Stichprobe auf Maßhaltigkeit der Mündung, auf die Wandstärkenverteilung, auf das Randvollvolumen und auf sichtbare Fehler wie Steinchen, Blasen oder Kratzer im sichtbaren Bereich. Ein dokumentiertes Wareneingangsprotokoll gehört zur Sorgfaltspflicht und wird von Endkunden im Handel zunehmend nachgefragt. Wir liefern zu jeder Charge die relevanten Maßdaten und stellen bei Bedarf zusätzliche Prüfprotokolle bereit.
Da Glas und Deckel zwei verschiedene Lieferketten sind, lässt sich eine Charge Gläser nicht allein beurteilen. Die Bewertung eines Lieferanten sollte die Passung zwischen Glas und Deckel ausdrücklich einschließen, denn jede Nachbestellung einer neuen Deckelcharge kann die Dichtheit beeinflussen. Wer Deckel und Gläser aus einer Hand bezieht, reduziert diese Schnittstelle. Genau deshalb liefern wir zu jedem Glassystem den passenden Deckel mit dokumentierter Mündungsnorm, damit Sie die Abstimmung nicht zwischen zwei Lieferanten verhandeln müssen.
Für die Lebensmittelkonformität dokumentieren wir die Zusammensetzung der Glasmasse auf Anforderung; im deutschsprachigen Raum ist für Lebensmittelverpackungen die LFGB-Bewertung die maßgebliche Grundlage, ergänzt durch die Vorgaben der EU-Verordnung 1935/2004 zum Kontakt mit Lebensmitteln. Wenn Sie zur Abfülllinie Fragen haben oder die Passung eines Deckels vor einer Serienfreigabe prüfen wollen, klären Sie das vor der ersten Großbestellung, damit die Abfüllkampagne nicht von einem nachträglichen Werkzeugwechsel abhängt. Ein kurzer Austausch hilft dabei mehr als jede spätere Reklamation — erreichen können Sie uns über die Kontaktseite.
Bemusterung und Erstmusterprüfbericht: der Kern der Vergabe
In kaum einem anderen Beschaffungsvorgang ist die Bemusterung so entscheidend wie bei Glasverpackung, weil sich Fehler am fertigen Gebinde nicht nachbessern lassen. Der Ablauf folgt im DACH-Raum einem eingespielten Muster. Am Anfang steht die Musteranforderung: Der Einkauf beschreibt Füllgut, Volumen, Mündung, Glasfarbe, geplante Stückzahl und Lieferzeitraum. Darauf folgt der Musterbau, bei dem aus Serienformen Muster gezogen oder für eine Sonderform zunächst Modelle und Werkzeuge angefertigt werden.
In der eigentlichen Bemusterung werden diese Muster auf der realen Abfülllinie geprüft: Füllstand, Verschließverhalten, Vakuumbildung, Etikettierbarkeit und das Verhalten im Transportkarton. Bewährt hat sich ein Vorlauf auf der Linie des Abfüllers selbst, weil sich erst dort zeigt, ob Mündung, Füllkopf und Verschließkopf zusammenpassen. Ein Muster, das im Büro überzeugt, kann an der Linie scheitern — und umgekehrt.
Das Ergebnis wird im Erstmusterprüfbericht festgehalten, im DACH-Raum als EMPB bekannt. Dieser Bericht dokumentiert die gemessenen Ist-Werte gegen die im Lastenheft geforderten Soll-Werte, die Prüfmittel, die Stichprobengröße und das Ergebnis der Sichtprüfung. Mit der Freigabe des EMPB endet die Entwicklungsphase, und die Serienlieferung beginnt. Für den Einkauf ist der Bericht das entscheidende Dokument, weil er die Grundlage jeder späteren Reklamation bildet; ohne freigegebenen EMPB fehlt im Streitfall die Referenz. Wir stellen zu jedem Projekt die erforderlichen Maß- und Prüfdaten bereit und stimmen das Format des Berichts vorab mit Ihrem Qualitätsmanagement ab.
So starten Sie Ihre Anfrage
Für ein belastbares Angebot benötigen wir von Ihnen die Mündungsnorm oder eine Deckelreferenz, das gewünschte Volumen, die Glasfarbe, die geplante Stückzahl und den Lieferzeitraum sowie den Zielhafen oder die Zielregion. Wenn Sie die Mündung noch nicht festgelegt haben, genügt das Füllprodukt mit seiner Konsistenz und seinem Zucker- oder Säuregehalt — daraus leiten wir ein passendes Verschlusssystem ab und schlagen Formen aus den laufenden Schmelzkampagnen vor.
Wir liefern Ihnen Serienformen mit den zugehörigen Maßangaben, eine Übersicht passender Deckel und, falls nötig, eine Kalkulation für eine eigene Form. Für die erste Abstimmung versenden wir Muster, damit Sie die Passung auf Ihrer Linie und die Versiegelung im Vakuumtest prüfen können. Bei Weithalsgläsern ist dieser Schritt besonders wichtig, weil sich Verschluss und Füllprozess gegenseitig bedingen und Undichtigkeiten erst nach Tagen sichtbar werden.
Denken Sie zuletzt an die Dokumente, die Ihr Handelspartner sehen will. Üblicherweise sind das die Erklärung zur Konformität im Lebensmittelkontakt, die Chargenprotokolle und die Zusammensetzung der Glasmasse. Hersteller, die im Lebensmitteleinzelhandel, im Naturkostfachhandel oder in Drogerieketten gelistet sind, fragen diese Unterlagen standardmäßig ab. Bereiten Sie sie zusammen mit dem Lastenheft vor, damit die Listung nicht am Papier scheitert. Einen strukturierten Ablauf für Ihre Ausschreibung finden Sie in der Checkliste für Ihre Anfrage.

Häufige Fragen
Ab welchem Mündungsdurchmesser spricht man von einem Weithalsglas?
In der Praxis hat sich eine Grenze von etwa 50 mm eingebürgert. Darunter spricht der Handel von engmündigen Gebinden für fließfähige Füllgüter, darüber von Weithalsgläsern, die sich mit Löffel oder breitem Füllstrom beschicken lassen. Entscheidend ist aber nicht die Bezeichnung, sondern ob Ihr Füllgut und Ihre Fülltechnik durch die gewählte Mündung passen.
Welcher Deckel eignet sich für Produkte, die mehrfach geöffnet werden?
Für mehrfach geöffnete Produkte empfehlen wir Twist-Off oder einen klassischen Schraubverschluss, weil beide nach dem Öffnen wieder abdichten. Lug-Verschlüsse sind günstiger und schneller zu schließen, aber für das einmalige Versiegeln ausgelegt und lassen sich nach dem Öffnen nicht mehr sicher verschließen. Sie eignen sich daher vor allem für Portionen, die in einem Zug geleert werden.
Muss die Füllmenge dem Nennvolumen genau entsprechen?
Das Nennvolumen ist die deklarierte Füllmenge, das Randvollvolumen die Menge bis zum Mündungsrand. Beide Werte unterscheiden sich, weil ein Kopfraum für das Vakuum oder die Wärmedehnung verbleiben muss. Für Rechtssicherheit im Handel sollten Sie gegen die Vorgaben der Fertigpackungsverordnung prüfen; wir liefern zu jeder Serie beide Volumenangaben mit.
Eignen sich Ihre Gläser für die Heißabfüllung und Pasteurisation?
Für beide Verfahren liefern wir Formen mit gleichmäßiger Wanddickenverteilung, die den Temperaturschock beim Abkühlen auffangen. Entscheidend ist neben der Wandstärke die Verteilung des Materials, weil dünne Zonen am Bodenübergang typische Bruchstellen sind. Die empfohlenen Fülltemperaturen geben wir mit der Spezifikation weiter.
Wie läuft die Bemusterung bis zur Serienfreigabe ab?
Der Ablauf folgt im DACH-Raum einem festen Muster: Musteranforderung auf Basis des Lastenhefts, Musterbau aus Serienformen oder über ein neues Modell, Bemusterung auf der Abfülllinie, Dokumentation im Erstmusterprüfbericht und erst danach die Freigabe zur Serie. Der Bericht hält Ist- gegen Soll-Werte fest und ist die Referenz für jede spätere Reklamation.
Welche Mindestabnahme gilt für Weithalsgläser im Großhandel?
Das hängt vom Volumen, der Glasfarbe und der nächsten Schmelzkampagne ab. Serienformen aus Weißglas sind am günstigsten verfügbar, während Sonderfarben und eigene Formen einen höheren Schwellenwert haben. Die konkrete Zahl bestätigen wir je nach Projekt in der Kalkulation zu Ihrer Spezifikation.
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